Rainer Kurze vom Landesverband Amateurtheater (rechts) mit den Geehrten Gisela Janaczek, Ariane Fackel, Regina Braun, Ursula Fuchs, Gabriele Hartmann, Ruth Ulshöfer, Otto Gaiser und Erika Stängle (von links). Foto: Andreas Fuchs

Vereine: Neue Studiobühne zieht Bilanz / Theatermacher zwischen Lockdown und einem Stück Normalität

Ehrungen verdienter Mitglieder und ein Rückblick auf eine von der Pandemie geprägte Zeit standen im Mittelpunkt bei der Hauptversammlung der Neuen Studiobühne in der "Tannen-Marie" in Mitteltal.

Baiersbronn. Vorsitzender Otto Gaiser ging in seinem Bericht auf die Aktivitäten des Jahres 2020 ein, die durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt waren. Im Januar war die Studiobühne noch wie üblich ins neue Jahr gestartet mit dem Neujahrstreff in der Blume in Obertal.

Pandemie zwingtzum Umplanen

Doch noch bevor das Vereinsjahr im März mit der Mitgliederversammlung und einem Workshop richtig durchstarten sollte, kam der erste Lockdown und brachte die Vereinsaktivitäten zunächst zum Erliegen. Einzelne Treffen und Vorstandssitzungen wurden immer wieder den aktuellen Bedingungen angepasst, nun mit beschränkter Personenzahl, teilweise im Freien oder online abgehalten.

Ein erster Schritt zur Normalität wurde mit der verschobenen Mitgliederversammlung im Juli versucht. Diese fand unter Corona-Bedingungen unter freiem Himmel statt. Dabei wurde auch der Vorstand neu aufgestellt. Während des Sommers versuchten die Akteure, ein Einpersonenstück anzugehen, was aber durch die gegebenen Umstände dann wieder aufgegeben wurde. Bei einer Herbstwanderung im Zauberland an der Kinzig ging es um Stücke, die für das Sommertheater 2021 in Frage kamen. Man entschloss sich für "Gretchen 89ff." von Lutz Hübner. Das Stück besteht aus zehn einzelnen Szenen mit jeweils zwei Personen. Damit war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch unter Pandemiebedingungen geprobt werden kann.

Die Vorbereitungen zum Probenstart waren bereits weit fortgeschritten, als ein erneuter Lockdown im Herbst die Theatergruppe zum Probenstart per Videokonferenz zwang. Diese Probenbedingungen dauerten noch bis Mai 2021 an. Nebenher überlegte sich der Verein, eventuell andere Formate in der Coronazeit auszuprobieren, was aber wieder verworfen wurde.

Glückwünsche zum30-jährigen Bestehen

Weil für 2020 kein großes Stück geplant worden war, kam die Studiobühne insgesamt glimpflich durch das Jahr. Regina Braun berichtete von den Finanzen. Aufgrund mangelnder Einnahmen schloss die Kasse mit einem erwartbaren Minus. Kassenprüferin Erika Stängle bescheinigte eine ordnungsgemäße Kassenführung.

Andreas Fuchs dankte dem Vorstand für die Arbeit auch unter Pandemiebedingungen und führte die Entlastung des Vorstands herbei.

Rainer Kurze vom Naturtheater Reutlingen, in seiner Funktion als Vorsitzender des Arbeitskreises Freilichttheater auch Präsidiumsmitglied des Landesverbands Amateurtheater Baden-Württemberg, überbrachte die Grüße des Landesverbands. Vom Naturtheater Reutlingen war auch Tilmann Scheck zu Versammlung der Studiobühne gekommen. Kurze beglückwünschte die Studiobühne nicht nur zum 30-jährigen Bestehen, sondern auch für den Mut, ein Sommertheater für dieses Jahr angegangen und umgesetzt zu haben. Er hatte sich selbst beim Besuch der Premiere vom Erfolg dieses Vorhabens überzeugt.

Viele Gruppen im Landesverband haben unter den erschwerten Bedingungen diesen Schritt nicht gewagt, auch bei ihm im Naturtheater Reutlingen, eines der großen Amateurtheater in Baden-Württemberg, wurde das Erwachsenenstück nochmals um ein Jahr verschoben und nur das Kinderstück aufgeführt. Kurze übernahm auch die Ehrungen verdienter Mitglieder der Studiobühne. Dabei hatte er für jeden der Geehrten ein paar passende Worte bereit. Sie erhielten eine Urkunde und die entsprechende Ehrennadel des Landesverbands.

Otto Gaiser gab einen kleinen Ausblick. Geplant ist wieder ein Theaterworkshop und für 2022 wieder eine Saalproduktion. Für 2023 ist dann wieder Freilichttheater angesagt.

Zum Abschluss der Versammlung gab Gabriele Hartmann mit einem sehr persönlichen Beitrag Einblick in 30 Jahre Studiobühne aus der Sicht einer Akteurin. Sie ließ einige ihrer Rollen Revue passieren und würzte die Erinnerung mit entsprechenden Anekdoten.

In einer kleinen Nachfeier nahmen später auch Marianne Wolf und Horst Anders ihre Urkunden entgegen.

n Ehrenmitgliedschaft der Neuen Studiobühne für besondere Verdienste um die Theaterarbeit und den Verein: Marianne Wolf.

n Goldene Ehrennadel des Landesverbands Amateurtheater Baden-Württemberg für 30 Jahre aktives Mitwirken: Regina Braun, Gabriele Hartmann und Erika Stängle.

n Silberne Ehrennadel des Landesverbands Amateurtheater für 20 Jahre aktives Mitwirken: Horst Anders, Ursula Fuchs und Otto Gaiser.

n Bronzene Ehrennadel: Ariane Fackel, Julia Kotsch, Gisela Janaczek und Ruth Ulshöfer.