Weit in die Straße hinein ragen die Verkehrsinseln und werden damit vor allem im Winter zum Problem, auch für die Anwohner, die nun dagegen vorgehen. Foto: Kistner

Gegen die neuen Verkehrshindernisse in der Leibnizstraße regt sich Widerstand.

Insgesamt neun Verkehrsinseln hat die Stadt im Herbst an den Straßenrändern der Leibnizstraße im Ebinger Osten platziert – sie sollen den wachsenden Duchgangsverkehr zwischen Bitzer Steige und B 463 buchstäblich ausbremsen. Doch jetzt regt sich Anwohnerprotest.

Albstadt-Ebingen - Schon seit längerem klagen Anwohner, dass die altbekannte Unsitte, auf dem Weg vom östlichen zum südöstlichen Ortsausgang Ebingens den Schleichweg durch die Oststadt – genauer: durch Leibniz-, Friedrich-Haux- und Zieglerstraße – zu nehmen, immer weiter um sich greift. Sowohl die Zahl der Fahrzeuge als auch die durchschnittliche Geschwindigkeit seien durch Messungen und Zählungen belegt, sagt Ursula Schurer von der städtischen Straßenverkehrsbehörde, und ließen den Ärger der Anwohner gerechtfertigt erscheinen.

Übrigens seien es weniger die Einheimischen, die den Weg durchs Wohngebiet wählten, sondern mehr oder weniger ortskundige Auswärtige, die den Umweg – wenn es denn einer sei – über die Bogenstraße scheuten.

Diesen auswärtigen Schleichwegspezialisten hat die Stadt nun nicht einen, sondern gleich neun Riegel in der Leibnizstraße vorzulegen versucht, den obersten in der Nähe der Einmündung in die Bitzer Steige, den untersten an der der Max-Planck-Straße: kleine Verkehrsinseln, die sich von Straßenrand in den Straßenraum hineinschieben, ihn verengen und so einander entgegenkommende Fahrzeuge darin hindern, einfach aneinander vorbeizufahren: Eines muss immer warten; das hemmt den Verkehrsfluss und verleidet denen, die es öfters erleben, die Abkürzung.

Der Name stammt aus den 1980er-Jahren

Das Prinzip ist nicht neu; in Albstadt wurden Fahrbahnblockaden wie zum Beispiel große Pflanzkübel oder -kästen in den 1980er-Jahren eingeführt und vom Volksmund "Czernoch-Nasen" getauft – Norbert Czernoch war seinerzeit Baubürgermeister und ein engagierter Verfechter dieser Form von Geschwindigkeitsregulierung.

Indes haben die "Czernoch-Nasen" nicht nur Freunde: Alfred Stauß, vor dessen Gartentür die am weitesten talwärts gelegene Inselbake aufragt, hält gar nichts von derartigen Verkehrsbarrieren: Zum einen, argumentiert er, seien sie ungeeignet, den Verkehrslärm zu verringern; im Zweifelsfall verursache die Stop-and-Go-Fahrerei an den Inseln eher mehr als weniger davon. Zum anderen machten die Inseln den Straßenraum an den Einmündungen der Seitenstraßen unübersichtlicher und den Fahrzeugverkehr dadurch gefährlicher.

Stadt sieht bislang keinen Grund zum Handeln

Stauß plädiert dafür, die Inseln wieder zu entfernen und die Autofahrer stattdessen durch eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige zum langsamen Fahrern zu motivieren. Eine entsprechende Eingabe an den Oberbürgermeister hat er 40-fach ausgefertigt und in die Briefkästen in seiner Nachbarschaft geworfen: Wer sich seiner Forderung anschließe, der möge doch unterschreiben und den Brief dann an die Stadt schicken.

Die kennt das Schreiben mittlerweile. Allerdings zeigt Ursula Schurer derzeit keine Neigung, den seit vier Monaten laufenden Test – denn mehr sei der Einsatz der lediglich im Asphalt verschraubten Inseln momentan noch nicht – jetzt schon abzubrechen.

"Wir wollen wissen, ob die Maßnahme wirkt, und das können wir jetzt noch; dafür ist es noch viel zu früh. Wie haben doch gerade erst angefangen", so Schurer.

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