Eric Haug übernimmt mit dem neuen Jahr die Geschäftsführung des Salons „Haare in Bestform“ in der Tailfinger Wasenstraße von seiner Mutter Bettina Haug. Künftig wird er seinen Namen tragen – Bettina Haug bleibt trotzdem Teil des Teams. Foto: Karina Eyrich

„Neues Jahr – Neues Glück – Neue Generation!“: Mit diesem Motto kündigt der Tailfinger Friseursalon „Haare in Bestform“ einen Rollentausch an: Bettina Haug übergibt ihn nach 30 Jahren an ihren Sohn Eric Haug, der weltweite Erfahrung mitbringt.

„Dienstags ist mein Oma-Tag, schon seit 2023“, sagt Bettina Haug. An den anderen Öffnungstagen von „Haare in Bestform“ wird die Friseurmeisterin aber noch für ihre Kunden da sein – künftig aber einen Chef haben: Seit Jahresbeginn leitet Eric Haug den Salon in der Wasenstraße, sie wird „von der Unternehmerin zur Mitarbeiterin“ und freut sich, „dass er die alten Werte weiterlebt“, nur mit neuem Kassen- und Buchungssystem, neuem Logo und neuem Namen: „Eric Haug – Haare in Bestform“.

 

Die Kundinnen und Kunden kennen den 35-Jährigen, der seit sieben Jahren wieder in seiner Heimatstadt lebt und arbeitet, schon gut. Seit er im Maxi-Cosi im Salon seines Vaters Freddy Haug dabei war, hat Eric Haug das Friseurhandwerk vor Ort erlebt. Schon die Großeltern hatten in Bisingen einen Salon.

Eric Haug freut sich, dass die Mitarbeiterinnen Manuela Schweizer-Faiß und Helga Haag dem Salon, den bisher Bettina Haug (von links) führte, auch unter seiner Führung treu bleiben. Foto: © Haug

Bettina Haug, die in ihrer Heimatstadt gelernt und ihren damaligen Mann kennengelernt hat, hat ihren Beruf drei Jahre in Ulm ausgeübt. In der Hechinger Straße in Tailfingen folgte für die beiden die Selbstständigkeit, und schließlich eröffnete Bettina Haug 1995 in der Wasenstraße ihren eigenen Salon.

„Eine Traumfrau aus Australien? – Bitte nicht!“

Eric Haug begann mit 16 Jahren seine Ausbildung in Stuttgart beim renommierten weltweiten Franchise-Unternehmen „Toni & Guy“. Nach drei Jahren Ausbildung und drei Jahren als Geselle folgte er mit 21 Jahren seinem Bruder Philipp nach London.

Zum Start als Chef gab’s eine Torte für Eric Haug. Foto: Haug

Nach zweieinhalb Jahren zog es ihn ins australische Sydney. „Durch meine schwäbische Mentalität hatte ich ein gutes Standing in der Firma“, berichtet er – „und meine Mutter hat jeden Tag gebetet, dass ich in Australien nicht meine Traumfrau kennenlerne und bleibe.“

Strähnchen mit Pep sind die Spezialität von Eric Haug. Mit dieser Frisur unter anderen hat er sich 2018 beim German Hairdresser award beworben. Foto: © Haug

Diese traf Eric Haug dann allerdings in Stuttgart, wo er nach anderthalb Jahren als Leiter eines Salons in Hamburg noch ein dreijähriges Intermezzo hinlegte – und bei „Toni & Guy“ das obere Ende der Karriereleiter erreicht hatte.

Mit seiner Frau, die von der Ostalb stammt, entschied sich Eric Haug vor sieben Jahren, nach Hause zurück zu kehren – schon wegen der Kinder: Das dritte ist jetzt sechs Monate alt, und die Oma, die gegenüber wohnt, damit eine wunderbare Hilfe für seine Familie.

Beim German Hairdresser Award zählen kreative und doch alltagstaugliche Frisuren, wie Eric Haug sie zaubert. Foto: © Haug

Oma? Ihre 62 Jahre sieht Bettina Haug wahrlich keiner an: Als Spezialistin für Kosmetik und das Färben von Haaren hat sie in Zeiten des Corona-Lockdowns an vielen Kunden erlebt, „dass Selbstversuche, egal ob beim Haare Schneiden oder Färben, sichtbar sind“, erinnert sie sich lachend und ist froh, dass auch ihr Sohn Fachmann für Farbe und ausgefeilte Strähnchentechnik ist.

„Über Social Media sind wir weltweit live dabei!“

„Früher musste man auf der Fashion Week mitarbeiten, um die neuesten Trends mitzubekommen – heute sind wir über Social Media weltweit live dabei“, sagt Eric Haug, der für „Toni & Guy“ auch in den vergangenen Jahren noch weltweit Schulungen und Seminare gegeben hat. Auch „La Biosthétique“, die französische Marke für Haar- und Hautpflegeprodukte, mit der seine Mutter von Beginn an zusammengearbeitet und bei der sie ihr Kosmetik- und Visagistendiplom sowie ihren „Master of Management“ absolviert hat, bietet solche Seminare an, etwa im Bereich Kopfhaut- und Haarausfall-Probleme.

Unternehmerisch zu denken, habe sie dort gelernt, sagt Bettina Haug, die das Kaufmännische und die Verantwortung für die Angestellten nun weitergeben hat und sich darauf freut, sich nur noch um ihre Kundinnen und Kunden zu kümmern. „Viele sind auch meine Freunde“, sagt sie mit Blick auf die seit langem gewachsenen Beziehungen, die auch von Verschwiegenheit leben, wenn Kunden im Friseursalon ihr Herz ausschütten.

Die nächste Generation der Friseurdynastie steht übrigens auch schon in den Startlöchern: „Meine älteste Tochter will samstags schon mit in den Salon“, berichtet Eric Haug schmunzelnd. So kann auch sie – wie einst ihr Vater – live erleben, wie man Menschen schöner – und damit glücklicher – macht.