Lichtdurchflutete Unterrichtsräume in der neuen VHS in Villingen sorgen für eine Wohlfühlatmosphäre. Foto: Marc Eich

Kurz vor dem Start: Die neue VHS in Villingen punktet mit moderner Technik, barrierefreien Räumen und einem Konzept, das Bildung flexibler machen soll.

Zwar wuseln sowohl in als auch um die neue Volkshochschule in der Dattenbergstraße in Villingen die Handwerker herum – doch schon am Montag soll der Komplettbetrieb in der ehemaligen französischen Schule anlaufen.

 

6,6 Millionen Euro hat die Stadt in die zwei Jahre andauernde Sanierung des Gebäudes investiert, um den VHS-Standort am Münsterplatz und das Atelier in der Schwenninger Lichtensteinstraße hier zu vereinen. Ein Umbau, der sich nicht nur sehen lassen kann, sondern der der VHS zudem ganz neue Möglichkeiten bietet.

VHS-Leiterin Ina Schweizer und auch ihr Stellvertreter Martin Propp zeigen sich glücklich mit den neuen Gegebenheiten, an denen Cornelia Gärtner als Architektin der Stadt VS in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport sowie dem Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau entscheidend mitgewirkt hat. „Verheerend“ sei der Zustand der Räume teilweise gewesen – und auch Propp konnte sich anfangs nicht ausmalen, welche Wohlfühlatmosphäre erzeugt werden kann.

Lichtdurchflutete Räume, angenehme Beleuchtung, eine schlichte und moderne Gestaltungslinie, Technik auf dem neuesten Stand und eine perfekte Akustik. Kaum vorstellbar ist es, wie viele Meter Kabel hinter den abgehängten Decken verlegt wurden, um die neuesten Standards – auch hinsichtlich der Sicherheitstechnik – in den Altbau zu integrieren.

Moderne Medientechnik als Standard

Gärtner erklärt: Der Bestand habe den Planern alle Möglichkeiten gegeben, an der Gebäudestruktur habe sich im Wesentlichen deshalb nichts geändert. Die entscheidenden Faktoren bei der Sanierung seien die Gebäudetechnik und der Brand- sowie Wärmeschutz gewesen, nachdem das Haus entkernt worden war. Eine PV-Anlage produziert den Strom für den Betrieb, das Haus ist außerdem an das neue SVS-Wärmenetz angeschlossen.

Martin Propp präsentiert die moderne Unterrichtstechnik. Foto: Marc Eich

In den Kursräumen herrscht nun ein einheitlicher Standard mit moderner Medientechnik – asymmetrische Tische sorgen für maximale Flexibilität bei der Sitzverteilung. In der neuen VHS ist nun auch hybrider Unterricht in perfekter Weise möglich: Verbaute Kameras und Mikrofone ermöglichen eine Übertragung in die ganze Welt, über Beamer werden die zugeschalteten Kursteilnehmer für den Dozenten auch an die Wand projiziert.

Veranstaltungsraum für 220 Menschen

Das ermöglicht nicht nur verhinderten Teilnehmern die Möglichkeit, beim Unterricht dabei zu sein. VHS-Leiterin Schweizer betont, dass so auch die Durchführungswahrscheinlichkeit für „exotischere“ Kurse erhöht wird, indem sich auswärtige Interessierte einfach dazuschalten. Diese perfekten Bedingungen herrschen auch im neuen Multifunktionsraum für Veranstaltungen und Bewegungsangebote – 220 Menschen haben dort Platz.

Architektin Cornelia Gärtner (von links), VHS-Leiterin Ina Schweizer und ihr Stellvertreter Martin Propp präsentieren den neuen Aufenthaltsbereich. Foto: Marc Eich

Die Barrierefreiheit in dem Gebäude ist insbesondere durch das neue verbindende Treppenhaus mit Glasfassade ermöglicht worden. Untergebracht sind dort der Aufzug und der zweite bauliche Rettungsweg.

Mehrwert für das ganze Quartier

Der separat errichtete Trakt, in dem der französische Kindergarten untergebracht war, ist somit perfekt angegliedert. Dort finden zukünftig insbesondere Ganztagesseminare statt. „Wir haben hier deshalb auch einen großen Aufenthaltsbereich mit Kaffeeautomat und Wassersprudler geschaffen“, so Propp. Die hohe Aufenthaltsqualität – dank einer Terrasse – soll auch Bewohner des angrenzenden Quartiers in die VHS einladen, um einen Mehrwert zu bieten und eine soziale Teilhabe zu ermöglichen.

Das neue verbindende Treppenhaus ist mit einer Glasfassade ausgestattet. Foto: Marc Eich

Apropos Terrasse: Die Außenanlage wird in den kommenden Wochen noch teilweise gerichtet, Ideen für die Gestaltungsmöglichkeiten gebe es genug, jedoch müsse die Finanzierung gesichert sein. Klar ist aber: Auf dem alten Schulhof entsteht ein Parkplatz.

Tag der offenen Tür am 27. Juni

Noch bevor um das Gebäude alles fertiggestellt ist, füllt sich das Gebäude weiter mit Leben. Bereits seit November sind Teile der VHS, unter anderem die Verwaltung, umgezogen – nach der nun anstehenden Endreinigung gehört das Gebäude dann gänzlich den Kursteilnehmern. Im Sommer soll dann auch die Bevölkerung einen Einblick erhalten – der Tag der offenen Tür ist für den 27. Juni geplant.