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Neuenbürg Weber Automotive: Wurde Bilanz gefälscht?

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Neue Vorwürfe gegen Altgesellschafter: Französischer Mehrheitseigentümer der Firma Weber Automotive zeigt Gründerfamilie wegen Bilanzfälschung an. Foto: Jänsch

Markdorf/Neuenbürg - Mehrheitseigner Ardian hat gegen Altgesellschafter und Ex-Geschäftsführer des insolventen Automobilzulieferers Weber Automotive Anzeige wegen Betrugs gestellt. Diese sollen Zahlungen in Höhe von 21 Millionen Euro in der Bilanz gefälscht haben. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück.

Nachdem im Juli bekannt geworden war, dass der Automobilzulieferer Weber Automotive aus Markdorf am Bodensee aufgrund eines Eigentümer-Streits um einen dringend benötigten Kapitalnachschuss Insolvenz anmelden musste, sind nun neue Vorwürfe gegen die Altgesellschafter laut geworden. Die französische Beteiligungsgesellschaft "Ardian", die 2016 die Mehrheit der Firmenanteile von der Gründer- und Eigentümer-Familie Weber übernommen hatte, hat bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt Anzeige gegen die Altgesellschafter sowie frühere Mitglieder der Geschäftsführung eingereicht. In einer Pressemitteilung Ardians heißt es, es gehe um den Verdacht des gemeinschaftlichen Betrugs in besonders schwerem Fall, den Verdacht des Kreditbetrugs sowie den Verdacht der unrichtigen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Laut Ardian hätten die Beschuldigten "vor und während des Verkaufsprozesses vorsätzlich unrichtige Angaben zum Geschäftsjahr 2016 sowie zur Prognose für die nachfolgenden Jahre gemacht". Zudem sollen auch wichtige Finanzkennzahlen im Jahresabschluss von 2016 manipuliert worden seien – mutmaßlich, um über die tatsächliche Vermögens- und Geschäftslage zu täuschen und den Verkaufspreis in die Höhe zu treiben.

Konkret sollen Buchungen in Höhe von bis zu 21 Millionen Euro zugunsten des Automobilzulieferers bilanziert worden seien, die das Unternehmen einem Kunden als Ausgleichszahlungen in Rechnung gestellt habe. Letztlich habe der Kunde diesen Forderungen nach Angaben von Ardian widersprochen und nach Verhandlungen lediglich einen Bruchteil dieser Summe bezahlt. Anstatt die Buchungen daraufhin zu korrigieren, sei der Restbetrag aus dem Vermögen der Familie Weber über eine Schweizer Holding-Gesellschaft ins Unternehmen geflossen. Mehrheitsgesellschafter Ardian wie auch die finanzierenden Banken seien jedoch im Glauben gelassen worden, dass die Forderungen in voller Höhe vom Kunden beglichen worden seien. Damit habe sich bei den Investoren mutmaßlich ein "falsches Bild" über die aktuelle und zu erwartende Finanz- und Ertragslage ergeben. Diese Erkenntnisse habe ein von der Weber Automotive in Auftrag gegebenes Sanierungsgutachten zu Tage gefördert.

Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück

Die Familie Weber weist die erhobenen Vorwürfe in einem Schreiben entschieden zurück und bezeichnet die Strafanzeige als "nicht nachvollziehbar". "Wir werden diese Vorwürfe im Rahmen des Verfahrens unschwer widerlegen", heißt es in der Stellungnahme weiter. Zu diesem Zweck arbeite die Gründerfamilie über ihre Rechtsanwälte außerdem eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Mit Blick auf das "laufende Verfahren sowie bestehende Verschwiegenheitsverpflichtungen" bittet die Familie Weber jedoch um Verständnis, dass man "eine solche Auseinandersetzung nicht über die Medien führen und daher nicht auf Detailfragen eingehen" könne.

Der am Bodensee gegründete Automobilzulieferer beschäftigt insgesamt 1500 Mitarbeiter, darunter 140 am Produktionsstandort Neuenbürg. Zu den größten Abnehmern der von der Firma "Weber Automotive" hergestellten Motorblöcke, Zylinderköpfe und Getriebegehäuse gehören Daimler, Porsche und VW.

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