Der Bezug von Frischweasser wird im kommenden Jahr teurer für die Mötzinger Einwohner. Foto: Zabota

Der Gemeinderat in Mötzingen hat in der letzten Sitzung des Jahres Änderungen in der Gebührenkalkulation bei der Wasserversorgung und bei der Abwasserbeseitigung beschlossen. Für die Bürger wird dadurch der Wasserbezug teurer, die Entsorgung des Abwassers hingegen billiger.

Mötzingen - Das Thema Wasser stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung in Mötzingen am Dienstagabend. Wie die Verwaltung den Damen und Herren des Gemeinderats darlegte, sind die aktuellen Benutzungsgebühren für einen kostendeckenden Betrieb der Wasserversorgung nicht mehr ausreichend.

 

Bezug von Gäuwasserversorgung

778 850 Euro muss die Gemeinde dafür ausgeben, dass bei den Bürgern in den Jahren 2022 und 2023 frisches Wasser aus dem Hahn fließt. Der größte Teil davon, 374 500 Euro, entfällt auf die Kosten für den Bezug beim Zweckverband Gäuwasserversorgung. Der andere Teil entfällt auf die Kosten für die Instandhaltung des Leitungsnetzes, Abschreibungen und die Erneuerung von schadhaften Wasserleitungen.

In den kommenden zwei Jahren seien wieder Erneuerungen des Leitungsnetzes geplant.

Somit fallen, nachdem der Gemeinderat zugestimmt hat, vom 1. Januar 2022 folgende Benutzungsgebühren an: 7,27 Euro (bisher 6,42 Euro) monatlich für einen Standardwasserzähler und zusätzlich 2,15 Euro pro Kubikmeter Wasser (bisher: 2,09 Euro) – jeweils inklusive der Umsatzsteuer von sieben Prozent. Die Zustimmung bezieht sich sowohl auf die neue Kalkulation als auch auf Änderung der Wasserversorgungssatzung.

Kosten von 1,8 Millionen Euro

Bei den Abwassergebühren bezieht sich die neue Kalkulation auf die Jahre 2022 bis 2024. Die Gemeinde rechnet dabei mit Kosten von insgesamt 1,8 Millionen Euro. Da in der neuen Kalkulation sogenannte "Kostenüberdeckungen" aus Vorjahren enthalten sind, dürfen sich die Bürger auf eine Entlastung freuen.

Vom 1. Januar kommenden Jahres an gelten nun diese Abwassergebühren: Für das Schmutzwasser 1,42 Euro pro Kubikmeter (bisher 1,50 Euro), für das Niederschlagswasser 0,63 Euro pro Kubikmeter (bislang 0,75 Euro). Beide Beträge setzen sich jeweils aus einer Kanal- und einer Klärgebühr zusammen.

Es gab noch einen weiteren Tagesordnungspunkt zum Thema Wasser. Kämmerer Christian Stepan nannte es ein "sehr komplexes Rechenwerk". Im Prinzip geht es um eine Obergrenze für die einmaligen Kosten, die bei der Erschließung eines Grundstücks für den Eigentümer fällig werden. Der Betrag ist jetzt bei 12,27 Euro pro Quadratmeter gedeckelt, wobei es auf die Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel die Geschossflächenzahl ankommt.

Der Betrag setzt sich zusammen aus einem Kanalbeitrag (neu: 5,50 Euro pro Quadratmeter; alt: 2,97 Euro), einem Klärbeitrag (neu: 2,02 Euro pro Quadratmeter; alt: 1,64 Euro) und einem Wasserversorgungsbeitrag (neu: 4,75 Euro pro Quadratmeter; alt: 1,69 Euro).

Haarer spricht von beträchtlicher Steigerung

Dazu merkte Gemeinderätin Jasmin Haarer an, dass die Steigerungen zum Teil beträchtlich seien.

Bürgermeister Marcel Hagenlocher verwies auf die hohen Investitionen bei den Kläranlagen und der Wasserversorgung. Allein für eine vierte Reinigungsstufe im Klärwerk Herrenberg, an das Mötzingen angeschlossen ist, seien zehn Millionen Euro erforderlich.

Schließlich passierte auch diese Änderung ohne Gegenstimme den Rat.