Kürzlich machten sich politische Vertreter des Ortschaftsrates Weilersbach und Weigheim, des Technischen Ausschusses der Stadt VS, begleitet von Experten der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Detlev Bührer auf den Weg nach Gutach im Breisgau im Kreis Emmendingen.
Villingen-Schwenningen - Anlass der Fahrt war das Neubaugebiet Schlegelberg in Weilersbach, welches mit einer Eis-Energie-Speichertechnologie wärmetechnisch versorgt werden soll. Die Exkursionsteilnehmer konnten sich von der neuen Technologie direkt vor Ort überzeugen, mit den Experten ins Gespräch kommen und alle offenen Fragen klären, informiert die Stadtverwaltung.
Die Gemeinde Gutach mit rund 4600 Einwohnern befindet sich laut ihrem Bürgermeister Urban Singler schon seit über 15 Jahren auf dem Weg hin zu einer klimaneutralen Kommune. Insofern suchte der Technische Leiter der Gemeinde, Markus Adam, auch im Fall des Neubaugebiets Alte Ziegelei Wege, das Baugebiet fossilfrei und damit CO-frei mit Wärme zu versorgen.
Auch die Stadt Villingen-Schwenningen möchte ihre neuen Baugebiete klimaneutral mit Energie und Wärme versorgen. In Gutach konnte anhand des Neubaugebiets Alte Ziegelei mit 37 Einfamilienhausgrundstücken demonstriert werden, dass eine Wärmeversorgung über ein kaltes Nahwärmenetz gelingt. Alle Gebäude sind zwischenzeitlich an das Wärmenetz angeschlossen. Konzipiert und technisch begleitet wurde das Vorhaben durch das Büro caldoa GmbH aus Friedrichshafen mit dem Geschäftsführer Alexander von Rohr.
Die Experten vor Ort stellten der Delegation aus Villingen-Schwenningen direkt im neuen Baugebiet den zu Anfang recht steinigen Weg als Pioniere einer neuen Technologie zu der heute gut funktionierenden regenerativen Wärmeversorgung dar. Die Bewohner des Neubaugebiets schlossen sich zu einer Bürgerenergiegenossenschaft zusammen und betreiben heute, mit Unterstützung der Stadtwerke Bleibach, ihre Wärmeversorgung selbstständig und autark über ein kaltes Nahwärmenetz. Jeder im Baugebiet trägt zum Gelingen des Ganzen bei. Auf jedem Grundstück sind thermische Solaranlagen auf den Dächern installiert, welche zur immer wiederkehrenden, erforderlichen Regeneration des Eis-Energie-Speichers und damit zum Funktionieren des Wärmeversorgungssystems beitragen. Der Eisspeicher selbst ist im Erdboden versenkt, obendrauf befindet sich eine Grünfläche. Der Technik dient ein etwa 15 Quadratmeter großes Gebäude.
Bereits heute ist sicher: Von den derzeitigen und künftigen Turbulenzen der Energie- und Wärmepreise werden die aufgeschlossenen, meist jungen Familien des Baugebietes Alte Ziegelei nicht tangiert. "Es ist reine Physik" schildert Gutachs Bürgermeister Urban Singler die Situation und blickt über das Baugebiet, denn Gutach ist schon längst weitergezogen. Im Bau befindet sich bereits ein neuer Eis-Energie-Speicher für das neue Feuerwehrgerätehaus und das DRK-Rettungszentrum – dieser Speicher wird sicherlich nicht der Letzte in Gutach sein.
Die Ortsvorsteherin von Weilersbach, Silke Lorke, ist begeistert von dieser Technologie: "Jetzt bin ich überzeugt, dass das kalte Nahwärmenetz mit der Eis-Energie-Speichertechnologie funktioniert."