Durch die Zusammenarbeit der Stadt, vertreten von (Bürgermeister Michael Pfaff (Zweiter von rechts, hinten), des DRK, der DLRG und vieler Freiwilliger – darunter Zahnärztin Jaleh Mahabadi (Dritte von rechts, vorne) und das Gastronomen-Ehepaar Beilharz (vorne rechts) – hat das Testzentrum die Öffnungszeiten bisher abgedeckt. Nun wird es in externe Hände gegeben. Foto: Fuchs

Drei Monate lang engagierten sich Ehrenamtliche im kommunalen Testzentrum. Diese sollen jetzt entlastet werden, indem ein Dienstleister die Arbeit übernimmt. Damit ändern sich sowohl Testangebot als auch Öffnungszeiten.

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Alpirsbach - Der Aufwand ist enorm. Ein Blick ins Haus des Gastes offenbart mit Zwischenwänden abgetrennte Kabinen, in denen die Ehrenamtlichen in voller Schutzausrüstung mit dem Teststäbchen auf die Besucher warten. Mit Masken ist es nicht getan, die Helfer tragen auch Gesichtsschilde, weiße Ganzkörperanzüge und Handschuhe.

Der Hersteller der Ausrüstung schreibt noch dazu Pausen in regelmäßigen Abständen vor, weshalb immer Doppelbesetzungen nötig seien, erklärt Stefan Hauer, Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe Alpirsbach. So können sich die Helfer jede gute Stunde abwechseln.

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Der Dienst dauert pro Schicht drei Stunden. "Die Leute melden sich morgens an. Wenn sie ankommen, wird Fiber gemessen und sie unterschreiben eine Einverständniserklärung, damit wir den Test auch machen dürfen. Ein Mitarbeiter führt die Personen komplett durch alle Stationen. Wir testen in 15-Minuten-Blöcken", erklärt er weiter. In diesen Blöcken kommen jeweils bis zu 16 Personen dran, die dann im Wartebereich auf ihr Ergebnis warten oder es sich digital zusenden lassen. Mit insgesamt 100 Personen sei das Testzentrum am Tag gut ausgelastet. Größer sei die Nachfrage bisher auch selten gewesen. Nur an den Feiertagen wurde die Grenze erreicht. Seit der Eröffnung des Testzentrums Mitte März verbrachten die Ehrenamtlichen mehr als 600 Stunden im Dienst.

"Wir konnten diese große Aufgabe nur gemeinsam bewältigen", lobt Bürgermeister Michael Pfaff das Team, zu dem nicht nur die DLRG- und DRK-Mitarbeiter gehören, sondern auch andere Unterstützer aus der Bevölkerung. Freiwillige aus Ärzteschaft und Gastronomie übernahmen Testzeiten. Jaleh Mahabadi, die die Zahnarztpraxis am Kloster betreibt, ist immer Mittwochsvormittags vor Ort. Auch Familie Beilharz, die das Restaurant Rössle in Alpirsbach führt, hat sich überlegt, wie sie helfen kann.

"Als feststand, dass wir um Pfingsten wieder öffnen können, war auch etwas anderes klar", so Restaurantchef Thorsten Beilharz. "Keine Tests, keine Gäste." Also rückte er mit eigenen freiwilligen Helfern zur Unterstützung des Testzentrums an.

"Das ist eine beachtliche Entscheidung, sich neben dem eigenen Betrieb auch noch ehrenamtlich in dem Maße zu engagieren", so Pfaff. Zumal die Helfer das Testangebot auch über die Absprache hinaus erweitert haben. Mit einem Zeitaufwand von fast vier Stunden am Tag für alle Beteiligten ließen sich die Pfingstfeiertage komplett abdecken.

"Außerdem hat die Familie Beilharz ein anderes System eingeführt", so Pfaff. Anmeldung und Ausstellung des Ergebnisses sind jetzt auch digital möglich. Das spare Zeit, weil der begrenzte Wartebereich nicht mehr so schnell voll werde.

Öffnungsschritte fordern eine andere Lösung

Nun stehen die nächsten Lockerungen vor der Tür. "Die weiteren Öffnungsschritte beinhalten zum Beispiel kulturelle Einrichtungen. Und Veranstaltungen sind sicherlich bald wieder möglich", zählt der Bürgermeister auf. Auch das Interesse an Restaurantbesuchen sei groß. Parallel dazu steige dann auch die Nachfrage nach Tests. "Hinzu kommt, dass die Familie Beilharz dann wieder stärker mit ihrem Restaurant beschäftigt ist und die DLRG in den Freibädern gebraucht wird." Eine langfristige Lösung wurde also nötig, die die Ehrenamtlichen entlastet. Da machten sich Thorsten und Christina Beilharz auf die Suche nach einem externen Dienstleister. Fündig wurden sie mit der Firma "H. i. Glove & Service GmbH" aus Gelsenkirchen. "Wir geben das Testzentrum jetzt in externe Hände", verrät der Bürgermeister.

Der Standort soll der alte bleiben. Die Stadt stellt dem neuen Betreiber Plätze rund um das Haus des Gastes zur Verfügung, an denen sie ihre Teststationen aufbauen können. "Es kommen auf die Stadt keine weiteren Kosten zu", stellt Pfaff klar. "Der Dienstleister übernimmt alles eigenständig. Wir stellen lediglich den Platz, den Strom und Lagerräume." Der neue Betreiber startet am Donnerstag, 3. Juni. Die neuen Öffnungszeiten sind dann täglich von 9 bis 21 Uhr. Anmeldung ist online unter "www.hi-testzentrum.de" möglich. Auch PCR-Tests werden ab Donnerstag angeboten.

Ehrenamtliche können sich auf Herbst freuen

Damit sind die Ehrenamtlichen nun wieder frei für ihre eigentlichen Aufgaben, doch die Leistung ist nicht vergessen. "Eine kleine Ehrenamtspauschale haben sie bekommen, aber das ist fast nichts in Anbetracht des Aufwands", sagt Pfaff. Im Herbst sollen es ein Ehrenamtsessen geben, bei dem die Gastronomen die Helfer mit ihren Spezialitäten versorgen, stellt der Bürgermeister in Aussicht.

"Als auf den Tourismus angewiesene Stadt sind wir froh, dass wir diesen Weg nun gehen können", sagt der Bürgermeister im Hinblick auf die kommenden Öffnungsschritte und den externen Testanbieter. "Es ist wichtig, ein frühes Signal zu senden, dass Tests immer möglich sind, wenn sie gebraucht werden." Das sei die einzige Möglichkeit, Bürgern wie Gastronomen die größtmögliche Sicherheit zu bieten.

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