Freudenstadt will einen neuen Blitzer anschaffen. (Symbolbild) Foto: Weißbrod/dpa

Zum Beschluss des Freudenstädter Gemeinderats, einen neuen Blitzer zu kaufen, hat unser Leser Fabian Kramer aus Freudenstadt folgende Meinung.

Schon die Überschrift ist irreführend. Der teure neue Blitzer wird nicht trotz Finanznot angeschafft, sondern weil der Kommune an allen Ecken und Enden das Geld fehlt. Es ist natürlich eine Mogelpackung, wenn die Verantwortlichen ihre Entscheidung mit der Verkehrssicherheit begründen.

 

Meiner Erfahrung nach ist die Verkehrssicherheit in Freudenstadt sehr gut. Überall herrscht Tempo 30 und geblitzt wird auch schon mehr als genug. Eine empirische, faktische Begründung für noch einen Blitzer gibt es bei ehrlicher Betrachtung nicht. Es hat einzig und allein monetäre Gründe.

Weil die Kommune so klamm ist, wie ein abgebrannter Matrose, greift sie nach jedem Strohhalm. Es wäre für die Verkehrssicherheit völlig ausreichend gewesen, wenn man mehrere Geschwindigkeitsanzeigen an kritischen Stellen aufgestellt hätte.

Wie vor den Kopf geschlagen

Viele kulturelle Projekte und zivilgesellschaftliche Einrichtungen müssen sich durch so eine Entscheidung fühlen, wie vor den Kopf geschlagen. Kultur und Vereinsleben lässt man sehenden Auges finanziell ausbluten. Mit dem Geld für den Blitzer hätte man sinnvollerweise in die Lebensqualität der Bürger investieren können. Stattdessen gibt man Geld aus, um die Menschen zu schröpfen.

Fabian Kramer, Freudenstadt

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