Die Band „Brotäne Herdepfl“ aus Wolterdingen feiert ihre neue Single. Das Stück heißt „Erinner mich/Désenchantée.
Elf Bläser, ein Schlagzeuger, wummernde Bässe und ineinander übergehende Songs – so lässt sich die Partyband „Brotäne Herdepfl“ aus Wolterdingen beschreiben.
Polkas und Märsche sucht man im Repertoire der Gruppe vergeblich. Stattdessen setzen die Mitglieder auf eigens arrangierte Versionen von Chart-, Pop-, Rock- und Elektrotiteln – ein Stil, der „BDM – Brass Dance Music“ genannt wird und den die Musiker aus Wolterdingen mitentwickelt haben.
Ende Januar veröffentlichte die Band eine neue Single. „Erinner mich/Désenchantée“ sei ein auf die eigene Besetzung zugeschnittenes Brass-Cover der zwei bekannten Hits und solle zum Feiern animieren, so die Gruppe in einer Pressemitteilung.
In den Klangfabrik-Studios aufgenommen
Aufgenommen wurde in den Klangfabrik-Studios bei Darmstadt, wo die Musiker bereits zuvor gearbeitet haben. Wie bei ihren Live-Auftritten steht auch bei der Studioversion die Tanzbarkeit im Vordergrund: Druckvolle Bläsersätze, treibende Rhythmen und Übergänge ohne Pause sollen geradezu zum Tanzen einladen. Die neue Single ist auf den gängigen Streaming-Plattformen wie beispielsweise Spotify verfügbar.
Damit reiht sich die Veröffentlichung in eine Serie von Singles ein, mit denen „Brotäne Herdepfl“ (Bratkartoffeln), seit knapp zwei Jahren ihre Präsenz im digitalen Raum ausbauen. Nachdem die Gruppe lange vor allem von Live-Auftritten gelebt hatte, rückt die Studioproduktion mittlerweile zunehmend in den Fokus.
Bereits während der Corona-Pandemie begann die Band, einen Onlineshop aufzubauen, ihre Social-Media-Kanäle zu professionalisieren und erste Lieder auf Streamingdiensten zu veröffentlichen. Die Zwangspause nutzten die Musiker als eine Phase der Neuaufstellung.
Musiker der Musikkapelle Wolterdingen
Gegründet wurde das Ensemble bereits im Sommer 2012. Damals wollten ein paar junge Musiker der Musikkapelle Wolterdingen ihre Lieblingsstücke aus der Notenmappe in kleinerer Besetzung interpretieren. Die ersten Proben fanden auf Terrassen im Wohngebiet statt – das Publikum stellte sich aber schnell ein. Aus den lockeren Treffen entwickelten sich schließlich Auftritte bei Geburtstagen und kleineren Festen. Bei einer Probe entstand schließlich der bis heute ungewöhnliche Bandname.
Seit 2017 tritt die Gruppe parallel auch unter der Kurzform „Bropfl“ in den sozialen Medien auf. Auf Instagram folgen der Gruppe stolze 13 000 Menschen, auf Facebook immerhin knapp 2500. Mit der Zeit wuchs das Ensemble auf zunächst zehn Mitglieder an, inzwischen sind es zwölf Männer im Alter zwischen 20 und 35 Jahren.
Verstärkungen aus Grüningen
Zwei Verstärkungen aus dem benachbarten Musikverein Grüningen kamen hinzu, um den dichter werdenden Terminplan bewältigen zu können. Die Band betont, kein Auswahlensemble zu sein, sondern ein Freundeskreis mit einem gemeinsamen Hobby, der sich wöchentlich zur Probe trifft und in der Saison 15 bis 20 Wochenenden gemeinsam unterwegs ist. Tatsächlich ist keiner der Beteiligten hauptberuflich Musiker.
Zunehmend professioneller agierte die Band in den Jahren 2015 und 2017 durch die Teilnahme am SWR-Blechduell. In dieser Phase entwickelte sich auch der heute prägende Stil der Brass-Dance-Music, deren Arrangements ausschließlich selbst geschrieben und auswendig vorgetragen werden.
Mit der Entscheidung, bekannte Popsongs in ein reines Bläser-Setup zu übertragen, verfolgt die Formation „Brotäne Herdepfl“ ein klares Konzept. BDM ist ein modernes Blasmusik-Genre, das Chart-Hits, Pop, Rock und elektronische Musik durch Blechbläser und Schlagzeug neu interpretiert. Auf traditionelle Märsche/Polkas wird zugunsten tanzbarer, basslastiger Arrangements bewusst ganz verzichtet.
Management auf Münchner Agentur ausgelagert
Seit 2025 hat die Band ihr Management teilweise auf eine Münchner Agentur ausgelagert, damit sie sich stärker auf Proben und Repertoires konzentrieren kann. Technisch setzt die Gruppe bereits seit 2019 auf externe Unterstützung.
Mittlerweile treten „Brotäne Herdepfl“ regelmäßig vor 300 bis 3000 Menschen auf, nicht mehr nur im Schwarzwald, sondern auch überregional. Zu den größeren Stationen zählten Festivals wie das Woodstock der Blasmusik in Österreich, das Blasius-Festival in Bayern, sowie die Brass-Wiesn in Eching, wo die Band im vergangenen Sommer vor rund 5000 Besuchern spielte.
Vergangenes Jahr hatten die zwölf Musiker auf der 1250-Jahr-Feier in Wolterdingen zudem ein Heimspiel vor tausend Fans.