Sie freuen sich auf die Kooperation zwischen den Diakoniestationen in Bad Liebenzell und Calw: Geschäftsführer Walter Großmann (von links), Sonja Höck, Vorsitzende des Kirchengemeinderates der evangelischen Kirchengemeinde Bad Liebenzell, Matthias Wegner, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Monakam-Unterhaugstett und Vorsitzender des Diakonieausschusses von Bad Liebenzell, Pfarrer Erich Hartmann, Vorsitzender des Diakoniestationsverbandes Calw, und Katharina Hermann, Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde Bad Liebenzell. Foto: Krokauer

Walter Großmann jetzt auch Geschäftsführer in der Kurstadt. Mit Zusammenarbeit werden Synergieeffekte genutzt.

Die Diakoniestationen in Bad Liebenzell und Calw rücken enger zusammen. Die nun vereinbarte Kooperation bedeutet, dass beide Einrichtungen jetzt mit Walter Großmann einen gemeinsamen Geschäftsführer haben.

Bad Liebenzell/Calw - Schon vorher war Großmann Geschäftsführer der Diakoniestation Calw, die mit ihren Dienstleistungen neben der Hermann Hesse-Stadt auch die Gemeinde Oberreichenbach betreut. Die neue Kooperation wurde durch eine personelle Umschichtung möglich, wie Pfarrer Erich Hartmann bei einem Pressegespräch in der Diakoniestation in der Uhlandstraße in Bad Liebenzell deutlich machte. Hartmann ist nicht nur Dekan des Kirchenbezirks Calw-Nagold, sondern auch Vorsitzender des Diakoniestationsverbandes Calw.

Nach Hartmanns Worten kümmert sich Großmann in Zukunft zu zwei Drittel weiter um die Diakoniestation in Calw und zu einem Drittel nun um die Diakoniestation in Bad Liebenzell. Träger der Station in der Kurstadt ist die evangelische Kirchengemeinde Bad Liebenzell.

Es habe sich jetzt die Möglichkeit für diese Zusammenarbeit ergeben, freute sich Sonja Höck, Vorsitzende des Kirchengemeinderates der evangelischen Kirchengemeinde Bad Liebenzell.

Matthias Wegner, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Monakam-Unterhaugstett und Vorsitzender des Diakonieausschusses, sprach von einem allgemeinen Trend. Im Diakonieausschuss sitzen Vertreter der betroffenen Kirchengemeinden sowie der beiden Kommunen Bad Liebenzell und Unterreichenbach, um die sich die Diakoniestation kümmert.

Defizit soll verringert werden

Bei der Finanzierung sind die Gemeinden mit im Boot. Sie kommen für das Defizit der Diakoniestation Bad Liebenzell auf. Im Entwurf für den Haushalt 2021 ist vorgesehen, dass die Stadt Bad Liebenzell ein Minus der Diakonie in Höhe von 60.000 Euro übernimmt. In der jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses des Gemeinderates sagte Kämmerer Lucas Hansen aber auch, dass dieser Abmangel sogar doppelt so groß wäre, wenn die Diakonie nicht an ihre Rücklagen gegangen wäre. Auch dieses Minus spielte bei der jetzt vereinbarten Kooperation eine Rolle, sagte Hartmann in der Pressekonferenz. Der Abmangel solle so gering wie möglich gehalten werden. Die jetzt zwischen Calw und Bad Liebenzell getroffene Vereinbarung sei auch ein Zeichen an die Kommunen, dass die Diakoniestation nicht einfach "weiterwursteln" wolle wie bisher.

Die Diakoniestation Bad Liebenzell hat 64 Beschäftigte. Sie sind in der häuslichen Kranken- und Altenpflege beschäftigt, kümmern sich um den Haushalt bei ihren Patienten und engagieren sich in der Nachbarschaftshilfe. Dabei gehen sie mit den Patienten zum Beispiel spazieren.

Die Diakoniestation versorgt rund 210 Patienten in Bad Liebenzell einschließlich der Stadtteile sowie in Unterreichenbach, alle Ortsteile inbegriffen. Außerdem sind Mitarbeiter in der Verwaltung notwendig. Darüber hinaus kümmern sich vier Ehrenamtliche um Demenzkranke.

"Wir verstehen uns als Gebietsanbieter"

Mit der jetzt vereinbarten Kooperation ist es möglich, sich beim Personal noch mehr als bislang auszuhelfen, so Hartmann. Die Diakoniestation Calw hat etwa doppelt so viele Beschäftigte wie diejenige in Bad Liebenzell und kümmert sich um mehr als 400 Patienten in Calw und Oberreichenbach. Hartmann sprach denn auch von einer "Win-win-Situation". Er betonte, dass die Diakonie in der Pflege nur Fachkräfte beschäftige. "Wir bezahlen nach Tarif", ergänzte Geschäftsführer Großmann. Darüber hinaus sei die Diakonie in der Fläche präsent, so Hartmann: "Wir verstehen uns als Gebietsanbieter." Es werde nicht nur das getan, was lukrativ sei. Die Diakonie habe hier einen höheren Anspruch als andere Anbieter auf dem Markt.

Die Diakoniestation in Bad Liebenzell meistert momentan acht Touren täglich parallel. Sie hat zehn Fahrzeuge zur Verfügung, wobei ein Auto in der Nachbarschaftshilfe eingesetzt wird und eines als Reserve zu Verfügung steht.

Die Diakonie Calw mit seinen beiden Standorten in der Badstraße und auf dem Wimberg hat 21 Fahrzeuge zur Verfügung. Auch hier ergeben sich Möglichkeiten zur Kooperation, wie Geschäftsführer Großmann verdeutlichte.

Zudem unterstützt ein Förderverein die Diakoniestation Bad Liebenzell. Im vergangenen Jahr waren dies 8000 Euro, wie bei der Pressekonferenz zu erfahren war. Das Pendant in Calw stellte 40.000 Euro zur Verfügung.

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