Ein neuer Bewerber um den Posten des Landrats im Kreis Rottweil gibt am Donnerstagabend seine Kandidatur bekannt: Christoph Keckeisen.
Damit sind jetzt zwei Bewerber offiziell im Rennen um die Nachfolge von Landrat Wolf-Rüdiger Michel. Als erster hatte Frank Bonath, derzeit FDP-Landtagsabgeordneter im Schwarzwald-Baar-Kreis, seinen Hut in den Ring geworfen.
Auch Christoph Keckeisen will nun die die Zukunft des Landkreises aktiv gestalten, wie er am Donnerstagabend mitteilt.
Der derzeitige Erste Landesbeamte des Bodenseekreises setzt laut eigener Mitteilung auf nachhaltiges Wachstum, starke Kommunen und eine moderne Verwaltung. Die überparteiliche Zusammenarbeit mit dem Kreistag sieht er als Schlüssel zum Erfolg.
Der 49-jährige ist Jurist. Mit seiner langjährigen und vielseitigen Erfahrung in der Wirtschaft und in der Verwaltung auf Bundes-, Landes- und Kreisebene möchte er den Landkreis Rottweil erfolgreich in die Zukunft führen, wie er sagt.
„Der Landkreis Rottweil ist eine starke und lebenswerte Region mit enormem Potenzial. Ich möchte meine ganze Kraft und Erfahrung einsetzen, um diesen Landkreis gemeinsam mit dem Kreistag, den Städten und Gemeinden sowie den Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich weiterzuentwickeln“, erklärt Keckeisen. „Mein Anspruch ist es, als Landrat ein verlässlicher Partner für alle zu sein und mit pragmatischen, zukunftsorientierten Entscheidungen das Leben der Menschen jeden Tag ein Stück besser zu machen.“
Zusammenarbeit und moderne Führung
Keckeisen betont die Wichtigkeit einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Kreistag. „Eine Landrätin oder ein Landrat ist nur dann erfolgreich, wenn sie beziehungsweise er über Parteigrenzen hinweg Mehrheiten für die besten Lösungen bei den Sachthemen organisiert. Ich sehe mich als Impulsgeber und Moderator.“
Führungserfahrung, Bürgernähe und eine klare „Ermöglichungshaltung“ seien die Grundpfeiler seiner Arbeit. „Die Kreisverwaltung muss ein moderner und bürgerfreundlicher Dienstleister sein, der für die Bevölkerung, die Kommunen und die Unternehmen da ist. Dazu gehören Entscheidungsfreude, Pragmatismus und die Offenheit für neue Lösungsansätze“, sagt Keckeisen.
Fokus auf wirtschaftlicher Stärke
Als zentrale Aufgabe sieht Keckeisen die Sicherung und den Ausbau der wirtschaftlichen Stärke des Landkreises. „Nachhaltiges und gesundes Wachstum ist das Fundament für unseren Wohlstand und die Handlungsfähigkeit unserer Kommunen. Wir müssen ökonomische und ökologische Ziele in Einklang bringen, um unsere Heimat für unsere Kinder und Enkel lebenswert zu erhalten.“
Konkret nennt er folgende ausgewählte Schwerpunkte: Wirtschaft und Arbeit: Stärkung des innovativen Wirtschaftsstandorts, proaktive Unterstützung aller Wirtschaftsbereiche sowie strategische Fachkräftegewinnung; Solide Kreisfinanzen: Sicherung der finanziellen Spielräume für die 21 Städte und Gemeinden durch eine verantwortungsvolle und vorausschauende Haushaltspolitik; Infrastruktur und Bildung: Gezielte Investitionen in moderne Verkehrsnetze und in den ÖPNV, flächendeckend schnelles Internet und exzellente Bildungseinrichtungen.
Im Mittelpunkt – der Mensch
„Bei aller strategischen Planung dürfen wir nie vergessen, für wen wir Politik machen: für die Menschen im Landkreis“, so Keckeisen. Die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sei ihm ein besonderes Anliegen.
Dazu gehören für ihn laut Mitteilung Gesundheits- und Daseinsvorsorge: Weiterentwicklung einer hochwertigen und erreichbaren medizinischen Versorgung und Pflege, die auf die demografischen Herausforderungen reagiert. Zudem der Ausbau digitaler Angebote der Verwaltung, um Dienstleistungen für Bürger und Unternehmen schnell, unkompliziert und transparent zu machen.
Die Anerkennung und Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements sieht er zudem als unverzichtbaren Kitt der Gesellschaft.
Zur Person
Christoph Keckeisen (49), geboren am 20. August 1976 in Ravensburg, ist Jurist, verheiratet und Vater von drei Kindern.
Nach seinem zweiten juristischen Staatsexamen (2004) war er laut Mitteilung zunächst fünf Jahre als Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht tätig. 2009 wechselte er in den Dienst des Landes Baden-Württemberg. Seine Stationen umfassten unter anderem die Leitung des Umwelt- und Baurechtsbereichs im Hohenlohekreis, eine Tätigkeit als Referent im Innenministerium des Landes Baden-Württemberg (Abteilung 1 – strategische Personalarbeit), im Bundesministerium des Innern in Berlin und ab 2017 als parlamentarischer Berater der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg.
Seit 2019 ist Christoph Keckeisen Erster Landesbeamter und Stellvertretender Landrat im Bodenseekreis. Zu seinem Verantwortungsbereich als Dezernent gehört das Personalamt, das Amt für Digitalisierung und Organisation, das Veterinäramt, das Rechts- und Ordnungsamt, das Amt für Bürgerservice, Schifffahrt und Verkehr und die Kreisvolkshochschule.
Der Bewerbungsschluss für den Posten des Landrats im Kreis Rottweil ist am Montag, 24. November. Der Rottweiler Kreistag wird am 23. März einen neuen Landrat wählen. Es wird spannend.