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Neuenbürg Auch auf dem Friedhof ist keine Auferstehungsfeier erlaubt

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Neuenbürg. Die Osterfeiertage nähern sich, doch die Menschen müssen weiterhin Abstand halten. Für die Kirche und deren Mitglieder ein sehr wichtiges Fest. Gottesdienste sind allerdings verboten, und der Kirchenbezirk Neuenbürg und die zugehörigen Kirchengemeinden müssen kreativ werden.

Es hat sich schon früh abgezeichnet, und doch bleibt die Enttäuschung groß. Ostern darf nicht mit kirchlichen Veranstaltungen gefeiert werden. Laut Dekan Joachim Botzenhardt habe das Land die "Religionsfreiheit eingeschränkt". "Wir dürfen nicht einmal draußen auf dem Friedhof eine Auferstehungsfeier halten", fügt er an. Allerdings zeigt er Verständnis zur aktuellen Pandemie und den Maßnahmen. "Alle Kirchengemeinden werden sich daran halten", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Gesundheit gehe vor.

Eine Herausforderung wird es sein, die Gemeindeglieder und Schäfchen zu erreichen. Die Glocken der Kirchen sollen an die Osterzeit erinnern und zum Beten aufrufen. Am Ostersonntag ist geplant, dass weitere Klänge die Osterbotschaft verbreiten. In Pärchen sollen Musiker in Neuenbürg zwischen 9 und 10 Uhr an "vier bis fünf Stationen" zwei Osterlieder spielen. Dabei sollen Posaunen und Trompeten in den Ortsteilen erklingen.

Den digitalen Weg nutzen die verschiedenen Kirchengemeinden bereits schon länger. Die Internetauftritte sollen auch an Ostern verstärkt als Plattform dienen.

Live-Übertragung

"Viele Kirchengemeinden nehmen Predigten auf und stellen sie auf die jeweilige Homepage", erklärt Botzenhardt. Einige würden die Predigten audiovisuell hochladen, andere nur die Vertonung. Er selbst predige an Ostersonntag ebenfalls.

In Conweiler werden Gottesdienste, Predigten wie auch Ostergrüße per Live-Übertragung ins Internet übertragen. Auf dem YouTube-Kanal der Martinskirche Conweiler kann man diese verfolgen. Weitere Informationen sind über www.conweiler-evangelisch.de abrufbar.

Auch für die Menschen, die keinen Computer oder ähnliches besitzen und somit keinen Zugriff auf das Internet haben, gibt es bereits Lösungen. Das betreffe "eine ganze Menge unseres Klientel", unterstreicht Botzenhardt. Mehr als 90 Personen wären das, so der Dekan. Für diese werden ausgedruckte Predigten und Passionsandachten direkt in Neuenbürg verteilt. Andere Gemeinden haben, im Unterschied zu Neuenbürg, geöffnete Kirchen. Dort würden ausgedruckte Andachten und Predigten ebenfalls zur Abholung ausliegen.

Der Verleger Jeff Klotz hat gemeinsam mit elf Geistlichen und dem Fotografen Ewald Freiburger zu dieser besonderen Osterzeit, an der die Kirchen leer bleiben, ein Buch für die Gläubigen publiziert. Das Buch beinhaltet vielerlei Fotos und zehn Predigten zur Osterzeit 2020 von insgesamt elf Pfarrern aus dem Nordschwarzwald. Auch Dekan Botzenhardt hat hierbei mit seiner Unterstützung beigetragen (wir berichteten).

Pfarrerin Ute Biedenbach, Kirchengemeinde Birkenfeld, für die Alten- und Pflegeheimseelsorge im Kirchenbezirk Neuenbürg zuständig, werde sich zum Beispiel am Ostersonntag vor das Pflegeheim in Birkenfeld stellen. Die Senioren dürfen dann die Fenster öffnen, die Pfarrerin grüßen und ihr zuhören. Begleitet von einem Bläser solle sie ein kurzes Gebet aussprechen und die Bewohner segnen.

Insgesamt sei es für Botzenhardt und sicherlich für viele Menschen "sehr schade", dass viele Bräuche aufgrund der Auswirkungen der Pandemie ausfallen müssen. Der Verzicht sei "schon schmerzhaft", gibt er zu. "Die Auferstehungsfeier am Friedhof fehlt schon", fügt er an.

Veranstaltungen an Karfreitag und Gründonnerstag, an denen man beispielsweise das Abendmahl gemeinsam feiert, fallen ebenfalls flach. "Das Abendmahl ist der Ursprung", sagt Botzenhardt. Eine Feier, die nicht ersetzt werden könne. Man habe niemanden, dem man die Hand geben, oder gar umarmen könne.

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