Neue Wohngebiete, neue Straßen – und dafür sind auch in Zukunft neue Namen nötig. Aber welche können das sein? Der Schwenninger Gottfried Schmidt hat da eine Idee.
Eschelen, Strangen, Friedrichspark, Oberer Brühl – das sind nur Beispiele für Wohngebiete in Villingen-Schwenningen, die in den vergangenen Jahren neu entstanden sind und damit auch neue Straßennamen hervorgebracht haben.
Hatte sich die Stadt per Gemeinderatsbeschluss auf dem Gelände des ehemaligen Schwenninger Klinikums – Eschelen – für die Ulmer und Sindelfinger Straße, die die neu gebauten (Mehrfamilien-)Häuser umranden, entschieden, wurde die Straße, die durch Strangen 2 führt, Leonberger Straße benannt.
Städtenamen dominieren
Während in Schwenningen also württembergische Städte als Namensgeber für die Neubaugebiete – angrenzend an schon länger bestehende Straßen wie Tübinger oder Stuttgarter – dominieren, sind in Villingen die neuen Straßen etwa im Friedrichspark in engem familiären Bezug zum Namensgeber des Friedrichspark benannt: Luise-von-Preußen- sowie Friedrich-Wilhelm-Straße.
Auch im Oberen Brühl – dem Neubaugebiet auf dem ehemaligen Kasernenareal, das derzeit erst entsteht – sind die neuen Straßen nach weiblichen Villinger Persönlichkeiten benannt, etwa nach der ehemaligen Kommunalpolitikerin Paula Straub oder der ehemaligen Volkshochschul-Leiterin Christel Pache.
Mehr Persönlichkeiten
Dass auch in Zukunft an die Benennung der Straßen nach doppelstädtischen Persönlichkeiten angeknüpft wird, dafür setzt sich derzeit der Schwenninger Gottfried Schmidt ein.
Allen voran soll der ehemalige und langjährige Oberbürgermeister Gerhard Gebauer, der „völlig zurecht als Architekt der gemeinsamen Stadt VS bezeichnet wird“, auf diese Weise eine Hommage erfahren, findet Schmidt, der sich mit seinem Anliegen vor einigen Wochen nicht nur an die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats, sondern auch direkt an Oberbürgermeister Jürgen Roth gewandt hat.
Alt-OB im Fokus
„Für einen Großteil der Bevölkerung werden seine (Gerhard Gebauers) großen Verdienste unvergessen bleiben“, schreibt der CDA-Kreisvorsitzende in seinem Brief an die Verwaltungsspitze. Immer dann, wenn er durch die Straßen der gemeinsamen Stadt schlendere, frage er sich, warum nach Gerhard Gebauer immer noch keine Straße, kein Platz oder ein Gebäude benannt worden ist.
Bei der Vergabe von künftigen Straßennamen denke er aber auch an den ehemaligen – „beliebten und bekannten“ – Chefarzt der Kinderklinik VS , Friedrich Bettecken, ebenso wie an den ehemaligen Chefarzt der Inneren Medizin und Medizinischen Direktor am Klinikum VS, Standort Schwenningen, Peter Graf zu Dohna.
Überhaupt plädiert Gottfried Schmidt dafür, dass künftig Straßen vermehrt nach verdienten Bürgern benannt werden sollten – „Bürger, die nicht im Rampenlicht standen und im Verborgenen Großartiges geleistet haben“, fügt er hinzu.
Positives Signal
Und der engagierte Schwenninger, der sich immer wieder für Veränderungen in der Doppelstadt einsetzt, hat inzwischen Rückmeldung aus dem Rathaus bekommen, wie Pressesprecherin Madlen Falke auf Rückmeldung unserer Redaktion mitteilt.
Die Vorschläge bezüglich der Vergabe von künftigen Straßennamen mit bekannten und beliebten Persönlichkeiten der Stadt habe die Verwaltung aufgenommen. Dies bedeute, dass „ diese bei weiteren etwaig anstehenden Widmungen und Benennungen, sofern sie in den Gesamtkontext der dann umgebenden bereits vorhandenen Straßennamen passen“, berücksichtigt und dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt werden können, so Madlen Falke weiter.
Gottfried Schmidt werde sich derweil sehr freuen, wenn seinem Wunsch mit großer Einigkeit im Gemeinderat nachgekommen werde, teilt er mit.
Langgehegter Wunsch
Und diesen Wunsch hegt er im Übrigen schon länger: Dass sich der Gemeinderat im Jahr 2019 beim Schwenninger Neubaugebiet Eschelen für die Ulmer- und Sindelfinger Straße ausgesprochen hatte, hatte er damals öffentlich kritisiert – und sich stattdessen, etwa durch die besagte Straßennamensgebung mit Peter Graf zu Dohna, den Bezug zum ehemaligen Schwenninger Klinikum gewünscht.