Die Hoffnung stirbt zuletzt, sehen Küchenleiter Wolfgang Schäfer (vierter von rechts) und sein ehrenamtlich engagiertes Team zuversichtlich der Suche nach einem neuen Catering-Betreiber entgegen. Foto: Rainer Bombardi

Jeden letzten Samstag im Monat gibt es hier eine warme Mahlzeit und nette Gespräche: Wie auch bei der „normalen“ Vesperkirche, die einmal im Jahr stattfindet, verwandelt sich die Friedenskirche in einen kleinen gastronomischen Betrieb. Doch damit könnte bald Schluss sein.

Die „Vesperkirche Plus“ blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.

 

Das Fanziskusheim kündigte aufgrund innerbetrieblicher Veränderungen seine Cateringdienste auf Ende des Jahres.

„Die Kooperation hat sich von Beginn an bewährt und war vertrauensvoll,“ blickt Wolfgang Schäfer, Küchenleiter der Vesperkirche, auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit im gastronomischen Bereich zurück.

2016 rief die evangelisch-methodistische Kirche unter der Leitung ihres ehemaligen Pfarrers Hans-Ulrich Hofmann die „Plus“-Version in Ergänzung zur jährlichen Vesperkirche ins Leben. Seither öffnet die „Vesperkirche Plus“ in der Regel jeden letzten Samstag im Monat ihre Türen und verwandelt den Kirchenraum in einen gastronomischen Treffpunkt.

Ein Menü für einen Euro

Ihre Zielsetzung besteht, wie bei ihrer „bekannten“ großen Schwester der Vesperkirche, darin, Menschen unabhängig von ihrem Status und ihren finanziellen Voraussetzungen für ein paar Stunden zusammenzubringen und ein warmes, bezahlbares Mahl aufzutischen. Solche, die darauf angewiesen sind, erhalten ein Menü für einen Euro, bei allen anderen beträgt der Preis im Minimum fünf Euro, wobei einige der sogenannten „Solidar-Esser“ gerne freiwillig mehr bezahlen.

Mit all dem soll nun Schluss sein? „Ich denke es könnte höchstens einmal einen Engpass geben“, ist Schäfer zuversichtlich für das neue Jahr eine Lösung zu finden. Für das restliche Jahr ist die Küche noch gesichert – und auch die normale Vesperkirche könne durchgeführt werden, wie er verrät.

Jetzt muss eine Lösung her

Während der Vesperkirche vom 14. Januar bis 4. Februar findet keine „Vesperkirche-Plus“ statt. Dennoch bleibe die Zeit knapp, um bis Ende Februar eine Lösung zu finden, bemerkt Schäfer.

Dabei hätte sich in den vergangenen Monaten alles wieder prächtig entwickelt: Mit 110 bis 115 Gästen pro Veranstaltung erreichte die „Vesperkirche Plus“ beinahe wieder das Niveau wie vor den Zeiten der Pandemie. Dasselbe galt für die rund 30 Helfer, die in der Organisation, im Service und in der Küche zum Gelingen jeder Veranstaltung beitragen.

„Manchmal wird es knapp und das Helferteam kann noch ein paar Personen benötigen“, freut sich Schäfer, dass es mit einem zusätzlichen Aufruf in der Regel immer gelinge, einen zuverlässigen Verlauf der „Vesperkirche Plus“ zu garantieren. In der Summe werden an jedem „Vesperkirche Plus“-Termin rund 200 ehrenamtliche Stunden geleistet.

Zu bewältigen sei eine derartige Veranstaltung auch dank der Unterstützung und Zusammenarbeit mit Sponsoren. Schäfer hofft nun, dass sich bald eine neuer Catering-Betreiber findet, der die Vesperkirche Plus beliefert. „Vorschläge und Bewerbungen sind jederzeit willkommen,“ ergänzt Schäfer.