Michael Schneider ist ab dem 1. Oktober neuer Dekan des Kirchenbezirks Balingen. Foto: Reich

Michael Schneider wird neuer Dekan des Kirchenbezirks Balingen. Am 1. Oktober tritt er seinen Dienst an.

Michael Schneider ist überzeugt. Er ist überzeugter Christ, und überzeugt davon, in Balingen seinen Platz gefunden zu haben. Denn Schneider wird neuer Dekan des evangelischen Kirchenbezirks, der sich auf 60 Kilometern bis nach Sigmaringen erstreckt. Am 1. Oktober tritt er offiziell seinen Dienst an, doch jetzt schon reist er umher, um seine Pfarrgemeinden kennenzulernen.

 

Theologie in Tansania

„Pfarrer ist man aus Überzeugung und mit Leib und Seele“, lautet sein Credo. Den Glauben hat er schon immer gelebt. Bereits sein Vater hat Religionslehrer ausgebildet, Michael Schneider hat dann in Tübingen, Neuendettelsau, Berlin und Tansania Theologie studiert. Entsprechend polyglott ist er aufgestellt, beherrscht aus seinem Studium Lateinisch, Alt-Griechisch und Hebräisch und aus seiner Zeit in Ostafrika Swahili.

Im Rems-Murr-Kreis war er zuletzt Pfarrer, jetzt wird der 43-Jährige Dekan im Kirchenbezirk Balingen. „Ich bin mit Abstand der jüngste Dekan“, erzählt er. Brückenbauer möchte er sein, sagt Schneider. Und: „Pfarrer ist ein toller Job, weil du ganz viele Gestaltungsmöglichkeiten hast.“ Dass der Beruf unattraktiv ist, ist ihm dennoch bewusst.

Die Kollegen motivieren

Das Amt des Dekans hat ihn gereizt. „Ich wollte in der Landeskirche mehr Verantwortung übernehmen“, sagt er und hofft, dass seine Entscheidung „mehr Kollegen motiviert, den Hut in den Ring zu werfen“. „Als Dekan führst Du ein kleines Unternehmen“, macht er deutlich.

Michael Schneider hat vier Kinder, das Jüngste ist gerade einmal vier Wochen alt. Und er fühlt sich wohl im Zollernalbkreis. „Das ist ein schöner Ort, um hier zu leben“, sagt er und berichtet von den angenehmen Begegnungen mit den Menschen. Balingen sei ein „hochinteressantes Dekanat“, urteilt Schneider.

Ohne Seil am Fels

Ausgleich zu seinem Beruf findet der geborene Stuttgarter, der in Backnang aufgewachsen ist, im Sport. Auch da mag er es anspruchsvoll, klettert ohne Seil und Gurt an Felswänden oder stellt sich beim Kickboxen seinen Gegnern entgegen. Eine weitere Leidenschaft ist das Schlagzeugspielen, schon bei verschiedenen Bands hat er den Takt angegeben.

Auch sonst ist es der 43-Jährige gewohnt, Impulse zu setzen. In Corona-Zeiten hat er an seiner alten Wirkungsstätte Endersbach im Remstal die Traktorkirche etabliert. Dort kam der Gottesdienst per Schlepper und Anhänger samt Kreuz, Altar und Kirchenbank zu den Gläubigen gefahren. „Wir bringen die Kirche ganz niederschwellig zu den Menschen“, fasst der angehende Dekan zusammen. Und er verspricht: „Ich bin jemand, der 100 Prozent gibt.“