Die Macher des neu gegründeten Sport-Clubs Concordia Zollern (von links) Alexander Schreiner, Waldemar Erdlei, Vorsitzender Marc Schuster und der stellvertretende Vorsitzende Egon Welther präsentieren das künftige Trikot. Foto: Schuster

Jugendfußball: Neuer Verein in Zollern richtet Fokus auf Hilfe bei Nachwuchsarbeit. Beginn im Raum Hechingen. 

Neue Wege in Sachen Nachwuchsfußball will der Sport-Club Concordia Zollern gehen. Der Mitte Oktober neu gegründete Verein sieht sich als reiner Ausbildungsverein.

Die Idee zu so einem Projekt sei ihm Ende März gekommen, als er bei der TSG Balingen bereits seinen Abschied angekündigt hatte, sagt der Concordia-Vorsitzende Marc Schuster, der zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Egon Welther sowie Alexander Schreiner und Waldemar Erdlei das Führungsgremium des neuen Vereins bildet. "Nach 13 Jahren im Jugendfußball wollte ich zunächst einmal nichts machen. Doch dann kam die Corona-bedingte Pause, in der ich Zeit hatte, mir Gedanken zu machen, und so ist das Konzept entstanden für Concordia", erzählt Schuster.

Dieses beinhaltet die Einführung und Etablierung eines reinen Ausbildungsvereins, der sich ganzheitlich auf den Juniorenfußball und die Nachwuchsarbeit fokussiert.

"Wir wollen keine Konkurrenz sein zu den schon bestehenden Vereinen. Deshalb wird es bei uns auch ganz bewusst keine Aktivenmannschaft geben. Unser Ziel ist es, Kooperationen mit den Vereinen im Zollernalbkreis – zunächst haben wir uns bewusst an die Klubs im Altkreis Hechingen gewandt – zu bilden, um gerade bei Vereinen, die akut Schwierigkeiten haben, selbst Nachwuchsmannschaften zu stellen, zu helfen und durch Bündelung der Kräfte die Probleme abzumildern", erläutert Schuster die Ansätze. Dass ein Hilfsbedarf bestehe, habe seine Analyse der Saison 2019/20 gezeigt, sagt der Concordia-Vorsitzende und belegt dies mit Zahlen: Im Fußballbezirk Zollern gab es in der vergangenen Saison nur noch 14 A-Juniorenmannschaften, und das bei insgesamt 93 Fußballvereinen. Das zeigt ein Missverhältnis zwischen dem Nachwuchs- und dem Aktivenfußball, das viele Vereine dazu zwingt, Spielgemeinschaften zu bilden, da sie zu wenige Jugendliche in den Aktivenbereich übernehmen können. Hinzu kommt, dass die Vereine auch Probleme haben, Trainer für den Jugendbereich zu finden, und vor allem lizenzierte Übungsleiter."

In diese Bresche wolle Concordia springen. "Wir wollen mit unserer Arbeit im Bereich der C- bis zu den A-Junioren beginnen. Denn genau in diesen Altersklassen drückt meistens der Schuh. In Rücksprache mit den beteiligten Vereinen würden wir die Spieler, die diese zu Verfügung haben, aufnehmen als unabhängiger und neutraler Verein und für die Ausbildung und den Spielbetrieb sorgen. Wenn die Spieler dann das Aktivenalter erreicht haben, kehren sie zu ihren Heimatvereinen zurück, bei denen sie weiter Mitglied sind, auch wenn sie bei uns spielen", sagt Schuster. "Dadurch gibt es auch keine Zwistigkeiten wie oft bei anderen Spielgemeinschaften, wo dann der sportlich attraktivste Verein die besten Nachwuchsspieler für sich beansprucht."

Neben einer fundierten Fußballausbildung durch die lizenzierten Concordia-Trainer – davon hat der Sport-Club jetzt schon fünf, und weitere sollen folgen – soll es aber auch Programme darüber hinaus geben. "Wir denken da nicht nur an Individualtraining oder Fußballschulen, sondern wollen den Spielern auch in anderen Bereichen helfen, in denen sie Probleme haben. Da wären beispielsweise Lernhilfen ein Thema, mit dem wir uns auch beschäftigen."

Die ersten Gespräche mit Vereinen aus dem Bereich Hechingen seien sehr positiv verlaufen; die Klubs hätten ihr Interesse an einem solchen Projekt bekundet. "Durch den erneuten Corona-Lockdown ist es aber derzeit schwierig, persönliche Gespräche zu führen, und das ist wichtig bei solchen Kooperationen", weiß der Concordia-Vorsitzende.

Wenn entsprechend viele Kooperationen mit anderen Vereine zustande kommen, wollen Schuster und seine Mitstreiter bereits zur nächsten Saison die ersten Teams ins Rennen schicken. "Um auf die Bedürfnisse der Vereine eingehen zu können, wollen wir grundsätzlich nicht nur eine Leistungsschiene, sondern auch eine Breitensportschiene bedienen."

Der Sport-Club verfügt über keine eigenen Trainingsgelände oder Spielfelder. "Unser Konzept sieht vor, dass wir da trainieren und spielen, wo es die Vereine gibt; das heißt, wir nutzen die vorhandene Infrastruktur der teilnehmenden Klubs", so Schuster. Ähnlich verhält es sich auch bei der Finanzierung des Sport-Clubs. "Zum einen wollen wir als eigenständiger Verein Sponsoringeinnahmen erwirtschaften. Zum anderen wird es ein Umlage von den teilnehmenden Vereinen geben, die an uns geht."   Weitere Informationen zum neuen Verein gibt es im Internet auf der Facebook-Seite unter Sport-Club Concordia Zollern oder auf der Webseite unter www.sport-club-concordia.de

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