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Neuenbürg Erzieherinnen: "Wir stehen unsere Frau"

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Die Notbetreuung der kommunalen Neuenbürger Kindergärten ist für derzeit sieben Kinder zentral in der "Zwergenburg" auf dem Buchberg eingerichtet. Die drei "Notfall"-Kinder der kirchlichen Kitas werden in Arnbach und im Ziegelrain betreut.Foto: Mutschler Foto: Schwarzwälder Bote

Die Kindergärten der Stadt sind, wie alle anderen im Land, wegen des Coronavirus geschlossen. Die Eltern müssen nun selbst auf ihre Kinder aufpassen, was sich etwas einfacher gestaltet, da viele aktuell sowieso von zu Hause arbeiten. Für die Kinder mit Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen steht aber eine Notfallbetreuung bereit.

Neuenbürg. "Es ist eine außergewöhnliche Situation", meint Katrin Stiess, die Leiterin des Kindergartens "Zwergenburg" auf dem Neuenbürger Buchberg. Und diese außergewöhnliche Situation bedürfe außergewöhnlicher Maßnahmen. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen ist sie für die Notfallbetreuung der kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen in Neuenbürg zuständig.

Normalerweise kommen rund 90 Kinder in die "Zwergenburg". Den anderen kommunalen Kindergarten in Dennach besuchen sonst knapp 50 Kinder. Die Einrichtung in Buchberg ist für Eltern beider Einrichtungen nun die zentrale Anlaufstelle.

Eine Notfallbetreuung steht aber nur den Kindern zu, deren Elternteile beide in systemrelevanten Berufen wie beispielsweise dem medizinischen Bereich, der Lebensmittelproduktion oder der Müllabfuhr arbeiten. Bei Alleinerziehenden reicht hierfür auch, dass das betreffende Elternteil in einem solchen Bereich tätig ist.

"Wir haben hier jetzt sieben Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren", berichtet Stiess. Die Einteilung in Gruppen sei hinfällig. Auch werde nicht mehr zwischen Kindergarten und -krippe unterschieden. Für die Erzieherinnen sei dies kein Problem. Alle seien für beide Bereiche ausgebildet. "Wir sind Profis, wir stehen unsere Frau", erklärt sie.

Im Früh- und Spätdienst seien jeweils zwei Erzieherinnen vor Ort. "Die anderen haben aber keinen Urlaub", so Stiess. Die Erzieherinnen arbeiteten auch im Home Office. Dort widmeten sie sich der Konzeptionsarbeit oder dem Qualitätsmanagement. Die Arbeit gehe nicht aus. Nur eine Kollegin sei von der Arbeit in der Einrichtung ausgeschlossen, da sie aufgrund ihre Alters zur Risikogruppe zähle.

Aber es ist natürlich auch für die Kinder eine besondere Situation. "Die merken schon, dass etwas anders ist", berichtet Stiess. Richtig verstehen würden sie es aber nicht. Manche Kinder genössen sogar die kleinere Gruppe. Die Erzieherinnen versuchten den Kindern aber auch trotz gewisser Einschränkungen viel zu bieten. Man könne zwar nicht mehr raus, aber man gehe vermehrt in die kleine Sporthalle. "Es ist jetzt einfach viel Pädagogik gefragt", meint Stiess.

In der "Zwergenburg" gelten für die Eltern nun auch andere Regeln. Sie dürfen das Gebäude nicht mehr betreten und müssen die Kinder an der Tür abgeben. "So soll das Infektionsrisiko minimiert werden", erklärt Stiess. Auch sonst achte man auf Hygiene, wobei regelmäßiges Händewaschen sowieso zum Alltag im Kindergarten gehöre.

In Neuenbürg gibt es aber nicht nur die kommunalen, sondern auch die fünf evangelischen Kindergärten. Auch diese haben eine Notfallbetreuung organisiert.

"Wir machen das parallel zur Stadt", so Dekan Joachim Botzenhardt. Von den normalerweise 190 betreuten Kindern, nähmen die Notfallbetreuung aber nur drei Kinder in Anspruch.

Diese Kinder besuchten die Einrichtungen in Arnbach und Ziegelrain. Je zwei Betreuungskräfte seien vor Ort. Die anderen aus dem 35-köpfigen Kollegium arbeiteten von zu Hause und bereiteten Konzepte vor. "Kurzarbeit gibt es bei uns nicht", so der Dekan.

Die Frage der Beiträge für die Kindergärten beschäftige die Eltern in der vergangen Woche. Viele fragten sich, ob man diese Beiträge bezahlen müsse, selbst wenn die Kinder die Einrichtung gar nicht besuchen.

Die Stadt Neuenbürg hat mit einem Schreiben an alle Eltern für Klarheit gesorgt, zumindest vorläufig. Die Beiträge für April werden vorerst nicht eingezogen, heißt es dort. Dies gelte jedoch nicht für Eltern, deren Kinder die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen. Diese Regelung gilt auch für die evangelischen Kindergärten.

Zudem weist die Stadt in dem Schreiben darauf hin, dass die Stundung der Beiträge eine Kulanzentscheidung sei. In der Benutzungsordnung sei nämlich vorgesehen, dass die Beiträge auch bei einer vorübergehenden Schließung weiter gezahlt werden müssen. Man orientiere sich bei dieser Entscheidung an einer Empfehlung des Städte- und Gemeindetags Baden-Württemberg, so Hauptamstleiter Fabian Bader.

Dies sei aber keine endgültige Lösung. Er appellierte an Land und Bund die hier eigentlich eine Entscheidung fällen müssten. Die Gebühren seien ein wichtiger, wenn auch ein kleinerer, Bestandteil des Budgets der Kindergärten.

Dekan Botzenhardt sieht das ähnlich. "Bei uns machen die Elternbeiträge etwa 15 bis 20 Prozent aus", erklärt er. Auf dieses Geld könne man eigentlich nicht verzichten. Dieses Problem müsse an politischer Stelle gelöst werden. "Aber", betont er, "die Gesundheit ist aktuell das wichtigste, das Geld kommt erst danach."

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