Im Museum Auberlehaus findet vom 3. Oktober 2024 bis einschließlich 2. Februar 2025 eine einzigartige Sonderausstellung unter dem Titel „Kronjuwelen – Insignien der Macht“ statt. Foto: Ingrid Kohler

Die neue Sonderausstellung „Kronjuwelen – Insignien der Macht“ im Museum Auberlehaus startet am 3. Oktober.

„Eigentlich müsste man in ferne Länder reisen, um all das zu sehen, was wir hier im Museum Auberlehaus vom 3. Oktober 2024 bis einschließlich 2. Februar 2025 als Sonderausstellung „Kronjuwelen – Insignien der Macht“ zeigen“, sagte Museumsleiter Volker Neipp am Montagabend, als die Aufbauarbeiten in den letzten Zügen waren.

 

Die Idee, eine solche Ausstellung ins Auberlehaus zu holen, hatte er bereits vor einigen Jahren – doch dann kam die Pandemie dazwischen. Am Montag schließlich holte Volker Neipp persönlich die 23 Kostbarkeiten bei Juwelier Abeler in Wuppertal abholen. Dabei handelt es sich nicht um Originale, sondern wertvolle Kopien aus der Kronen- und Juwelensammlung von Abeler.

Perfekte Kopien

Der inzwischen verstorbene Senior Abeler durfte vor vielen Jahren die Deutsche Reichskrone richten. „Zum Dank durfte er für sich eine Kopie anfertigen“, blickt der Museumsleiter auf die Anfänge zurück. Abeler habe seine Meisterschüler mit seiner Leidenschaft angesteckt, so dass jeder als Meisterstück eine Goldkrone habe fertigen dürfen. 23 dieser einzigartigen Repliken können nun im Museum Auberlehaus bestaunt werden. Wichtig waren Neipp die detaillierten Beschriftungen, die den Besuchern umfangreiche Einblicke in das Umfeld der Kronjuwelen geben. Wer die Ausstellung besucht und das Glück besitzt, dass Volker Neipp anwesend ist, der hat zudem gute Chancen, von ihm für jedes Exponat eine umfassende Geschichte zu erfahren. Die Sammlung aus den 1970er-Jahren hat schon die ganze Welt bereits, betonte Neipp. Es seien die besten Kopien, die es gebe.

Zwei Exponate mussten noch mit viel Fingerspitzengefühl von Robin Witteriede und der Assistenz von Andreas Berger „zusammengeschraubt“ werden. Es handelte sich dabei um das älteste Exponat der Ausstellung: ein ägyptisches Diadem, das Tutanchamun unter seiner Totenmaske trug. Zum anderen war es die Filmmaske der Cleopatra mit Federkrone, die Liz Tailor getragen hatte. Solche Kronen seien nur aus Abbildungen bekannt. „Ob sie tatsächlich existierten, lässt sich nicht nachweisen.“

Zwei Kilo Gewicht

Die Reichskrone, die den Ausschlag für die große Abeler-Sammlung gab und in Trossingen zu sehen ist, hat ein Gewicht von etwa zwei Kilogramm. Etwas leichter und angenehmer beim Tragen dürfte das Staatsdiadem von Queen Elizabeth The Queen Mother’s Crown aus dem Jahr 1937 sein, das inzwischen auch schon von Königin Camilla getragen wurde. Die jüngste ausgestellte Krone stammt aus dem Jahr 1969 und wurde zur Amtseinführung des damaligen Prinzen von Wales, dem heutigen König Charles, gefertigt.

Apropos König Charles, auch seine Krönungskrone und ein großformatiges Fotos der Krönungszeremonie sind zu sehen. „Wir bekommen während der gesamten Sonderausstellungszeit Besuch von König Charles – lassen Sie sich überraschen“, weckt Volker Neipp die Neugier. Einzigartig ist die Tiara von Papst Pius XI, die auch von Papst Pius XII getragen wurden, denn aus dem Bestand des Auberlehauses hängt ein Bild von Pius XII mit dieser Tiara, gemalt von Fritz Behn in Öl auf Leinwand.

Kostbare Lithografien

Kostbare Lithographien der Herzöge von Württemberg, die in den Stammbaum, der früher im Trossinger Rathaus hing, gipfelt und ein Porträt des letzten Königs von Württemberg, König Wilhelm II umrahmen die kostbare Kronjuwelenausstellung, zu der auch die französische Kaiserkrone von Napoleon III, aus Österreich die Hauskrone der Habsburger samt Reichsapfel und Zepter aus dem 17. Jahrhundert sowie die Diamantkrone der österreichisches Kaiserin Sissi zählen. Im Gewölbekeller sind einige „Staatsgeschenke“ ausgestellt.

Wer möchte bei so viel Juwelen und Gold aus verschiedenen Ländern nicht einmal als Königin oder König selbst als gekröntes Haupt auf dem Throne Platz nehmen? Die Möglichkeit haben die Ehrenamtlichen des Museums Auberlehaus in der Fotoecke geschaffen. Mit schwerem roten Königsmantel und einer von drei möglichen Kronen auf dem Kopf kann sich jeder Besucher auf den „Staatsthron“ setzen mit dem Trossinger Stadt-Adler im Hintergrund, der in Cluses gefertigt wurde. Neipp weist darauf hin, dass dieses Ambiente für den Beginn von Familien- oder Firmenfeiern beispielsweise mit einem kleinen Sektempfang genutzt werden kann.