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Neuenbürg Am 13. Mai ist das Schlosstor wieder offen

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Blick von Osten über die Neuenbürger Schlossanlage: Ein neues Imagevideo mit Aufnahmen aus der Vogelperspektive soll bis Ende Mai fertiggestellt sein.Foto: Schloss Neuenbürg/G. Lann Foto: Schwarzwälder Bote

Das Schloss Neuenbürg hatte lange Zeit geschlossen. Klar, wegen des Coronavirus und der verhängten Beschränkungen. Jetzt ist aber Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Am 13. Mai geht’s wieder los. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun.

Neuenbürg. Hinter verschlossenen Türen hat das Team um Museumsleiterin Jacqueline Maltzahn-Redling seit dem 20. April auf die nun bevorstehende Wiedereröffnung von Schloss Neuenbürg hingearbeitet. In den fünf Wochen davor, also grob mit dem Beginn der Corona-Krise, wurden Überstunden und Resturlaub abgebaut. Es gab nur eine Notbesetzung.

Ab Mittwoch, 13. Mai, soll es schrittweise, mit diversen Schutzmaßnahmen und Einschränkungen für die Besucher, die sich an den Leitlinien des deutschen Museumsbundes orientieren, wieder losgehen. Zunächst wird von Mittwoch bis Freitag zwischen 10 und 13 Uhr ein Besuch nach Anmeldung angeboten. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen ist von 14 Uhr bis 18 Uhr ein Einlass ohne Anmeldung möglich. Die bereits üblichen Hygieneregeln und ein Abstand von mindestens zwei Metern sind einzuhalten.

Dazu werden ein Desinfektionsspender im Museumsshop und diverse Hinweisschilder aufgestellt sowie Markierungen und Absperrbänder angebracht. Das Tragen eines Nase-Mund-Schutzes ist für Mitarbeiter und Besucher verpflichtend. Die Wegeleitung durch das Museum im zweiten Obergeschoss der Schlossanlage erfolgt im Einbahnstraßen-System und der Zutritt zum Märchen "Das kalte Herz" im Fünf-Minuten-Takt für jeweils maximal fünf Personen. Die aktuelle Ausstellung "Aus der Zeit gefallen? – Trachtenfrauen in Portraits" mit Fotografien von Eric Schütt wird bis 13. September verlängert. Die Retro­spektive mit Werken des Neuenbürger Künstlers Gerhard Sonns, die am 5. April enden sollte, wird noch bis 24. Mai weitergeführt, kann aber nur nach Anmeldung von Mittwoch bis Freitag zwischen 10 und 13 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 14 und 17 Uhr besucht werden. Die Sonderausstellung "Echt Glanz Stücke – Vom Wert des scheinbar Wertlosen" eröffnet nicht wie geplant am 24. Mai, sondern erst Ende Juli und dauert dafür bis 6. Januar.

So können bis Ende Mai auch noch Objekte von Privatleuten, die aus der Wiederverwendung sowie Aufwertung von alten Dingen entstanden sind, beigesteuert werden. Das bereits abgesagte Konzert "Jazz meets Classics" mit Sebastian Studnitzky und Pascal Schumacher sowie dem Klavierduo Ljiljana Borota und Christian Knebel soll nach Möglichkeit im November dieses Jahres nachgeholt werden. Auf den Sommer 2021 wird das für den 10. Juli vorgesehene Open Air Gitarren-Konzert "Summer Strings" mit Alexandra Whittingham verschoben, ebenso der für den 26. Juli vorgesehene "Kultursommer Nordschwarzwald – Internationales Sommerfest". Das vierte Alt-Opel-Sonderkarosserien-Treffen findet nicht wie vorgesehen am 18. und 19. Juli, sondern im Juni 2021 statt. Der Termin für "Hängende Paradiese", eine Installation des Künstlers Stefan Pflueger in der Sankt-Georgskirche, ist aktuell noch offen. Abgesagt werden mussten der Internationale Museumstag am 17. Mai sowie der Schlosserlebnistag am 21. Juni.

Zunächst keine Kindergeburtstage

Zum achten Mal findet der Fotowettbewerb in Kooperation mit dem Förderkreis Kultur im Schloss, dieses Mal unter dem Motto "Paarweise" statt. Start ist am 6. Juli, Einsendeschluss für die Beiträge am 4. Oktober mit anschließender Ausstellung ab 13. November im Fürstensaal. "So lange an den Schulen und in den Kindergärten kein Regelbetrieb stattfindet, werden wir auch keine Kindergeburtstage anbieten können", informiert Maltzahn-Redling. "Körperliche Kontakte lassen sich hier nicht ausschließen und mit den weiterhin strengen Auflagen macht das keinen Sinn", stellt sie klar.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter wurden bereits in einer Rundmail über die mit der Wiedereröffnung anstehenden Änderungen hinsichtlich Museumsbetrieb, Programm und Verhaltensregeln informiert. Die über 60-Jährigen unter ihnen dürfen jedoch bis auf Weiteres keinen Dienst ausüben, da sie zur Risikogruppe gehören. Daher werden wochentags zunächst die fest angestellten Mitarbeiterinnen Erika Knöller und Mirella Stollmayer den eingeschränkten Besucherbetrieb mit Anmeldung managen. Für das in 2021 anstehende 20-jährige Bestehen der Kultureinrichtung erarbeitet Maltzahn-Redling derzeit unter anderem einen neuen Schlossführer. Darin möchte sie die erste Besiedlung in der Frühlatènezeit durch die Kelten sowie die Baugeschichte vom mittelalterlichen Novum Castrum über das Renaissance-Schloss und den Einzug der Ämter bis zur Neuzeit auf verständliche Art und mit vielen Bildern beleuchten.

