Michael Frey ist neuer Schulleiter am Neuenbürger Gymnasium.Foto: Gymnasium Neuenbürg Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Michael Frey übernimmt: Nach fast zwei Jahren wird die Schulleiter-Stelle an Neuenbürger Einrichtung nachbesetzt

Das Gymnasium Neuenbürg hat einen neuen Schulleiter: Seit Februar führt der 49-Jährige Michael Frey die Geschicke der Schule. Er ist in der Bildungseinrichtung kein Unbekannter. Zuvor war der Posten fast zwei Jahre lang unbesetzt geblieben.

Neuenbürg. Im Juli 2019 war der ehemalige Schulleiter des Neuenbürger Gymnasiums, Gerhard Brunner, in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit der Besetzung der Schulleiter-Stelle hatte sich das Regierungspräsidium Karlsruhe auch aufgrund der Corona-Pandemie seitdem schwer getan. Deshalb hatte ein Verwaltungsteam rund um den kommissarischen Leiter Rudi Henne seit geraumer Zeit die Führung der Schule inne. Nun, knapp zwei Jahre später, hat einer der Köpfe des bisherigen Verwaltungsteams die Leitung übernommen: Michael Frey.

Frey ist bereits seit 1999 am Neuenbürger Gymnasium. Der heute 49-Jährige startete an der Einrichtung in sein zweites Referendariatsjahr. "Da kannte ich die Stadt noch gar nicht", gibt der frisch gebackene Schulleiter zu. Von Beginn an habe Frey die Schule aber geschätzt, erinnert sich der Mathematik- und Physiklehrer. "Die Schule hat sich schon immer dadurch ausgezeichnet, dass alle Beteiligten sehr offen sind miteinander", sagt Frey. Das sei bis heute so.

An der Schule herrsche zwischen Lehrkräften, Schülern und auch Eltern ein "sensationelles Klima". Deshalb habe sich Frey auch dazu entschlossen an der Schule zu bleiben.

Dass der 49-Jährige aber den Schulleiter-Posten übernimmt, war so selbstverständlich nicht, berichtet Frey nicht nur über den langwierigen Vergabeprozess des Regierungspräsidiums, sondern auch von den Überlegungen, die der 49-Jährige mit sich selbst ausgefochten hat. Immerhin sei das ein "großer Schritt" heraus aus dem Unterrichtsgeschehen. "Es hat schon länger gedauert, bis ich das annehmen wollte", sagt Frey. Zudem bedinge der Job auch eine "Veränderung in der Wahrnehmung aller Beteiligten" – vom Kollegen hin zum Chef.

Davor habe Frey allerdings wenig Bedenken. Denn schon jetzt habe das große Verwaltungsteam gut zusammengearbeitet. Diese Teamstrukturen will Frey weiterhin erhalten. Vor allem in diesem Jahr gehe es auch gar nicht anders, weil Frey selbst noch elf Unterrichtsstunden jede Woche halten muss. "Zu viel", meint der neue Schulleiter. "Dann kann man letztendlich den Rest nicht mehr so schaffen, wie man es sollte." In Zukunft soll sich das aber wohl auf maximal acht eigene Unterrichtsstunden einpendeln, sagt Frey.

Die Verantwortung für gut 680 Schüler in einer so schwierigen Phase zu übernehmen, in der sich beinahe täglich Vorgaben und Richtlinien ändern, scheut Frey nicht. Für ihn, erklärt er, sei der Unterschied nicht sonderlich groß, weil er und das Verwaltungsteam bereits das ganze Jahr über alle wichtigen Entscheidungen hätten treffen müssen. "Das ist anstrengend, aber bislang hat es ganz gut funktioniert", so der 49-Jährige. Der kommissarische Leiter Henne befindet sich bereits seit Anfang des Schuljahres im Krankenstand.

Neben den alltäglichen Arbeiten und den derzeit in der Umsetzung befindlichen Arbeiten rund um den Digitalpakt – die Schule hat dafür rund 450 000 Euro von Bund und Stadt als Zuschuss bekommen – hat Frey aber auch Ideen, wie die Schule sich in Zukunft weiterentwickeln könnte: "Es wäre nett, das Profil IMP (Informatik, Mathematik, Physik) zu bekommen." Das wäre neben den bisherigen musikalischen und sprachlichen Zügen ein weiteres naturwissenschaftliches Profil neben NWT (Naturwissenschaft und Technik). "Von Elternseite wäre der Wunsch da, das in näherer Zukunft zu bekommen", weiß Frey. Das seien aber auch Vorstellungen, die mit dem Regierungspräsidium auszumachen seien.

Der neue Schulleiter ist sich sicher, dass in Zukunft auch die Unterrichtskultur moderner werden wird. "Es gab jetzt einen entsprechenden Schwung durch die Pandemie. Wenn man den jetzt mitnehmen kann, wird’s super", ist Frey sich sicher. Bei allen Kollegen hätte die Erkenntnis Einzug erhalten, dass Moodle und Co. "super Tools" seien, die man künftig entsprechend einsetzen könne.

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