Bürgermeister Andreas Schneucker, Gemeinderat Frank Krumm und Peter Wenner (Nabu-Vorstand, von links) haben die Stele zu Ehren von Franz Preiß der Öffentlichkeit vorgestellt (vorne Marcel Rüdin-Preiß). Foto: Christoph Schennen

Eine Stele für den Vogelfreund Franz Preiß ist in Binzen enthüllt worden. Sie entstand auf Initiative des Gemeinderats Frank Krumm.

Bürgermeister Andreas Schneucker, Gemeinderat Frank Krumm und Peter Wenner (Naturschutzbund) haben am Freitagnachmittag die Gedenkstele für Franz Preiß an der Steinmauer im Brunnacker in Binzen enthüllt. Preiß ist am 1. Dezember 2024 im Alter von 90 Jahren gestorben.

 

Auf der rechteckigen Tafel, die auf einem Steinblock befestigt ist, steht unter den Namen und den Lebensdaten des Geehrten: „In Erinnerung an einen leidenschaftlichen Naturschützer, der sich unermüdlich für die heimische Tierwelt und die Erhaltung der Natur einsetzte. Durch seine Arbeit und seine Liebe zur Natur hat er unsere Region nachhaltig geprägt. Gemeinde Binzen“.

Der Steinkauz-Bestandstieg wieder an

Aufgestellt wurde die Stele am Ursprung der Aktivitäten des Nabu zwischen Binzen und Fischingen. Schneucker sagte bei der kleinen Einweihungsfeier: „Preiß’ Arbeit war von einem tiefen Respekt für die Natur geprägt. Seine größte Leidenschaft galt den Steinkäuzen. Franz Preiß machte sich in der Region zu einem Experten für den Schutz dieser besonderen Eulenart und trug entscheidend dazu bei, dass deren Bestand in der Region von wenigen Paaren auf mehr als 25 Brutpaare anstieg.“

Zu Ehren dieses Tieres wurde im Lochacker in Binzen eine Straße „Steinkauzweg“ benannt.

Auf Preiß’ Initiative wurden auch Teiche für Kreuzkröten angelegt und Geburtshelferkröten aus Gärten in sichere Lebensräume übergesiedelt. „Seine Arbeit führte dazu, dass sich diese bedrohte Arten in unserer Region erfolgreich ansiedeln konnten“, sagte der Binzener Bürgermeister. Er erzählte auch, wie er einmal einen Termin mit Preiß gehabt und ihn darauf hingewiesen habe, dass er gehen müsse, weil er noch einen weiteren Termin habe. Preiß sei dann mit ihm unkonventionell über eine Wiese gefahren: „Wir rutschten mehr als dass wir fuhren.“

Zahlreiche Naturschützer vor Ort

An der Einweihungsfeier nahmen zahlreiche Naturschützer teil – auch aus der Schweiz und dem Elsass. Harald Kucharek gehörte ebenfalls zu den Einweihungsgästen. „Er war mein Klassenlehrer an der Theodor-Heuss-Realschule in Lörrach“, sagte der Karlsruher während einer kleinen Wanderung von der Halle bis zum Brunnacker-Gebiet. „Er war ein sehr guter Lehrer, der eine ruhige Kompetenz hatte, aber nicht streng war. Seine Autorität entstand durch seine Kompetenz.“ Im September 2021 habe er ihn in seinem Haus in Ötlingen besucht und mit ihm zwei, drei Stunden geredet. Zuletzt habe er über eine Internetrecherche herausgefunden, dass Preiß gestorben ist. Er wurde auf dem Friedhof am Hörnli in Basel bestattet.

Vor dem Steinmarderschützen

Zu Preiß’ Weggefährten gehört auch der Ornithologe Christian Stange. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnerte er daran, dass die Rohre für die Steinkäuze einst unter den Ästen angebracht waren. Das war zu gefährlich für die Vögel, die unter anderem vor dem Steinmarder geschützt werden müssen. Er habe einmal in einer Röhre vier Steinkäuze ohne Kopf entdeckt. Der Steinmarder habe ihnen den Kopf abgebissen.

Preiß habe dann die Röhren auf den Ästen montiert. „Das war ein Erfolg“, freute sich Stange. „Die Nachwuchsrate stieg, und es entstanden mehr Paare.“ Preiß habe den Steinkauz vor dem Aussterben bewahrt. Er habe erkannt, dass der beste Vogelschutz umzusetzen sei, wenn einem die Parzellen, auf denen man den Vogel schütze, auch gehören. Preiß habe Parzellen in Binzen gekauft, um seine Umweltprojekte umzusetzen.