Im Fokus sollen für sie auch insbesondere die Biografien der Personen stehen, die im Schloss gelebt und gewirkt haben, darunter Obervögte, Herzöge, Minnesänger und Baumeister. Das Buch soll in Zusammenarbeit mit einem Verlag veröffentlicht und vertrieben werden. Der neue Image-Film über das Schloss steht laut Maltzahn-Redling kurz vor der Fertigstellung. Die Aufnahmen mit Drohne aus der Vogelperspektive werden um Fotografien aus dem Innenbereich des Schlosses ergänzt.

Es soll eine Brücke geschlagen werden, von der Umgebung des Nordschwarzwaldes zum Museum mit dem Märchen "Das kalte Herz", das ja wie kein anderes die Kulturgeschichte dieser Region aufgreift. Daneben soll die Visualisierung von Kunst und Kultur, Theater und Musik sowie der Angebote für Familien mit Kindern die Zuschauer auf emotionale Weise ansprechen.

FSJ-ler Tom Szelwis kümmert sich um den Schnitt der von Thomas Kälber aus Keltern und einem Familienmitglied Maltzahn-Redlings aufgenommenen Videosequenzen und ergänzt sie um die im Drehbuch definierten Texte und Musik. "Es ist ein erster Versuch, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln und Ressourcen eigenständig ein Video zu erstellen", so die Museumsleitern, die sich eine Fortsetzung durchaus vorstellen kann. Im Bereich digitale Medien ist auch das neue Projekt "Actionbound" laut Maltzahn-Redling so gut wie abgeschlossen. "Das Programm läuft, aber uns fehlen noch weitere iPads, wofür wir einen Zuschuss beim Jugendfonds Enzkreis beantragt haben", meint sie. Ihr Ziel sind fünf bis sechs mobile Geräte für eine interaktive Schlossrallye, etwa für Schulklassen. "Wir starten dann mit einigen Stationen im Schlosshof und im näheren Schlossareal und werden das Angebot hin zu einer maximal einstündigen Entdeckungstour schrittweise erweitern. Dazu möchte ich Schüler des Gymnasiums Neuenbürg einbinden, die sich in einem Kooperationsprojekt weitere Fragen und Stationen ausdenken und sich auf diese Weise näher mit dem Schloss Neuenbürg auseinandersetzen sollen", führt sie aus.

Das Schlossrestaurant unter der Leitung von Familie Batista hat nach der fünfwöchigen Winterpause, der langsam angelaufenen Saisoneröffnung am 11. Februar und der Corona-bedingten Zwangspause seit 21. März eine lange Durststrecke hinter sich. Ab dem 18. Mai kann der Betrieb dann schrittweise – zunächst mit der Außenbewirtschaftung im Schlosshof – wieder anlaufen. "Wir haben zwar die Fördergelder aus dem Soforthilfeprogramm beantragt und auch bewilligt bekommen, doch ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein", schildert Joao Batista die angespannte Situation.

Für kleinere Gastronomiebetriebe gibt es aus seiner Sicht noch keine passenden Kreditangebote, die sich für eine weitere Existenzsicherung eignen. "Wir müssen nun schauen, wie wir die erforderlichen Schutzmaßnahmen der Landesverordnung umgesetzt bekommen. Mit etwa der Hälfte der Tische, die wir wegen der Abstandsregeln stellen können, wird es schwierig, die Kosten zu decken", führt er aus. Wie viele andere bietet auch das Schlossrestaurant einen Bestell- und Lieferservice an, mit einer Speisekarte im Online-Shop, der unter der Woche zwar weniger, am Wochenende aber umso mehr angenommen wird. Für den Muttertag gab es zwei spezielle Menüs zur Auswahl. Auch Eis zum Mitnehmen für Spaziergänger sollte es geben. "Familienfeiern wie Hochzeiten, Geburtstage und Konfirmationen konnten wir teilweise in den Herbst verlegen, teilweise müssen wir aber auch auf 2021 ausweichen. Die Kriminal-Dinner wurden auf November und Dezember verschoben", erläutert Olinda Batista. Sie ist derzeit als Angestellte, wie ihre Schwägerin, in Kurzarbeit. Sowohl die Restaurantbetreiber als auch die Museumsleitung sind gespannt, wie es nach der Wiedereröffnung anlaufen wird. Sie sind sich aber einig, dass bei älteren Leuten, die einen Großteil der Besucher ausmachen, anfangs noch Zurückhaltung da sein werde. Umgekehrt freuten sich wohl viele darauf, dass es nun wieder mehr Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen gibt, zeigen sie sich zuversichtlich.

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