Statt Strom- eine Zukunftsstation, in der Ideen für die Entwicklung Rötenbergs gesammelt werden? Für den nicht mehr in Betrieb befindlichen Trafoturm haben die Bürger viele Ideen.
Die Stromstation in der Alpirsbacher Straße im Ortsteil Rötenberg wird seit knapp vier Jahren nicht mehr genutzt. Das kam der Gemeinde beim Bebauungsplanverfahren für das Wohngebiet „Ortsmitte Rötenberg“ gerade recht.
Um die vom Gesetzgeber geforderten Ausgleichsmaßnahmen zu gewährleisten, rückte der stillgelegte Trafoturm in den Fokus, in dem Nistkästen für Fledermäuse eingebaut werden sollen. Verbunden damit war auch, den von Eigentümerin Netze BW geplanten Abbruch zu verhindern.
Wie Bürgermeister Michael Lehrer in der Sitzung des Gemeinderats bekannt gab, hat die Gemeinde inzwischen das Trafohäuschen von der Netze BW erworben und den Grundstückspreis gezahlt. Das Landesförderprogramm Entwicklung Ländlicher Raum (ELR) habe ein Sonderprogramm aufgelegt, um solche Trafostationen zu erhalten.
Die Kosten für eine Umnutzung zu einem sinnvollen und lokalen Lernort oder Kulturinsel würden mit bis zu 90 Prozent gefördert mit maximaler Förderhöhe bis 30 000 Euro. „Bei so einer Quote wird man als Bürgermeister natürlich hellhörig“, schmunzelte Lehrer.
Aufruf im Mitteilungsblatt
Die Gemeinde habe deshalb im Mitteilungsblatt und auf Social Media die Bevölkerung zu einem Ideen-Wettbewerb aufgerufen. Es sei bemerkenswert, was sich die Bürgerschaft alles vorstellen könne. Beispielsweise die Nutzung als Reparatur-Cafe, Fahrradstation mit Reparatur- und Lademöglichkeit, offener Bücherschrank, Maker-Space mit EDV und 3-D-Drucker sowie Storchenturm. Oder auch als Zukunftsstation, in der Ideen für die Entwicklung des Ortes gesammelt werden, zählte der Bürgermeister auf. Die Verwaltung könne sich die Schaffung eines neutralen Begegnungsorts für unterschiedliche Zwecke gut vorstellen. Einen Barbetrieb an der Fasnet, Dorfjugend-, oder Rentner-Treff. Die Abmessungen des Turms böten die Möglichkeit, eine Spindeltreppe einzubauen.
Im Obergeschoss könne ein geschlossener Raum angebaut werden, in dem ein Getränke- und Vesperautomat Platz fände. Darunter entstünde eine überdachte Freifläche mit öffentlichem WC. Die aufgeständerte kleine Holzbox könne mit einer Holzfassade umgekleidet werden. Ein begrüntes Flachdach gewähre zusätzlichen Lebensraum für heimische Insekten und im oberen Turmbereich seien Flächen für Fledermäuse und Vögel vorhanden, schilderte Lehrer. Da der Förderantrag bis zum 16. Januar 2026 gestellt werden müsse, werde die Gemeinde einen Entwurf zur Neugestaltung der Fassade in der ersten Sitzung des neuen Jahres am 27. Januar unterbreiten.
„Wenn der Trafoturm umgestaltet werden soll, dann richtig. Es soll ein Vorzeigeprojekt werden. Ich sehe große Chancen, bei der Förderung zum Zug zu kommen. Die Umsetzung soll im Frühjahr 2026 beginnen und nach Fertigstellung im Herbst gibt es ein Einweihungsfest“, gab der Bürgermeister einen Zeitrahmen vor. Ratsmitglied Michael Schwab begrüßte das Vorhaben. Er wollte jedoch vorab wissen, welche Summe die Gemeinde an Eigenmittel etwa aufbringen müsse. „Rund 3000 Euro. Wir gehen von Gesamtkosten von 10 000 Euro aus“, antwortete der Rathauschef wohl vorbereitet.