Bei der Einweihung der neuen Kachelmann-Wetterstation in Schönwald waren mit dabei: Stefan Ohnemus (links) und sein Bruder Patrik Ohnemus (rechts), außerdem Mitglieder der Familie Dold (Grundstücksbesitzer), Jörg Kachelmann (Dritter von rechts) und Bürgermeister Christian Wörpel (Zweiter von rechts). Foto: Olivia Breig

Für Meteorologen hat Schönwald einen besonderen Reiz. Deshalb eröffnete Jörg Kachelmann nun eine seiner Wetterstationen dort.

Angefangen hat alles mit dem Engagement der beiden Hobby-Meteorologen Patrik und Stefan Ohnemus aus Ettenheimmünster. „Wir suchen schon seit über 20 Jahren Orte, die kälter sind als andere“, so Patrik Ohnemus. Und in Schönwald wurden sie fündig.

 

Nach mehreren Messungen stellten sie fest: „Das ist höchstwahrscheinlich einer der kältesten Orte im Schwarzwald. Bislang haben wir nichts Kälteres gefunden.“ Dabei bezieht sich Patrik Ohnemus auf die bisherigen Untersuchungen von ihm und seinem Bruder im Schwarzwald.

Die Brüder nahmen daraufhin Kontakt auf mit dem Wetterexperten Jörg Kachelmann, der zwar in der Schweiz beheimatet ist, aber auch in Deutschland Wetterstationen betreibt. „Er war auch begeistert“, beschreibt Patrik Ohnemus die Reaktion Kachelmanns auf die klimatischen Besonderheiten Schönwalds.

Jörg Kachelmann vor Ort

Schließlich war es Mitte Januar soweit. Jörg Kachelmann war mit Gerätschaften angereist, um auf einem Grundstück eines Landwirts bei Schönwald eine Wetterstation im dortigen Weißenbachtal zu eröffnen. Der Start war nicht ganz einfach. Wegen des gefrorenen Bodens habe der Landwirt mit seinem Radlader nachgeholfen, den Pfosten in den Boden zu drücken, beschreibt Patrik Ohnemus das Vorgehen. Eventuell müsse da im Frühjahr nachgearbeitet werden, wenn der Boden auftaue.

Für ihn und seinen Bruder sei es ein „Highlight“ gewesen, den Medien-bekannten Kachelmann persönlich kennenzulernen.

Wie kommt es zu den klimatischen Besonderheiten in Schönwald? Bürgermeister Christian Wörpel spricht von seiner Gemeinde auf 1000 Höhenmetern als einer der höchsten geschlossenen Ortslagen in Deutschland. Er weist außerdem auf die Auszeichnung als heilklimatischer Kurort hin.

Patrik Ohnemus erklärt die kalten Temperaturen auch mit der Hochtallage gerade des Weißenbachtals bei Schönwald. Und in Hochtälern sammle sich Kälte. Das könne gerade in Winternächten zu extremen Kältegraden führen. So seien zuletzt am 7. Januar minus 24,2 Grad im Weißenbachtal gemessen worden.

Faszination Schnee

Die Ohnemus-Brüder möchten nun unweit der jetzt eröffneten Wetterstation auf knapp 1000 Höhenmetern in etwa eineinhalb Kilometern Luftlinie weitere Messdaten auf etwa 850 Höhenmetern erheben. Die Suche nach noch kälteren Orten im Schwarzwald lässt die Brüder nicht los.

Wie kommt der Faible der beiden Brüder für Kälte? „Je mehr Schnee, umso glücklicher“, beschreibt Patrik Ohnemus seine Begeisterung für den Winter. Die Meteorologie würden er und sein Bruder hobbymäßig betreiben. Beruflich arbeitet der 54-jährige Patrik Ohnemus im Bauhof in Ettenheim. Die Brüder betreiben auch eine Homepage, www.ettenheim-wetter.de, wo sie ihre Wetterdaten veröffentlichen und auch Einblicke in das Wetter an verschiedenen Orten mit Hilfe von Webcams ermöglichen. So gibt es Webcams, die das aktuelle Wetter beim Europapark Rust oder auf dem Feldberg zeigen.

„Noch nicht fertig“

Eine Anfrage per E-Mail unter dem von Jörg Kachelmann betriebenen Wetterkanal und der Bitte um weitere Informationen zur Wetterstation in Schönwald ergab als schriftliche Antwort: „Wir sind noch nicht fertig mit den Wetterstationen in der Gemeinde.“ Aber die Redaktion könne gerne in ein paar Wochen noch mal nachfragen. Außerdem wurde auf die Wetterdaten aus Schönwald verwiesen, die auf der Homepage von Kachelmann bereits abrufbar seien.

Die Gemeinde freut sich über die neue Wetterstation. „Das ist ganz in unserem Sinne“, bestätigt Wörpel. Er sieht Vorteile sowohl für Einwohner als auch für Gäste durch genauere Wettervorhersagen. Bislang komme es immer wieder mal vor, dass allgemeine Wetterprognosen nicht zuträfen für Schönwald. Insofern begrüßt er die Erhebung der Wetterdaten vor Ort. Die Gemeinde koste die Wetterstation nichts.