Sie ziehen an einem Strang: Rainer Kollmer, Vorstandsmitgliede des Caritasverbands Breisgau-Hochschwarzwald und der Neuenburger Bürgermeister Jens Fondy-Langela. Foto: Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald

Die Stadt Neuenburg sei der Wunschpartner, heißt es beim Caritasverband. Nun soll ein neues Nutzungskonzept erarbeitet werden.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung haben der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald und die Stadt Neuenburg am Rhein die Weichen für die Zukunft des ehemaligen Seniorenzentrums Sankt Georg gestellt, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Dieses soll künftig, so heißt es, vor allem dem Gemeinwohl dienen.

 

Die Stadt Neuenburg am Rhein, bereits Eigentümerin des über Erbpacht überlassenen Grundstücks, übernimmt nun auch das Gebäude.

Seit dem Umzug der Bewohner in das neue Edith-Stein-Haus im Oktober 2022 steht das Seniorenzentrum leer.

Der nun erfolgte Übergang unterstreiche das gemeinsame Verantwortungsbewusstsein beider Partner, heißt es.

„Mit der Stadt Neuenburg am Rhein wurde der Wunschpartner gefunden“, freut sich Bettina Leonhard, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Breisgau-Hochschwarzwald. Rainer Kollmer vom Vorstand ergänzt: „Der Caritasverband hat bei jeder Entscheidung das Wohl der Region, der Stadtgesellschaft und möglicher zukünftiger Nutzerinnen und Nutzer stets im Blick gehabt.“

Künftige Nutzung ist noch nicht ganz klar

Bürgermeister Jens Fondy-Langela betont die besondere Verantwortung, die mit dem Erwerb verbunden ist: „Trotz begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen nehmen wir uns bewusst die Zeit, die sich bietenden Optionen einer multifunktionalen Nutzung gründlich und mit der gebotenen Sorgfalt zu prüfen. Verantwortungsvolles Handeln braucht solide Grundlagen.“

Die Ausarbeitung und Verabschiedung eines entsprechenden Nutzungskonzepts soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Aktuell werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, um das Gebäude zu einem lebendigen Ort für die Stadtgesellschaft zu machen und den Menschen in Neuenburg am Rhein nachhaltig zu dienen, heißt es.

Ein selbstbestimmtes Leben soll ermöglicht werden

Dazu gehöre, so heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der Caritas und der Stadt Neuenburg am Rhein, das Konzept der „Sorgenden Gemeinschaft“, das darauf abzielt, Strukturen zu schaffen, die ein gutes und selbstbestimmtes Leben für alle Generationen ermöglichen – insbesondere dann, wenn Menschen aufgrund von Alter, Krankheit oder sozialen Herausforderungen Unterstützung benötigen.

Die Stadt bezieht bewusst die Vielfalt der Akteure ein: professionelle Dienste, Ehrenamtliche, Nachbarschaften, Vereine, Kirchen, Initiativen sowie engagierte Bürger, heißt es weiter.

Gemeinsam soll Verantwortung übernommen werden, um Lücken zwischen professioneller Versorgung und privater Unterstützung zu schließen – nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung.

In einem Teilbereich des Hauses ziehen Flüchtlinge ein

Im Gespräch sind unter anderem Seniorenwohnungen oder Wohngemeinschaften, der Ausbau der Seniorenarbeit, Unterstützungsangebote für das Vereinsleben, ergänzende Verwaltungsstrukturen sowie Räume für Kinderbetreuung.

Ein Teilbereich des Hauses ist für die Unterbringung geflüchteter Menschen vorgesehen. Die weiteren Planungen erfolgen in enger Abstimmung mit dem Gemeinderat und orientieren sich am Ziel, das Gebäude sinnvoll und nachhaltig in die Stadtentwicklung einzubinden.

Der durch den Verkauf erzielte Mittelzufluss trägt wesentlich dazu bei, den Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald zukunftssicher aufzustellen. Das im Oktober 2022 eröffnete Seniorenzentrum Edith-Stein-Haus deckt mit seinen 90 Plätzen einen deutlich größeren Pflegebedarf ab als das ehemalige Seniorenzentrum Sankt Georg mit 72 Plätzen.

Stadt und Caritasverband setzen auch hier auf partnerschaftliche Zusammenarbeit, um die Versorgung und Unterstützung der Menschen in der Region langfristig sicherzustellen.