In Althengstett wird ein neuer Wassermeister gesucht. Künftig soll die Energie Althengstett übernehmen – trotz höherer Kosten.
Derzeit übernimmt die Firma Maier Rohrleitungsbau aus Simmozheim die Stelle des Wassermeisters sowie die Betriebsführung der Wasserversorgung in Althengstett. Helmut Maier stellt den Betrieb jedoch altershalber ein. Deshalb muss die Gemeinde einen neuen Wassermeister finden, heißt es in der Tischvorlage zur jüngsten Sitzung.
Als die Energie Althengstett GmbH (EA) gegründet wurde, war die Rede auch davon, dass über die Energielieferung hinaus andere Leistungen an die Gesellschaft vergeben werden können wie beispielsweise die Betriebsführung der Wasserversorgung und die Stellung des Wassermeisters.
Das steht im Vertrag
Nun hat das Bauamt mit der EA einen Dienstleistungsvertrag verhandelt, der primär eine Betriebsführungspauschale von 3495 Euro netto pro Monat vorsieht. Darin enthalten sind die technische Betriebsführung und die Aufgaben als Wassermeister, die Netzüberwachung und Störungssuche, das Vorhalten einer Notversorgung, die Rufbereitschaft sowie Berichte und Dokumentationen.
Nach tatsächlichem Aufwand werden weitere Leistungen gesondert abgerechnet. Lecksuche und Rohrspülungen, ereignisorientierte Inspektionen, der Betrieb von Notversorgungen und Störungsbeseitigungen werden in der Vorlage genannt ebenso wie die Arbeiten für Hausanschlüsse und Bauwasserzähler.
Gesetzliche Pflicht
All diese Leistungen wird für die EA das Schwesterunternehmen Netze Calw durchführen, informierte Simon Rittig vom Bauamt in der Sitzung.
Die Vorgehensweise sei zu begrüßen, um das Ganze in trockene Tücher zu bekommen, so Thomas Schmidt (FW). Bürgermeister Rüdiger Klahm ergänzte, dass die Gemeinde verpflichtet ist, die Betriebsführung der Wasserversorgung sicherzustellen, „wir kommen damit der gesetzlichen Pflicht nach“.
Ob das nicht ausgeschrieben werden müsse, wollte Lothar Kante (SPD) von Rittig wissen. Auch Martin Wünsche (CDU) fragte sich, warum das an die eigene Gesellschaft, die EA, vergeben werden soll. „Weil wir um die Ausschreibung rumkommen“, so Rittig, und „freihändig vergeben können“.
Kritik bleibt verhalten
„Für uns wird es teurer“, stellte Rainer Kömpf (UWV) fest, „Maier hatte einen Jahresauftrag mit Einzelabrechnung“. Bisher hat Firma Maier bei einem Rohrbruch den Bauhof informiert, der wiederum die Baufirma ins Boot holte.
Künftig kommt die Information an den Bauhof von Netze Calw. Die örtliche Baufirma als erster Ansprechpartner zum Beispiel bei einem Leck stehe auch weiter zur Verfügung, bestätigte Rittig auf Nachfrage von Philipp Jourdan (Grüne).
Markus Schwarz (UWV) betonte: „Wir brauchen auf jeden Fall den Wassermeister, alles weitere wie Leckage et cetera kommt extra dazu.“ „Wie bisher“, warf Wünsche ein. Schwarz sagte weiter: „Unser Bauhof kennt unser Wassernetz sehr gut, ich würde das Konzept wie bisher nicht über den Haufen werfen.“
Es wird teurer
Jürgen Walz (UWV) wollte wissen, wie die Nachbarkommunen die Betriebsführung ihrer Wasserversorgungen organisiert haben. Gechingen und Calw machen es auch über die Netze Calw, Ostelsheim über Netze BW, so die Information der Verwaltung.
„Macht es Sinn, einen eigenen Wassermeister aufzubauen aus der Bauhofmannschaft?“ Das brauche eine zweijährige Ausbildung, „der Mitarbeiter fehlt uns dann in der Zeit oder wir müssen zusätzlich jemand einstellen“, erklärte Bauamtschef Rainer Bubser.
„So wie es war, wird es nicht mehr, es wird rund 10 000 Euro teurer pro Jahr,“ machte der Schultes abschließend klar, „uns scheinen andere Lösungen weder praktikabel noch sind sie günstiger.“
Es wird einen Übergangsbetrieb geben
Es werde etwa ein halbes Jahr dauern, bis Netze Calw das örtliche Wassernetz im Detail kennt, sagte Rittig. Ein Übergangsbetrieb soll sicherstellen, dass es keine Probleme durch den Wechsel gibt.
Der Gemeinderat hat den Dienstleistungsvertrag mit der EA mehrheitlich beschlossen, Martin Wünsche enthielt sich der Stimme.