Freuen sich darüber, dass Äffle & Pferdle gut im Schloss angekommen sind: Klaus Winter (von links), Jacqueline Maltzahn-Redling, Markus Zipperle, die Figuren selbst und Armin Lang junior. Foto: Warzecha Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Sonderausstellung über schwäbische Kultfiguren in Neuenbürg eröffnet / Schau bereits gut besucht

"Hafer, das ischt, was man haben muss ...": Mit dem dem legendären Hafer- und Bananenblues schafften die schwäbischen Kultfiguren "Äffle  & Pferdle" 1976 den Durchbruch. Noch gut 40 Jahre später landet ihr unter den Top Ten der SWR 1-Hitparade. Jetzt ist das Duo im Schloss Neuenbürg zu erleben.

Neuenbürg. Jacqueline Maltzahn-Redling hat die Sonderausstellung am Sonntagvormittag eröffnet. Bereit an diesem Tag war die Schau sehr gut besucht. Mit dabei waren die Überraschungsgäste Armin Lang junior, der Sohn des Erfinders der Kultfiguren; Markus Zipperle, der seit dem vorigem Jahr die Sprecherstimme von "Äffle & Pferdle" ist; die Walking Acts, also beide lebensgroß in Kostümen, Klaus Winter vom "Äffle & Pferdle"-Fanclub sowie das Team des Schlosses, das mit Maltzahn-Redling die Ausstellung organisiert hatte.

Lang stellt etwa 200 Exponate zur Verfügung

Circa 200 Exponate hatte Armin Lang junior dafür zur Verfügung gestellt. Bereits im Eingangsbereich der Ausstellungsräume können sich Besucher einen Film über die Entstehungsgeschichte von "Äffle & Pferdle" ansehen, die ihr Erfinder Armin Lang (1928-1996) erzählt. Nicht fehlen darf dabei der Spruch, den Lang mimisch unterstreicht: "Was isch groß? A Elefant? Was isch größer? Stuttgart? Und was isch überhaupt s’Allergrößschte? Linsa mit Spätzle und Saidewürsch­dle."

Auch Markus Zipperle zitiert diesen Spruch gerne. Er ist nicht nur Sprecher, sondern auch Komiker und Schauspieler und stammt aus Wäschenbeuren bei Göppingen. Vor einem Jahr hatte Armin Lang junior jemanden gesucht, der Sprüche vom "Äffle & Pferdle" einspricht. "Er wurde mir ans Herz gelegt, und man hat gemerkt, wie gut er ist", sagt Lang junior fröhlich.

70 Prozent der ausgestellten Gegenstände hat er geliefert und dabei mitgeholfen, die Geschichte der Kultfiguren zu erzählen. Er war von klein auf bei deren Entwicklung dabei. Mit ihm wurde 1962 das Äffle geboren, 1990 ist er dann in die Werbefilmproduktionsfirma seines Vaters, die Lang-Film Medienproduktion, eingestiegen.

Ansonsten macht Lang die Figuren seines Vaters über einen Online-Shop mit entsprechenden Produkten bekannt. Sein Lieblingsspruch beziehungsweise -spot ist der, in dem das Pferdle kommt und an die Tür klopft. Da macht das Äffle die Tür auf und sagt: "‘S Äffle isch heut net dahoim."

Apropos daheim: Eine gemütliche Sofa-Ecke illustriert, wie es wohl Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre ausgesehen haben mag, als die Figuren, zuerst in Schwarz-Weiß, 1968 dann in Farbe und 1974 zusätzlich mit Sprache auf die Bildschirme der Bevölkerung kamen.

Verantwortliche des Süddeutschen Rundfunks (SDR), heute der SWR, hatten die Figuren und deren Sprüche und Spots ursprünglich zur Unterbrechung der Werbepausen erfunden. Auch auf den Plätzen des Publikums in Neuenbürg lagen Spots der 1970er- und 1980er-Jahre wie "Soddele, jetzt wird aber gschafft. Und was, wenn ich frage darf? Jetzt darfsch Pause mache", neben Werbesprüchen aus der Zeit wie "Mars macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel" aus.

In der Kinderecke können Kinder die Figuren ausmalen oder sich zusammen mit ihnen in einem Spielzeugauto sitzend fotografieren lassen. Wer möchte, kann nachvollziehen, wie die Zeichentrickfilme ursprünglich entstanden sind, mit Pausen, Nachzeichnen der Konturen mit Tuschestiften et cetera.

Auch einen Ausblick wagt die Ausstellung an ihrem Ende. So könnten "Äffle & Pferdle" in Zukunft, weil es zeitsparender und kosteneffizienter ist, als computeranimierte 3 D-Trickfilme auf die Bildschirme zurückkehren. Seit 2001 werden keine neuen Zeichentrickfilme mehr fürs Fernsehen produziert.

Um es mit Auszügen eines schwäbischen Gedichts, vorgelesen und verfasst von Markus Zipperle, zu sagen: "Pferdle: ›Mir wünschat Eich viel Spaß beim Gugga ond entdecka.‹ Äffle: ›Uiii, des wird Erinnerunga wecka.‹ Pferdle: ›Ond wenn Eich die Ausstellung gfällt, no sagats weiter.‹ Äffle: ›Ansonsten ’s Göschle halda, des isch gscheider.‹"

Die Ausstellung ist noch bis zum 7. November im Neuenbürger Schloss zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 13 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage, zehn bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet vier Euro (ermäßigt: drei Euro), die Familienkarte zwölf Euro.

Am Sonntag, 10. Oktober, können Interessierte von 14 bis 18 Uhr dem "Äffle & Pferdle"-Illustrator Alexander Linke über die Schulter schauen.

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