In enger Abstimmung mit dem Ortschaftsrat und der Gemeinde soll das denkmalgeschützte „Schlössli“ einer neuen Nutzung zugeführt werden. Foto: Beatrice Ehrlich

Wie es mit dem „Schlössli“ in Istein weitergehen soll, war Thema im Ortschaftsrat. Der neue Besitzer will das geschichtsträchtige Gebäude sanieren und umnutzen.

Die Reben, die zu dem bisher als Weingut genutzten, denkmalgeschützten „Schlössli“ gehören, sollen verkauft werden.

 

Im Schloss selbst sollen Ferienapartments entstehen. Der Park rund ums Schloss sowie ein Bistro und ein Wellness-Bereich sollen öffentlich zugänglich sein. Auch öffentliche Veranstaltungen sollen weiter auf dem Schlossgelände stattfinden.

Der neue Besitzer des geschichtsträchtigen Gebäudes, Michael Beha aus Titisee-Neustadt, der Projektentwickler Willi Sutter, die künftigen Betreiber des Schlossguts und Axel Bürk vom Architekturbüro sutter3 aus Freiburg stellten ihre Pläne vor kurzem im Ortschaftsrat vor.

„Ein Ferienresort, das sich nach außen öffnet“, beschreibt Projektentwickler Sutter auf Nachfrage unserer Zeitung sein Vorhaben. Im Schloss selbst und in den Nebengebäuden werden Apartments eingerichtet.

Die Pläne würden derzeit entwickelt, da Michael Beha, mit dem Sutter schon seit langem bei der Instandsetzung und Neunutzung historischer Gebäude zusammenarbeitet, vor kurzem erst übernommen habe.

Landwirtschaftliche Nutzung fällt weg

Zunächst war das Schloss weiter zur landwirtschaftlichen Nutzung ausgeschrieben gewesen. Nachdem sich kein entsprechender Käufer fand, ergriffen Beha und Sutter ihre Chance.

Um ihre Apartment-Pläne im Schloss finanzieren zu können, sollen die bisherigen Rebflächen bebaut werden. Denkbar sei gemeinschaftliches, altersgerechtes Wohnen.

Die Investoren haben ein Bauvoranfrage mit dem Ziel eingereicht, dass ein entsprechender Bebauungsplan erstellt werde.

Die Rebflächen seien kein Verlust, da es ohnehin immer schwerer werde, diese wirtschaftlich zu betreiben, ist Sutter sicher. Für deren Entfernung gebe es sogar Zuschüsse.

Es gehe ihnen beiden nicht darum, das Schloss mit dem Rücken zur Gemeinde umzunutzen, betont Sutter, ganz im Gegenteil: „Wir wollen ganz eng mit der Gemeinde zusammenarbeiten.“

„Vorzeigeprojekt“ für neue Inhaber

Für ihn und sein Team wäre das ein weiteres Vorzeigeprojekt, freut er sich und verweist auf bisher realisierte erfolgreiche Umnutzungen dieser Art: die Rheinhof-Scheune in Kirchzarten, die „Goldene Krone“  mit dem Landfrauen-Café in St. Märgen und das Malteserschloss in Heitersheim.

Seit 40 Jahren arbeite er mit Michael Beha, der von Haus aus einen Malerbetrieb führt, zusammen, berichtet Sutter. Gemeinsam habe viel Erfahrung in der Sanierung und Ertüchtigung alter Gebäude gesammelt. Für das „Schlössli“ habe Inhaber Beha eine eigene GmbH gegründet und ihn gebeten, die Sanierung in die Hand zu nehmen.

Gemeinsam hätten sie sich stets auch sozial engagiert, sagt Sutter, der auch Vorstand einer Wohnungsbaugenossenschaft ist.

„Hochwertiges Kulturdenkmal“

Das „Schlössli“ ist als hochwertiges Kulturdenkmal eingestuft. Eine Abklärung mit dem Denkmalamt über die geplanten Änderungen stehe noch aus, so Sutter.

Hintergrund: Das Schlossgut Istein, auch „Freistedts Schlössli“ und früherer Dinghof wurde einer 2002 erschienenen Broschüre über Gebäude in Istein (Autoren: Hans-Jakob Wörner, Franz Kiefer und Patrick Graf) zufolge im Jahr 1139 als „Curtis (Hof) de Hiesten“ erstmals erwähnt. 1566 wurde ein Neubau mit einer festen Mauer zum Rhein hin erstellt. 1811 erwarb es der Freiherr von Freistedt, 1860 wurde das Wohnhaus zum Schlösschen umgebaut, die Scheune im Garten entfernt, 1918 fiel es an die Stadt Karlsruhe, 1954 erwarb es der Landkreis Lörrach, in den vergangenen Jahren war das „Schlössli“ – mittlerweile als Weingut genutzt – in Privatbesitz.