Dieses Insektenhotel in der Streuobstwiese wird beim Bau des Biodiversitätspfads durch verbesserte Brutmöglichkeiten für Hautflügler wie Bienen, Hummeln und Wespen aufgewertet. Foto: Ulrich Schlenker

Der Gemeinderat machte den Weg frei für einen naturkundlichen Lehrpfad mit einer Länge von etwa vier Kilometern. Auf meist bestehenden Wegen können Naturfreunde die heimische Flora und Fauna erkunden.

Unterkirnach - Dank einer Landesförderung muss Unterkirnach nur rund zehn Prozent der Kosten in Höhe von 60 400 Euro selbst tragen. Werkhofleiter Manfred Riehle erläuterte die Wegstrecke und die Stationen des Wanderpfads, der bis zum Herbst fertiggestellt sein soll.

Ausgangspunkt am Mühlenplatz

Ausgangspunkt ist der Mühlenplatz. Über den Wildpflanzenpark und die Streuobstwiese führt der Weg bergauf zum Kaltwasserbehälter. Wald- und Wiesenwege leiten die an der Natur interessierten Wanderer über die Schmetterlingsweide und die Grube Ferdinand zurück ins Dorf. Gärtnermeister Riehle hat sich für die Gestaltung des Biodiversitätspfads viel einfallen lassen, damit die Naturerkundung zu einem kurzweiligen und lehrreichen Erlebnis wird. Unterwasserlupen ermöglichen die Suche nach Süßwasserkrebsen in der Kirnach. Eine Totholzhecke bietet die Chance, einen Zaunkönig zu erblicken. Mit einem Fernrohr lässt sich verfolgen, wie ein artenreicher Mischwald entsteht.

Wissenswertes zur Natur

Durch Informationstafeln erfährt der Besucher Wissenswertes zur Natur. "Der Landeszuschuss von 55 000 Euro ist ein Wort", zeigte sich Bürgermeister Andreas Braun erfreut. Sabine Wagner informierte, dass im Regierungsbezirk Freiburg nur sechs von neun Anträgen stattgegeben worden sei. Von Vorteil sei gewesen, dass es genug gemeindeeigene Flächen für die Realisierung des Wegs gebe, verriet sie.

"Wir stärken durch den Lehrpfad unser Dorfmarketing", sagte Horst Belz. Es sei ein gutes Projekt, stimmte Michael Klafki zu. "Nicht nur das Marbental ist Unterkirnach. Wir sollten künftig über Angebote in anderen Richtungen nachdenken", warf Susanne Ciampa mit Blick auf den ähnlich verlaufenden Wasserweg ein. Bei einer Enthaltung von Gemeinderätin Ciampa beschloss das Gremium ohne Gegenstimme den Bau des Biodiversitätspfads mit Ausgaben von 60 400 Euro.

Bürgermeister Andreas Braun kann sich vorstellen, bei der Namensfindung und der Errichtung einzelner Stationen auch die Bürger einzubeziehen.

Info: Die Stationen auf dem Biodiversitätspfad

 Lebensraum Fließgewässer an der Kirnach mit interaktiven Geräten wie Unterwasserlupen.

 Kulturlandschaft Streuobstwiese, zusätzlich mit Blühstreifen ausgestattet.

 Landschaftspflege Schafweide.

 Natürliche Waldränder mit einem neuen Pfad durch den Waldsaum des Hardtwalds.

 Waldentwicklung nach Sturmschaden von einer mit Fernrohr ausgestatten Aussichtsplattform.

 Vielfalt am Waldrand mit einer Totholzhecke für Vögel und kleine Säuger sowie Steinhaufen als Trockenbiotope.

 Wald als Wasserspeicher.

 Holzentnahme darf sein, Neuanlage Waldpfad.

 Sturm- und Totholz.

 Schmetterlings- und Bienenweide, Sichtfenster auf die Lebensweise von Bienen im Bienenstock.