In der Gemeinschaftspraxis von Quirin (links) und seinem Vater Jörg Kutscher in Schonach ist seit Anfang März Zahnärztin Alena Hasenmüller tätig. Foto: Christel Börsig-Kienzler

Zahnärztin Alena Hasenmüller unterstützt seit Anfang März Quirin und Jörg Kutscher in ihrer Gemeinschaftspraxis in Schonach. Die 27-Jährige fängt somit den immer stärker werdenden Ärztemangel auf dem Land mit ab.

Die Versorgung mit Hausärzten in der Raumschaft Triberg scheint auf einem guten Weg zu sein. Anfang Februar eröffnete in Schönwald Eva-Maria Wacker eine Arztpraxis im „Falken“. In Schönwald soll zudem die als Nebenbetriebsstätte geführte Einzelpraxis von Stephan Dold ab kommendem Sommer zu einer vollzeitlich betriebenen Gemeinschaftspraxis mit einer zusätzlichen Ärztin erweitert werden. Die Ärzte Raphael Siepe und Thomas Schwarz wollen darüber hinaus Anfang Januar 2025 eine Gemeinschaftspraxis im alten Schulhaus in Schonach betreiben.

 

Und wie sieht die Versorgung mit Zahnärzten in der Raumschaft Triberg aus? Wie steht es um die Nachfolge, wenn derzeit noch aktive Ärzte in den Ruhestand gehen? Darüber macht sich schon seit längerem Quirin Kutscher Gedanken. Der junge Zahnarzt teilte dieser Tage unserer Redaktion mit, dass seit 1. März Alena Hasenmüller in der von ihm und seinem Vater Jörg betriebenen Gemeinschaftspraxis in Schonach tätig ist. Die Zahnärztin werde sie in Zukunft mit ihrer fachlichen Kompetenz unterstützen und den Ärztemangel auf dem Land mit abfangen.

Bewerbungsgespräch an außergewöhnlichem Ort

Durch gemeinsame Bekannte, die sie gegenseitig empfohlen hätten, sei der Kontakt zustande gekommen, erzählen Kutscher und seine neue Kollegin. Sie schmunzeln, wenn sie an ihr erstes Gespräch per Handy beziehungsweise Facetime denken, da sich Alena Hasenmüller gerade auf ihrer Weltreise in Patagonien befand. „Es hat von Anfang an gepasst“, sind sich die beiden einig. „Ich komme gerne vier Tage die Woche von Freiburg hierher. Ich fühle mich hier wohl, alle sind sehr herzlich und die Arbeit ist vielfältig und macht Spaß“, so Hasenmüller.

Quirin Kutscher führt bereits in dritter Generation die einst von seinem Großvater Alexander Kuner in Schonach eröffnete Zahnarztpraxis fort. „Wir sind froh, weitere zahnärztliche Unterstützung zu bekommen, da nach und nach immer mehr der aktuell acht Kolleginnen und Kollegen in der Raumschaft und auch darüber hinaus in den nächsten zehn Jahren in den wohl verdienten Ruhestand gehen werden. Diese Tendenz spüren wir schon jetzt an zunehmenden Patientenzahlen deutlich und geben unser Bestes, dies abzufedern“, erläutert der 33-jährige Zahnarzt.

Auch Fachkräftemangel macht zu schaffen

In der Praxis sind derzeit vier Vollzeit-, zwei Teilzeitkräfte und ein Azubi beschäftigt. Ohne diese wäre eine Versorgung der Patienten in diesem Umfang nicht möglich, sagt Quirin Kutscher.

Doch nicht nur der Zahnärzte- und Ärztemangel sei ein großes Thema, auch der Fachkräftemangel mache zu schaffen. „Wie die meisten anderen Unternehmen sind auch wir auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern, um unser Team zu vergrößern“, betont Kutscher.