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Neuenbürg Kommandant: sehr kritischer Einsatz

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Am Tag nach dem Hausbrand an der Dennacher Hauptstraße ist die Abteilung Dennach der Neuenbürger Feuerwehr für Nachlöscharbeiten mit einer Staffel und einem Löschfahrzeug vor Ort.

Neuenbürg-Dennach. Atemschutztrupps betreten vorsichtig das Innere des Gebäudes und durchkämmen das Dachgeschoss nach möglichen wieder aufflammenden, noch versteckten Glutnestern. Bei Tageslicht bietet sich ein besseres Bild als noch in der Nacht. Teilweise sieht man aus den Zimmern unmittelbar in den Himmel, so wurden Dachgebälk und Ziegel in Mitleidenschaft gezogen. Unten neben dem Haus löschen Feuerwehrkameraden eine Matratze, aus der es noch gequalmt hatte. Mittlerweile hinter dem Haus steht das verkohlte Chassis des Autos, von dem der Brand wohl ursächlich ausging.

Gegen 19.50 Uhr am Donnerstagabend kam der Alarm für die Neuenbürger Feuerwehr: An der Hauptstraße in Dennach stand ein Haus in Vollbrand.

Extreme Hitze

Die Freundin des älteren Bewohners, so berichtet der Einsatzleiter und Neuenbürger Feuerwehrkommandant Manfred Wankmüller, habe erst kurz vor dem Brandereignis ihr Auto in der Durchfahrtsgarage im Kellergeschoss abgestellt. Kurz danach muss vom Fahrzeug ausgehend der Brand entstanden sein. Die beiden Personen versuchten vergeblich, diesen zu löschen.

Andere Bewohner gibt es nicht. Die beiden Geschädigten kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in eine Klinik.

Wie Wankmüller, der selbst zeitnah am Einsatzort war, erklärt, habe infolge der Durchzündung in der Garage der Brand schnell auf Fassade, Innenräume im Ober- und Dachgeschoss und Dachstuhl übergegriffen. Es wurde notwendig, an dem älteren Gebäude, außen mit Holz teilverschalt, das Dach für den Innenangriff zu öffnen. Eine heikle Arbeit für die Feuerwehr, da der Einsatz unter extremer Hitze vonstatten ging. Über die Führungsunterstützungseinheit ließ der Feuerwehrkommandant daher außer der eigenen zusätzlich eine weitere Drehleiter nachalarmieren. Die Atemschutztrupps konnten jeweils nur im kurzfristigen Wechsel den Innenangriff durchführen.

Lob an Einsatzkräfte

Herausfordernd war auch die Lage des Hauses in Ortsbebauung. So seien zwei Bäume rechts des Gebäudes geschützt worden, über die sonst die Gefahr des Brandübergriffes zum nächsten Wohngebäude gedroht hätte. Links vom in Brand geratenen Haus sei die Lage noch kritischer gewesen, da der Abstand hier geringer war. Man habe aber auch diese Situation "in den Griff bekommen". Letztlich schmolzen am linken Nachbargebäude lediglich zwei Rollläden durch die immense Hitze. Durch den Löscheinsatz, berichtet der Einsatzleiter weiter, sei man an die Grenzen der Ortswasserversorgung gestoßen.

Um größere Druckschwankungen zu vermeiden, habe man nach entsprechender Rücksprache mit dem Zweckverband Mannenbach dessen Hauptversorgungsleitung anzapfen und die Ortswasserversorgung dadurch entlasten können.

Großes Lob spricht Wankmüller allen Einsatzkräften bei diesem sehr kritischen Einsatz aus.

Insgesamt waren 96 Feuerwehrleute im Einsatz, alle vier Neuenbürger Abteilungen – Stadt, Arnbach, Dennach und Waldrennach – sowie die Birkenfelder Drehleiter, die Führungsunterstützungseinheit aus Eisingen und auch Kreisbrandmeister Carsten Sorg. Hinzu kamen das Technische Hilfswerk, die die Außenbeleuchtung in der hereinbrechenden Dämmerung übernahmen, das Deutsche Rote Kreuz sowie die Polizei. In der Summe 121 Personen.

Bis kurz vor 3 Uhr waren die Einsatzkräfte vor Ort an der Dennacher Hauptstraße. "Das Gebäude wurde komplett gelöscht", gibt Feuerwehrkommandant Wankmüller Auskunft, "mit Wärmebildkameras haben wir zur Sicherheit noch nach versteckten Glutnestern gesucht. Außerdem wurden vorsorglich zwei Rohre im Gebäude belassen."

Der Sachschaden wird auf rund eine halbe Million Euro beziffert. Sachverständige zur Untersuchung der genauen Brandursache sind noch vor Ort.

Das Gebäude selbst, so Feuerwehrkommandant Wankmüller, ist unbewohnbar. Die beiden Bewohner, am Freitag noch in der Klinik, könnten jedoch bei ihren Angehörigen unterkommen. Auch Nachbarn hätten bereits Hilfsangebote gemacht.

Stolzer Ortsvorsteher

Was ihre Unterbringung im Anschluss betrifft, gebe es bereits verschiedene Hilfsangebote der Nachbarn, auch der Sohn des Hauseigentümers sei vor Ort gewesen, gibt der Dennacher Ortsvorsteher Alexander Pfeiffer Auskunft. Er berichtet weiter, dass die Bürger auch während des Einsatzes die Helfer allesamt sogleich mit Wasser und Kaffee versorgt hätten: "Ich bin schon ein bisschen stolz auf die Dennacher, wie sie in einer solchen Situation zusammenhalten."

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