Mit einem wunderschönen vorweihnachtlichen Konzert hat die Stadtkapelle Tailfingen in der Kirche St. Franziskus ihr Publikum auf die besinnliche Zeit eingestimmt – es war die Premiere ihres neuen Musikdirektors und ein Fest für die Ohren der Zuhörer.
Am 1. Oktober hat der musikalische Leiter der Stadtkapelle Tailfingen gewechselt: Musikdirektor Thomas Wunder leitet seitdem das große Orchester, Markus Koch die Jugendkapelle. Und so durfte das Publikum besonders gespannt sein auf den ersten öffentlichen Auftritt der beiden mit der Stadtkapelle – eine Premiere, die anerkennendem Applaus bedacht wurde.
Die Kirche St. Franziskus war am Abend des ersten Advent voll besetzt. „Es ist schön, dass so viele Gäste gekommen sind, um sich adventlich einstimmen zu lassen“, freute sich Pfarrer Hans-Joachim Fogl und las einige Worte aus dem Adventskalender. Vorstandsmitglied Dagmar Hillenbrand begrüßte die Gäste. Die Stadtkapelle habe sich intensiv auf diesen besonderen Abend vorbereitet und wolle mit Musik überzeugen und die Herzen erfreuen.
Ein Tanz mit Aschenbrödel
Mit dem bekannten Weihnachtshit „We Are The World“ eröffnete die Jugendkapelle das Konzert und spielte mit „Cinderellas Dance“, der Filmmusik aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, einen echten Weihnachtsklassiker.
Abschließender Höhepunkt des Auftritts war die Filmmusik von „Polar Express“, die viel Applaus erntete. Der Nachwuchs verstand es bestens, nach dem Trommelwirbel das Anfahren des riesigen Zuges in steigendem rasantem Tempo zur abenteuerlichen Fahrt musikalisch zu beschreiben. Die Schlagwerker setzten dabei immer wieder Glanzpunkte. Der Konzertteil des großen Orchesters, das mit seiner Spielweise überzeugte, war in drei Abschnitte unterteilt. Jeder Teil begann mit zwei Strophen des Chorals „Wie soll ich dich empfangen“.
Jeder Tag ist ein Geschenk
„Wachet auf!“, eine der bekanntesten Kantaten von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 1731, war ein hervorragendes Auftaktstück des Orchesters und des Musikdirektors Thomas Wunder. „Heute ist ein Geschenk – today is a gift“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. In dem Geschenk wird die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln thematisiert.
Die Stadtkapelle servierte ihren Zuhörern „Today is the gift“ als großartige Komposition von Samuel R. Hazo auch gesanglich. In diesem musikalischen Höhepunkt überzeugten Orchester und Schlagwerker in perfektem Zusammenspiel.
Auch die Rohrflöten tanzen
Im Anschluss hatte das Flötenensemble „Flötissimo“ mit Heike Koch, Brigitte Frank, Sonja Neumann, Eva Koch und Carmen Binder den ersten, zugleich bestens gelungenen, Auftritt. Dafür waren „Tochter Zion, freue dich“, „Freude o Freude“, „Song of the Bard“ und „Tanz der Rohrflöten“ ausgesucht, was bestens zur Advents- und Weihnachtszeit passte.
Nach einem Choral spielte das große Orchester „Lux Aurumque“ von Eric Whitacer, „Yorkshire Ballad“ von James Barnes und abschließend ausdrucksstark schwungvolle festliche Klänge in „In All Its Glory“ von James Swearingen. Ein Glanzlicht setzten erneut die Schlagwerker. Mit herzlicher Art führte Sabrina Neumann durch das Programm des Adventskonzertes. Sie schloss mit einem Zitat von Roswitha Bloch: „Wenn uns bewusst wird, dass die Zeit, die wir uns für einen anderen Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wir schenken können, haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden“.
Am Schluss singen alle
Präsente gab es für die musikalischen Leiter und die Moderatorin, bevor alle gemeinsam „Macht hoch die Tür“ sangen.