Dekan Joachim Botzenhardt (links im Bild) und Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke würdigten das Lebenswerk von Bezirkskantor Bernhard Müller (Bildmitte), der im Rahmen eines Gottesdienstes in den Ruhestand verabschiedet wurde.Foto: Helbig Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Gottesdienst mit Abstand: Ehrengäste verabschieden Bezirkskantor Bernhard Müller in Ruhestand

Wegen der Corona-Einschränkungen hatte es zunächst so ausgesehen, als ob Bezirkskantor Bernhard Müller sang- und klanglos in den Ruhestand gehen müsste. Doch am vergangenen Sonntag gab es nun doch einen feierlichen Gottesdienst in der Neuenbürger Stadtkirche.

Neuenbürg. Zwar waren nur wenige Besucher, die mit gehörigem Abstand in den Bänken saßen, vor Ort dabei, jedoch wurde die Feierstunde zusätzlich über das "Stadtkirchen-TV" übertragen, und so konnte die ganze Gemeinde das Geschehen zu Hause am Fernseher verfolgen. In seiner Laudatio würdigte Dekan Joachim Botzenhardt die Leistungen Müllers, der 1994 den Dienst im Kirchenbezirk begonnen hatte. Seither sei er für die Gestaltung der Gottesdienste in der Stadtkirche zuständig gewesen, habe die Bezirkskantorei geführt, die ihm sehr am Herzen gelegen habe, unzählige Orgelschüler unterrichtet, den Kirchengemeinden in musikalischen Fragen als kompetenter Ratgeber zur Seite gestanden und obendrein unzählige Konzerte organisiert und gespielt.

Arbeit gleicht Marathon

"Ein Dauerlauf mit nahezu marathonischer Dimension" sei das gewesen, unterstrich Botzenhardt. Müller habe die Musik auch immer als Verkündigung verstanden. Der Dekan dankte für Müllers Treue und die Freude, die dieser vielen Menschen mit der Kirchenmusik gemacht habe.

Eine Predigt hätte eigentlich der Pfarrer für Kirchenmusik, Florian Lampadius, aus Loffenau halten sollen, aber der war in Quarantäne, und so verlas Dekan Botzenhardt den Text. Es war ein Loblied auf die Kirchenmusik im Allgemeinen und den Bezirkskantor Bernhard Müller im Besonderen.

Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke brachte Gedanken zum Ruhestand zum Ausdruck und hatte auch ein paar Tipps für Müller. Dieser solle seine Träume auch im Ruhestand behalten. Auch Freundschaften blieben bestehen und müssten weiter gepflegt werden. Und Müller solle sich von den Dingen neu verzaubern lassen, die ihm im Berufsleben so viel bedeutet hätten, dann folge vielleicht der Wechsel vom Hauptamt ins Neben- und Ehrenamt.

Für die Kantorei blickte Peter Hagel zurück auf zahlreiche Chorauftritte und Konzertreisen. Müller habe die Kantorei als Ensemble geformt. "Sie haben uns über 27 Jahre geführt, dafür herzliches Dankeschön, wir vergessen Sie nicht."

Neuer Lebensabschnitt

Der Jubilar bedankte sich reihum für die erwiesenen Ehren und meinte auf gut Schwäbisch: "Des hätt‘s net braucht. Ich fühle mich geschmeichelt und bin gerührt." Er scheide mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Dienst. Das lachende freue sich auf einen neuen Lebensabschnitt, das weinende blicke zurück auf viele erfüllte Berufsjahre.

Die Feierstunde wurde mit Musik von Camille Saint-Saëns und Joseph Rheinberger umrahmt. Es sang ein Chor der Bezirkskantorei unter Leitung von Regina Böpple. Ein Team der Orgelschüler bedankte sich bei Müller mit einem selbst gereimten Danklied für dessen Einsatz.

Zu Beginn spielte der Bezirkskantor selbst die Orgel und begleitete Jerzy Andrzejewski auf der Violine beim Largo in A-Dur von Arcangelo Corelli. Die Kreuz-und-Quer-Band grüßte mit einem Segenslied als Musikvideo.

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