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Neuenbürg "Ich erwarte eine ›Corona-Abrechnung‹"

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Christine Danigel, Sprecherin der Grünen Liste Neuenbürg, fühlt sich wohl im Enztäler-Liegestuhl im Eyachtal.Foto: Jänsch Foto: Schwarzwälder Bote

Neuenbürg. Fünf Fragen beantworten die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen im Sommerinterview des Schwarzwälder Boten. Heute: Christine Danigel, Fraktionssprecherin der Grünen Liste im Gemeinderat der Stadt Neuenbürg.

Woran, glauben Sie, kann die Stadt Neuenbürg aufgrund der möglichen finanziellen Einbußen durch die Corona-Pandemie sparen?

Spontane Antwort: durch den Verzicht auf weitere Käufe von Grundstücken, Immobilien und baulichen Ruinen. Mögen diese auch für Schnäppchenpreise zu haben und vielleicht, irgendwann einmal, von großem Nutzen für uns sein. Es ist jetzt nicht die Zeit, weiter Geld dafür auszugeben, ohne eine Vision, ein Gesamtkonzept und den konkreten Nutzungszweck vorweisen zu können. Was bitte soll die nächste Generation mit einem solchen Erbe anfangen?

Andersherum gefragt: Welche Projekte oder Maßnahmen dürfen aus Ihrer Sicht auch in schlechten Haushaltsjahren keineswegs vernachlässigt werden?

Das Voranbringen einer optimalen Nutzung der regenerativen Energien in Sonnen-, Wasser- und Windkraft. Dazu gehört, neben der Sanierung maroder Wasserleitungen und die Aufrüstung unserer Wasserkraftwerke, ein bewusster und sparsamerer Umgang mit dem für uns endlichen Gut Wasser.

Für die Grüne Liste Neuenbürg haben die Maßnahmen Vorrang, die dem innerörtlichen Ausbau dienen. Diese sind zu unterstützen, um unnötigen Flächenverbrauch und jeden weiteren Eingriff in den Waldbestand zu vermeiden. Zum angedachten Neubaugebiet in Buchberg Süd gibt es noch vieles zu klären und verantwortungsvoll zu bedenken.

Wir, als gewählte Bürgervertretung, müssen uns doch im Klaren darüber sein, was unsere Wählerinnen und Wähler zu sagen haben, was sie kritisieren, wollen und brauchen.

Daher steht die Grüne Liste für die regelmäßige Teilhabe der Bürgerschaft am Stadtgeschehen und ihrer bedarfsgerechten Weiterentwicklung. Wir Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, der Bürgermeister und die Stadtverwaltung brauchen nicht nur in schlechten Haushaltsjahren die besondere Aufmerksamkeit und Rückmeldung der Bürgerinnen und Bürger.

Wie viele Ihrer Wahlversprechen konnte Ihre Fraktion im ersten Amtsjahr bereits umsetzen?

Wir lassen uns zu 100 Prozent von unseren Wahlversprechen leiten. Dabei setzen wir unsere Überzeugungen aktiv und konsequent in unserer politischen Gemeinderatsarbeit um – selbst wenn wir dabei oft auf Unverständnis stoßen. Wir wollen Bürgernähe statt Obrigkeitsdenken, Waldreichtum kreativer nutzen, angemessenes Wirtschaftswachstum, Begegnungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Ehrenamt attraktiver gestalten, sowie sozialen Austausch und einen nutzerfreundlichen ÖPNV fördern.

Darüber hinaus hat die Grüne Liste zur Corona-Krise in Neuenbürg in der Öffentlichkeit immer eine eindeutige Position bezogen und klare Forderungen gestellt.

Welche Projekte werden im kommenden Halbjahr noch wichtig?

Für meine Arbeit als Gemeinderätin erwarte ich nach der Sommerpause zeitnah die große "Corona-Abrechnung". Es gilt Schadensbegrenzung zu betreiben und festzustellen, wie weit wir mit den von Bund und Land versprochenen Soforthilfen tatsächlich kommen. Wir benötigen Kenntnis über die negativen Veränderungen unserer finanziellen Situation und müssen in einer sachlichen Auseinandersetzung Konsequenzen für die Planung des städtischen Haushaltes 2021 festlegen. So wird schnell klar sein, welches unserer Projekte wir weiter finanzieren können, oder aber vorerst zurückstellen. Es ist jetzt schon abzusehen, dass jede einzelne Freiwilligkeitsleistung neu überdacht werden muss.

Trotz Corona in den Urlaub? Wohin geht oder ging es in diesem Jahr bei Ihnen?

Ich werde meine zwei Wochen Sommerferien zu Hause verbringen und erhole mich am besten, wenn ich mich an keinen Zeitplan und keine Kleiderordnung halten muss.

Ich werde meine freien Tage spontan gestalten und im Ländle bleiben. Außerdem gibt es da eine lange Liste mit Dingen, die ich gerne tun würde, wenn ich einmal ganz viel Zeit hätte. Dabei möchte ich aber kein unnötiges Risiko eingehen, denn ich trage eine große Verantwortung gegenüber vielen kleinen Menschen (Anm. der Redaktion: Christine Danigel ist Leiterin des Evangelischen Kindergartens "Am Ziegelrain" in ­Neuenbürg).  Die Fragen stellte ­Christoph Jänsch.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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