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Neuenbürg Feuerteufel hört nicht auf zu zündeln

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Zurück bleibt nach den Bränden nur abgestorbenes Waldholz. Foto: Jänsch/Feuerwehr Herbolzheim

Neuenbürg/Herbolzheim - Erneut wird die Kleinstadt Neuenbürg im Enzkreis Tatort von Brandanschlägen. Wieder sind es Waldstücke, die in Flammen aufgehen. Dass ein Feuerteufel sein Unwesen treibt, schließt die Polizei nicht aus. Trotzdem ermittelt sie in alle Richtungen.

"Für uns ist es natürlich eine nervliche Anspannung, weil man nie weiß, wann und wo es als Nächstes brennt", berichtet Neuenbürgs Feuerwehrkommandant Manfred Wankmüller nach den jüngsten Brandanschlägen in der Enzkreis-Stadt. Er und seine Wehren mussten in den vergangenen vier Monaten vier Mal ausrücken, um Brände zu bekämpfen, die vorsätzlich gelegt wurden. So auch in der Nacht des vergangenen Dienstags.

Gegen 4.30 Uhr ging laut Polizei der Notruf ein, dass es im Waldgebiet oberhalb des Neuenbürger Freibads brenne. Als die Feuerwehrkräfte kurze Zeit später an der Einsatzstelle, einem Forstbetriebsweg oberhalb der Enztal-Bahnschienen zwischen den Haltepunkten Neuenbürg-Freibad und Rotenbach, eintrafen, fanden sie laut Feuerwehrkommandant auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern vier Brandstellen im Abstand von mehreren hundert Metern vor. Eine fünfte Brandstelle hat die Feuerwehr auf der gegenüberliegenden Seite der Schienen und des Freibads oberhalb der Bundesstraße B 294 bemerkt. Auf der Bahnstrecke zwischen Neuenbürg und Bad Wildbad (Kreis Calw) durfte für mehrere Stunden kein Zug fahren.

Während die ersten vier Brandstellen sich bereits auf eine stattliche Größe von 30 bis 40 Quadratmetern ausgebreitet hatten, sei die fünfte Brandstelle noch relativ klein gewesen, sagt der Feuerwehrkommandant weiter. Gegen 7 Uhr seien die Brände gelöscht gewesen. "Es war wieder eine sehr unnatürliche Brandausbreitung", resümiert Wankmüller. Auch die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Damit reihen sich die jüngsten Waldbrände nahtlos in die Serie von Anschlägen ein, von denen Neuenbürg seit geraumer Zeit heimgesucht wird. Mitte Mai hatten bislang Unbekannte erstmals zwei Fahrzeuge in der Kleinstadt an der Enz in Brand gesteckt. Anfang August brannten erneut zwei Fahrzeuge komplett aus, ein drittes konnte rechtzeitig gelöscht werden. Mitte Juli wurde an einem Waldweg, ein Kilometer Luftlinie von den jüngsten Brandorten, ebenfalls Feuer an gleich mehreren Stellen gelegt.

Laut eigenen Angaben haben Kriminaltechniker der Polizei in einem Fall ein Einwegfeuerzeug sicherstellen können. Mehrmals seien zudem Reste von Brandbeschleunigern gefunden worden. Bei den Fahrzeugbränden Anfang August hatten Polizisten außerdem eine verdächtige, dunkel gekleidete Person mit Kapuze und Rucksack wahrgenommen, die beim Eintreffen der Polizei flüchtete. Eine unmittelbar eingeleitete Fahndung blieb trotz Einsatz eines Polizeihubschraubers jedoch erfolglos. Im jüngsten Fall wurde neben dem Hubschrauber auch eine Polizeihundeführerstaffel zur Hilfe gerufen.

Trotzdem fehlen den Ermittlern laut Polizeisprecherin Sabine Doll entscheidende Hinweise. Daher sei man auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Ob die Brände im Zusammenhang stehen, dazu will sich die Polizei nicht festlegen. "Klar muss man Tat-Täter-Hypothesen aufstellen", sagt Doll. Solange man aber noch keinen Verdacht habe, könne man auch nichts ausschließen.

"Wir sind froh, wenn das ganze Ding aufhört", klagt Neuenbürgs Feuerwehrkommandant. Wankmüller merke auch, dass die Bevölkerung langsam unruhig werde. "Das gefällt uns nicht." Die Feuerwehr sei eigentlich dazu da, den Leuten zu helfen. Dass es da jemanden gebe, der genau wider diesem Ansinnen handle, belastet Wankmüller. "Wir machen unsere Arbeit gern, aber nicht unter solchen Bedingungen."

Tätern blüht eine lebenslange Haftstrafe, wenn ein Mensch dabei ums Leben kommt

Polizeisprecherin Doll glaubt unterdessen nicht, dass der oder die Täter von alleine mit den Brandanschlägen aufhören: "Bei vielen ist es ja so, dass die erst so richtig in Fahrt kommen, wenn sie Aufmerksamkeit bekommen."

Erst vor wenigen Monaten hat eine ähnliche Brandserie die Bevölkerung im Raum Herbolzheim (Kreis Emmendingen) in Atem gehalten. Zwar konnte die Polizei in Südbaden den mutmaßlichen Täter überführen – ein 20-Jähriger aus Herbolzheim, der seit seiner Jugend bei der Feuerwehr aktiv ist. Acht Scheunen in Herbolzheim und in der südlichen Ortenau fielen dem Feuerteufel aber zum Opfer. Der junge Mann hat die Taten eingeräumt. Warum er die Feuer legte, muss noch geklärt werden.

Täter, die zum Beispiel Gebäude, Hütten, Autos oder Waldstücke mutwillig in Brand setzen, müssen im Falle einer Verurteilung mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen. Nehmen die Feuerteufel die Gefährdung Dritter mutwillig in Kauf oder kommt eine Person tatsächlich zu Schaden, wird das Strafmaß folgerichtig nach oben geschraubt. Lebenslänglich blüht den Brandstiftern, wenn bei der Tat jemand ums Leben kommt.

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