Laubwald statt Felswüste: Noch sind die jungen Bergahornbäumchen – hier deutet Förster Patrick Linse auf eines – kaum zu sehen am felsigen Hang über dem Eyachtal. In einigen Jahrzehnten sollen sie hier einen stabilen Laubwald bilden.Fotos: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Forst: An felsigem Südhang werden Bäume gepflanzt / Bergahorn kommt mit Bedingungen vor Ort besser klar als Fichte

Im Eyachtal wird aufgeforstet: Der ForstBW pflanzt 2000 Bergahorne. Das ist Knochenarbeit für die Forstwirte, von denen jeder bis zu 100 Bäume pro Tag setzt – vor allem wegen des Geräusches der Haue, die auf Fels trifft.

Neuenbürg. 2000 junge Bergahorne werden derzeit am felsigen Südhang zwischen der Landesstraße 340 und der Eyachtalstraße gepflanzt. Damit wird auf einer Fläche von 2,5 Hektar umgesetzt, was im Schutzkonzept für das naturgeschützte Eyachtal festgeschrieben ist: Nach der Fällung von Bäumen, fast drei Viertel davon Fichten, im Zuge von Verkehrssicherung und Durchforstung Anfang März wird jetzt aufgeforstet.

Setzlinge sind zwei Jahre alt und haben eine Höhe von circa 80 Zentimetern

Der Öffentlichkeitsbeauftragte von Forst BW, Arne Glückstein, erläuterte die Vorteile des Bergahorns, der sich den veränderten klimatischen Bedingungen sowie den Bodenbedingungen am steinig-trockenen Hang besser anpasst als die Fichte, die über Jahrhunderte vor allem der Wirtschaftlichkeit wegen gepflanzt wurde und den ursprünglichen Laubwald verdrängte.

"Ziel vor allem an den Unterhängen des Eyachtals ist für die Zukunft wieder ein lichter Laubwald", beschrieb Revierförster Patrick Linse, "dazu können in den kommenden Jahren auch Eichen zählen".

Gepflanzt werden derzeit zwei Jahre alte Bergahorne mit einer Höhe von circa 80 Zentimetern. Zum Schutz gegen Verbiss durch Wild erhalten sie sogenannte Pfisterpfähle aus selbstabbaubaren Robinienstäben

Dass die Aufforstung am bis zu 40 Grad steilen Hang, zwischen verbliebenen Bäumen, Baumstümpfen und Felsen noch schwere Handwerksarbeit ist, stellten Andreas und Frank Schwarzkönig eindrucksvoll unter Beweis. Die beiden erfahrenen Forstwirte von Forst BW haben ein geschultes Auge dafür, wo im felsigen Hang mit der Wiedehopfhaue ein geeignetes Loch für den nächsten jungen Baum geschlagen werden kann. "Bis zu 100 Bäume setzt jeder von uns pro Tag", gab Frank Schwarzkönig Auskunft und beschrieb die echte Knochenarbeit damit, dass einem "am Ende des Tages die Ohren singen vom Geräusch der Haue auf Fels", was oft genug vorkommt.

Die gut gewässerten Pflanzen werden, ebenso wie die Pflanzerde, von der Straße heruntergetragen, der Wurzelballen gekürzt und der Baum bis zum Wurzelhals eingepflanzt. Unauffällig stehen die Einzeltriebe zu Anfang da, und wie Förster Linse erklärte, sind sie in den ersten Jahren noch unter besonderer Beobachtung. So kann die nächste Waldgeneration standortsicher und klimastabil heranwachsen.

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