Passend zum Tag des Wanderns am 14. Mai und seinem zehnjährigen Jubiläum, eröffnete der Nationalpark Schwarzwald am Dienstag einen neuen Erlebnispfad neben dem beliebten Lotharpfad an der Schwarzwaldhochstraße.
Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen kamen nicht nur Vertreter des Nationalparks Schwarzwald zusammen, sondern auch viele Wanderinteressierte des Schwarzwaldvereins. Denn der Lotharpfad wurde offiziell um einen weiteren Weg erweitert.
Ab sofort können Wanderer auf dem 1,2 Kilometer langen Spechtpfad mit etwas Glück die fünf im Nationalpark lebenden Spechtarten Buntspecht, Grauspecht, Schwarzspecht, Wendehals und Dreizehenspecht entdecken. Und der Pfad macht seinem Namen alle Ehre: Von oben hat der Rundweg die Form eines Spechts, so Charly Ebel, der den neuen Pfad mit dem Wildnisbildungsteam inhaltlich konzipiert hat.
„Es ist schon seit einiger Zeit unser Wunsch gewesen, eine Ergänzung zum Lotharpfad zu machen“, sagte Wolfgang Schlund, Leiter des Nationalparks Schwarzwald. Der Pfad habe Zeit, Herzblut und viele begeisterte Menschen gebraucht. „Aber wir haben jetzt einen Pfad, den man einigermaßen barrierefrei nutzen kann.“ Der Spechtpfad wurde als Bohlenweg angelegt, um einen weiteren Schritt in Richtung Barrierefreiheit im Nationalpark zu gehen.
Neues Angebot für Menschen mit Behinderung
Sandra Olbrich, Inklusionsbeauftragte des Nationalparks, bestätigte: „Der Spechtpfad ist sehr, sehr gut gelungen.“ Durch die Barrierefreiheit könnten ältere Menschen, Menschen mit Behinderung aber auch Familien mit Kinderwagen die Natur leichter erleben. Auf dem Gelände würden immer wieder Liegen und Bänke zum Pausieren einladen. „Es gibt kleine Inseln zum Kraft schöpfen“, so Olbrich.
Auch Landrat Klaus Rückert nahm an der Eröffnung teil. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Nationalpark Schwarzwald betonte er: „Wir möchten für Natur begeistern.“ Durch den Spechtpfad könne Natur erlebbar gemacht werden – auch für Kinder und Jugendliche.
Besucher können spielerisch mit Natur interagieren
Und das wird auch schnell ersichtlich. Der Pfad bietet beispielsweise eine digitale Schatzsuche. Dazu sind 3D-Modelle der Spechtarten im Gelände versteckt, die Suchende finden können.
Darüber hinaus gibt es viele Stationen, die zum Entdecken und Spielen einladen. Auf der Website des Nationalparks können sich die Besucher eine kostenlose App für das Spiel schon im Voraus herunterladen.
Stefan Huber, der für den Bau des Pfades verantwortlich war, berichtete, dass bereits im Jahr 2017 mit dem Bau begonnen wurde. 2022 wurde er dann schließlich fertiggestellt. Im März vergangenen Jahres wurde der Spechtpfad inoffiziell geöffnet. Und Huber verriet noch eine kuriose Information: Für den Bau des Spechtpfades wurden insgesamt 81 000 Schrauben benötigt. Würde man diese aneinanderreihen, ergebe sich eine Länge von rund zehn Kilometern.
Schwarzwaldverein wird neuer Partner
Neben der Eröffnung des Spechtpfades, wurde auch die Kooperation zwischen dem Nationalpark Schwarzwald und dem Schwarzwaldverein gefeiert. Meinrad Joos, Präsident des Schwarzwaldvereins, hielt fest: „Es ist ein gutes Jahr für eine Kooperation.“
Denn nicht nur der Nationalpark feiert sein zehnjähriges Jubiläum, auch der Schwarzwaldverein feiert 160 Jahre. Und Joos verwies auf ein weiteres „Jubiläum“ Ende des Jahres: Im Dezember 1999 wütete der Orkan Lothar, weshalb der Lotharpfad sein 25-jähriges Jubiläum feiern kann.