Neue Prädikantinnen des Kirchenbezirks wurden von Dekan Botzenhardt feierlich beauftragt: Angelika Bertsch (von links), Nicole Seyfried und Sylvia Donath. Foto: Helbig

Bei der Herbstsynode des Kirchenbezirks Neuenbürg am Freitag ging es schwerpunktmäßig um die Finanzen.

Neuenbürg. Vorsitzende Sylvia Donath begrüßte die Synodalen zur "Synode der Daten und Fakten" in der Neuenbürger Stadtkirche und nicht wie sonst im Gemeindehaus am Schlossberg. Der Grund: In den Bankreihen der Kirche konnten die Corona-Sicherheitsregeln besser eingehalten werden.

Auftakt war ein Gottesdiens, bei dem Dekan Joachim Botzenhardt auch die Prädikantinnen Sylvia Donath, Angelika Bertsch und Nicole Seyfried feierlich beauftragte.

Anschließend präsentierte Kirchenrechnerin Anneliese Girrbach ein ziemlich umfangreiches Zahlenwerk. Die Jahresrechnung 2020 wurde vom Gremium mit Aufwendungen und Erträgen von jeweils rund 1,3 Millionen Euro festgestellt. Vor allem aufgrund eingesparter Personalkosten ergab sich ein Überschuss von 64 121 Euro, der in das Jahr 2022 vorgetragen und zur Reduzierung der Kirchenbezirksumlage verwendet wird.

Die Umlage für 2021 wurde vom Oberkirchenrat mit 789 920 Euro genehmigt. Für 2022 soll eine Umlage von 812 710 Euro erhoben werden, das sind knapp drei Prozent mehr als im Vorjahr. Für die kirchliche Arbeit stehen im Haushalt 2022 knapp 1,4 Millionen Euro an Erträgen zur Verfügung.

Der Etat hat ein Volumen von rund 1,6 Millionen Euro. Davon entfallen 1,3 Millionen Euro auf den ordentlichen Haushalt und 210 819 Euro auf den Vermögenshaushalt. Geplant ist eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 39 697 Euro.

Größter Aufwandsposten sind die Personalkosten mit 791 168 Euro oder 57 Prozent des Etats. Größter Einnahmeposten sind die kirchlichen Zuweisungen mit 812 740 Euro. Einstimmig beschloss das Gremium den Haushaltsplan 2022.

Die Leiterin der kirchlichen Verwaltungsstelle Calw, Ute Kauffmann, hatte schlechte Nachrichten parat. Die Kirchsteuerzuweisungen der Landeskirche an die Kirchengemeinden werden gegenüber den Vorjahren abgesenkt, allerdings nur um 0,2 Prozent. Für Neuenbürg sind dies 8000 Euro weniger. Wegen rückläufiger Steuereinnahmen sollen die Zuweisungen in den kommenden Jahren weiter abgesenkt werden.

Schlimmer noch sei es, dass die Kirchensteuer-Sonderzuweisungen künftig ganz wegfallen würden. Das seien zuletzt immerhin 95 000 Euro gewesen. Als Gründe dafür nannte sie die Folgen der Corona-Pandemie, aber auch rückläufige Gemeindegliederzahlen aufgrund von Austritten.

Auch im Kirchenbezirk Neuenbürg seien die Mitgliederzahlen um zwei Prozent zurückgegangen. Das zwinge die Gemeinden dazu, den Gürtel enger zu schnallen, so Kauffmann. Auf jeden Fall könne man sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen, sondern müsse mit Augenmaß die eingeschlagenen Wege weitergehen. Zum Beispiel bei den Gemeindezusammenschlüssen und Immobilienkonzeptionen.

Weitere Fusion

Wie Botzenhardt ergänzte, gab es bei seinem Antritt im Bezirk noch 29 Kirchengemeinden, jetzt seien es noch 21. Und das werde seiner Ansicht nach so weitergehen. Zum 1. Januar 2022 würden auch die Kirchengemeinden Dennach, Schwann und Ottenhausen fusionieren.

Die Frühjahrssynode soll am 8. April 2022 stattfinden. Thema wird unter anderem die Versorgung der Gemeinden mit Diakonen sein.