Zugausfälle und zu geringe Kapazitäten auf der Breisgau-S-Bahn sollen durch ein dreistufiges Konzept des Landes schrittweise verringert werden.
DB Regio hat mit dem Land und dem Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) eine kurz-, mittel- und langfristige Strategie für einen zuverlässigen Fahrzeugeinsatz auf der Breisgau-S-Bahn vereinbart.
Seit Monaten weisen die Fahrzeuge auf den von DB Regio betriebenen Strecken von Breisach und Endingen nach Villingen und Seebrugg einen erhöhten Verschleiß bei den Radsätzen auf. Deshalb hat die Werkstatt in Freiburg mit einem erhöhten Instandhaltungsaufwand zu kämpfen.
Einsatz von Ersatzzügen
In der ersten Stufe setzt DB Regio in Abstimmung mit dem Land bereits Ersatzfahrzeuge aus anderen Regionen Baden-Württembergs ein. Ziel von DB Regio ist es, den Instandhaltungsstau weiter abzubauen und möglichst schnell, spätestens aber zum Ende der Sommerferien wieder die gesamte Flotte der Breisgau-S-Bahn im Einsatz zu haben.
Stufe zwei beginnt Anfang 2026. Dann ist geplant, auf der Ost-West-Strecke der Breisgau-S-Bahn mit weiteren Ersatzfahrzeugen den Betrieb zu stabilisieren und zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Die zusätzlichen Züge werden statt der Bestandsflotte auf der Strecke zwischen Freiburg und Villingen eingesetzt werden. Dadurch können die Kapazitäten im Kernraum Freiburg aufgestockt werden.
Wenn im Juni 2032 der Verkehrsvertrags der Breisgau-S-Bahn auf der Ost-West-Verbindung ausläuft, greift Stufe drei des Plans. Dann werden in diesem Netz neue Züge eingesetzt, die vom Landneu beschafft werde müssen. Die Rede ist von elektrischen- und auch batterieelektrischen Triebwagen, die auch für den Einsatz nach Frankreich tauglich gemacht werden können. Damit könnte Mulhouse sowie Colmar in das Streckennetz der S-Bahn integriert werden.
Von einer Nachbestellung baugleicher Fahrzeuge der heutigen Flotte wird abgesehen, weil diese frühestens 2028 zur Verfügung stehen könnten. Damit wären aber die aktuellen Probleme nicht zu lösen, heißt es vonseiten des Landes. Außerdem sei mit diesen Zügen eine Erweiterung des Streckenangebots nach Frankreich nicht möglich.
Züge sind gut ausgelastet
„Die Aufstockung des Fuhrparks ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagt Der Landrat des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, Christian Ante. Die Region habe mit erheblichen finanziellen Mitteln dazu beigetragen, dass die Breisgau-S-Bahn ein attraktives Angebot bieten könne. Und die Menschen in der Region hätten das angenommen, was die tagtägliche Auslastung der Züge beweise. „Das Potenzial für den Nahverkehr kann jedoch nur weiter ausgeschöpft werden, wenn ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stehen“, bekräftig Ante.