Das erste Gebäude des Biobauernhofs in Bieselsberg ist fertig. Jetzt folgt der Innenausbau. Foto: Wolfgang Krokauer

Monica und Meinrad Hemme bauen derzeit einen Bio-Bauernhof auf der grünen Wiese in Bieselsberg. Es entsteht aber mehr als ein Bauernhof. Wir fragten nach dem Stand des Projekts.

Um ihren neuen Bauernhof in Bieselsberg zu verwirklichen, hatten Monica und Meinrad Hemme einige bürokratische Hindernisse zu überwinden. Im Sommer 2024 war dann nach einigem Hin und Her der erste Spatenstich. Der in Bieselsberg ansässige Betrieb soll damit Erweiterungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bekommen.

 

Der Neubau komme gut voran, berichtete Monica Hemme vor Ort im Gespräch mit unserer Redaktion. Einen Namen hat das entstehende Anwesen auch schon. Es wird der Wengelsbach Bauernhof. Was hier entsteht, ist aber mehr als ein Bauernhof.

Stall, Heu- und Maschinenlager

Wenn alles verwirklicht ist, besteht das Anwesen aus zwei Gebäuden. Das erste von beiden sei inzwischen fertig, war von Monica Hemme jetzt zu erfahren. Im Erdgeschoss ist der Stall untergebracht. Im Sommer sollen dort die ersten Tiere untergebracht werden, so Hemm über den weiteren Zeitplan. Dort ist der Futtertisch für die Kühe untergebracht.

Über das Fressgitter können sich die Tiere das Heu oder das Gras schnappen, das auf dem Futtertisch liegt. Vom Futtertisch aus haben Besucher auch die Gelegenheit,die Tiere zu beobachten. Im Erdgeschoss sind auch die Liegeboxen, der Laufhof und der Melkraum für die Kühe untergebracht.

Das Fressgitter mit dem Futtertisch Foto: Wolfgang Krokauer

Die Tiere sind über den Sommer hinweg teilweise auf der Weide, aber zum Teil auch im Stall. Sie sollen sich an die neue Umgebung gewöhnen.

Die Schlepper und weitere Maschinen sind im hinteren Bereich des Gebäudes untergebracht. Unterhalb des Erdgeschosses gibt es im hinteren Bereich eine Güllegrube. Im Obergeschoss dieses Gebäudes wird das Heu gelagert. Es kann über eine Luke im Boden des Heulagers auf den Futtertisch der Tiere im Erdgeschoss geworfen werden.

Keine Silage

Weil es ein Biohof ist, wird keine Silage an die Tiere verfüttert. Im Heulager sind Maschinen untergebracht, mit denen das Heu auf der Wiese bearbeitet wird, wie Wender, Schwader und Presse.

Das Heulager mit den Maschinen zur Bearbeitung des Heus auf der Wiese. Foto: Wolfgang Krokauer

Café und Biergarten Zügig voran geht es auch mit dem zweiten Gebäude. Dort wird im Erdgeschoss ein Café eingerichtet. Daneben gibt es einen Biergarten. „Die Besucher werden einen schönen Ausblick auf Kapfenhardt und Bieselsberg haben‘, schwärmt Monica Hemme. Geplant sind 20 Innen- und 30 Außenplätze.

Das Logo des Wengelsbach Bauernhofes Foto: Wolfgang Krokauer

Hofladen Im Hofladen im Erdgeschoss des zweiten Gebäudes werden Milchprodukte und Fleisch aus eigener Produktion angeboten. Das Getreide für das Mehl bauen Monica und Meinrad Hemme selbst an. Die Getreidesorten sind Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste. Auch das Gemüse ist aus eigener Produktion.

So sind Kartoffeln, Rote Beete, Möhren, Zwiebeln und Kürbisse zu haben. Darüber hinaus bieten die Hemmes in ihrem Laden Produkte des täglichen Bedarfs an, sodass ein kompletter Einkauf ist.

Ferienwohnungen Im ersten und zweiten Obergeschoss des zweiten Gebäudes bauen die Hemmes jeweils übereinander liegend insgesamt vier Ferienwohnungen. In jeder dieser Wohnungen ist Platz für bis zu sechs Personen.

„Das Erdgeschoss ist fertig. Gerade sind die Arbeiten am ersten Obergeschoss“, sagte Monica Hemme zum Stand der Bauarbeiten beim zweiten Gebäude.

Tiere Im Stall ist Platz für zwölf Kühe und die Nachzuchten. Es sind Hinterwälder – eine sehr alte Rasse, berichtet Monica Hemme. Sie und ihr Mann bewirtschaften dafür eine Fläche von rund 25 Hektar.

Vielleicht ein Streichelzoo

Später könnte noch ein Streichelzoo mit Hund, Katze, Ziege und einigen Hühnern hinzukommen.

Baumaterial Ein Teil des Gebäudes mit Stall, Heu- und Maschinenlager ist aus Holz. Dieses Baumaterial spielt auch beim zweiten Gebäude, passend zum Schwarzwald, eine große Rolle. So wird das erste Obergeschoss aus Beton gebaut, ist aber holzverschalt. Das zweite Obergeschoss besteht ganz aus Holz, macht Monica Hemme deutlich.

Zeitplan Monica Hemme hofft, dass die Arbeiten im nächsten Jahr abgeschlossen werden können. Dabei sei es immer besser, auf den Sommer hin etwas zu eröffnen.

Kosten Das Projekt kostet rund 1,1 Millionen Euro. Die Hemmes erhalten einen Zuschuss in Höhe von 300 000 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), rechnet Monica Hemme vor.