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Neuenbürg Freibad startet in die Saison

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Seit Montag ist auch das Freibad in Neuenbürg geöffnet. Rund 100 Besucher kamen am ersten Tag. Foto: Mutschler

Neuenbürg - Am Montag war es auch in Neuenbürg so weit - das Schwimmbad öffnete seine Tore für die Besucher. Und bereits pünktlich um neun Uhr kamen die ersten Schwimmer - wenn auch coronabedingt weniger als sonst üblich. Die waren aber begeistert, dass sie endlich wieder schwimmen können.

"Der Andrang hält sich noch in Grenzen", sagt Betriebsleiter Nicki Talmon, der seit der Gemeinderatsentscheidung am 16. Juni damit beschäftigt war, das Freibad betriebsbereit zu machen. "Jeden Tag zehn bis zwölf Stunden, auch am Wochenende", habe er gearbeitet, um das Bad in Schuss zu bekommen. In normalen Jahren, also in allen Jahren bis zur Corona-Pandemie, seien montagmorgens um die 100 Leute da, nachmittags seien es dann bis zu 300 Badegäste. Aber was ist in diesem Jahr schon normal? Das gilt natürlich auch für die Eröffnung der Freibadsaison. Normalerweise verzeichne das Bad bis Mitte Juli bereits rund 30 000 Besucher, in diesem Jahr startet nun erst der Betrieb.

Nach der Entscheidung des Gemeinderats dauerte es noch einige Zeit, bis das Neuenbürger Freibad betriebsbereit war. Dazu musste ein Hygienekonzept erstellt und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Nun aber war es endlich so weit, und die ersten Gäste konnten sich ins gut geheizte Wasser stürzen.

Badegäste sind begeistert

Am Montagmorgen waren dann fast ausschließlich Stammgäste da, die Talmon alle bereits seit Jahren kennt und bei Bedarf auch in die neuen Regeln mit getrennten Ein- und Ausgängen einweist. "Wir sind auf alles gefasst", sagt eine Besucherin lachend, fragt aber dann doch nach, als Talmon die Schwimmrichtung in den eigens abgetrennten Bahnen einweist: "Aber überholen darf ich?" Alles kein Problem, sagt Talmon. Die Bahnen seien extra auf drei Meter Breite abgetrennt, sodass die Schwimmer auch überholen und dennoch den Mindestabstand einhalten können. "Sonst hätten wir bald einen Stau wie auf der A 8", sagt er schmunzelnd.

Diese Freibäder haben jetzt wieder geöffnet

Und die Badegäste zeigen sich begeistert, dass sie endlich wieder schwimmen dürfen. "Gott sei dank!", sagt etwa Birgit Wahl-Walz, die seit 19 Jahren Stammgast im Freibad ist. Jeden Tag kommt sie zum Frühschwimmen, eine Stunde, gleich morgens, wenn das Bad aufmacht. Und nun freut sie sich, dass sie es in diesem Jahr doch noch machen kann. "Es wäre wirklich schrecklich, wenn das Bad nicht aufgemacht hätte", sagt sie. Aber sie merkt auch an, dass sie das Schwimmvergnügen in diesem Jahr deutlich teurer kommt als sonst. Normal zahle sie für eine Jahreskarte 50 Euro, nun koste sie ein einziger Monat schon 66 Euro.

Auch eine weitere Besucherin freut sich: "Jetzt genieße ich das Schwimmbad", und Talmon sagt: "Ich habe extra eingeheizt. Das Bad ist schön warm." Das mit dem Heizen übrigens nennt der Betriebsleiter einen Vorteil der späten Freibadöffnung. Durch die warme Juli-Sonne konnte er das Wasser - 2500 Kubikmeter freibadeigenes Quellwasser – fast ausschließlich mit der von ihm gebauten Absorberanlage erwärmen. So hätte es bislang fast keine Heizkosten gegeben.

Mehrkosten von rund 300.000 Euro

Von der Wirtschaftlichkeit der Entscheidung ist Talmon – bei aller Freude der (wenigen) Badegäste - aber noch immer nicht überzeugt. "Ich bin da, damit das Bad aufgemacht werden kann", sagt er. Aber er sehe auch die andere Seite. In den vergangenen Jahren habe er das Defizit "extrem gesenkt", viel durch Eigenleistung bei Reparaturen oder Ideen wie der Absorberanlage zur Wassererwärmung. Und nun habe man die "kürzeste Saison aller Zeiten mit den wenigsten Gästen". Das tue dann halt noch mehr weh. Er hätte auch ohne Öffnung genug zu tun gehabt, erzählt er, und dann hätte man im nächsten Jahr mit einem generalüberholten Freibad in die Saison starten können. So brauche er zum Beispiel die zehnfache Menge an Reinigungs- und Desinfektionsmitteln als sonst, und das bei nur acht Wochen Badesaison. Der Gemeinderat rechnet mit Mehrkosten von rund 300.000 Euro bei nur zwei Monaten Öffnungszeit bis 12. September. Eine längere Öffnungszeit sei zwar denkbar, allerdings vermutet Talmon ob seiner langjährigen Erfahrung, dass hier im Nordschwarzwald Mitte September wohl keine Badesaison mehr sein dürfte.

Trotz aller Bedenken setzte er den Gemeinderatsbeschluss um, bereitete das Bad für die Öffnung vor und will nun das Beste aus der Situation machen. Dank der weiteren Lockerungen seit 1. Juli wird die Situation für die Besucher auch noch mal einiges entspannter als ursprünglich geplant - und der Badespaß gerade für die jüngeren Besucher größer. Ursprünglich waren nämlich während der beiden Öffnungszeitenblöcke morgens und nachmittags noch einmal einzelne Zeitabschnitte geplant, in denen die Besucher, mit farbigen Bändern unterteilt in verschiedene Gruppen, ins Wasser dürfen. Sprich: Alle viertel oder halbe Stunde wäre ein Wechsel im Wasser gewesen. Das ist nun nicht mehr nötig. Aktuell dürfen 130 Besucher gleichzeitig in die verschiedenen Becken (davon 27 Kinder ins Planschbecken) - bei 300 maximal erlaubten Badegästen sei dies kein Problem, so Talmon.

Und, wohl vor allem zur Freude der jüngeren Besucher: Auch die Rutsche und das Beachvolleyball-Feld sind geöffnet - anders als in anderen Bädern der Umgebung. "Ich muss den Jungen ja etwas bieten. Die stehen ja sonst nur im Wasser rum", sagt Talmon. Deshalb wird nun auch die Rutsche mehrmals täglich desinfiziert, genauso wie das Eltern-Kind-Haus, das nach dem ursprünglichen Plan ebenfalls hätte geschlossen bleiben sollen. Geschlossen bleibt lediglich der Sprungturm.

600 Besucher dürfen kommen

Um auch den älteren Badegästen eine Sitzgelegenheit bieten zu können - die, etwa in Form von Liegestühlen, darf das Bad nämlich eigentlich nicht schaffen - hat Talmon eine Lösung mit dem Kioskbetreiber gefunden, die auch mit dem Gesundheitsamt abgestimmt sei. Der eigentlich recht kleine Biergartenbereich des Kiosks wurde auf einen Teil der großen, insgesamt 11.000 Quadratmeter umfassenden, Liegewiese ausgedehnt und die Tische und Stühle in so großem Abstand voneinander aufgestellt, dass auch die älteren Besucher für eine Weile auf Stühlen sitzen können, die dann unter die Corona-Verordnung für Gastronomie fallen.

Genutzt haben das Neuenbürger Bad am ersten Tag rund 100 Besucher, morgens zwischen 40 und 50 und nachmittags noch mal etwa die gleiche Zahl - insgesamt wären 600 möglich gewesen.

So versucht Talmon mit findigen Ideen das Beste aus der Situation herauszuholen, um so seinen Gästen das maximal mögliche Freibadvergnügen bieten können. Auch das betrachtet der Fachangestellte für Bäderbetriebe im Hinblick auf die möglicherweise noch lange dauernde Corona-Pandemie bereits vorausschauend: "Vielleicht üben wir ja schon für nächstes Jahr, wer weiß?"

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