Nach dem großen Strukturwandel in der Erzdiözese Freiburg gibt es im Kinzigtal anstatt sechs Pfarreien nun nur noch eine. Bewährtes soll zunächst weiterlaufen.
Aus den insgesamt 1048 Pfarreien der Erzdiözese Freiburg wurden zum 1. Januar diesen Jahres 36. Die Umstrukturierung ist Teil einer der größten Transformationen des Gebiets.
Auch im Kinzigtal hat sich einiges geändert. Aus den sechs Pfarreien Zell am Harmersbach, Haslach, Hausach-Hornberg, An Wolf und Kinzig, Oberes Kinzigtal und Kloster Wittichen wurde die „Katholische Kirchengemeinde Kinzigtal“ oder „Pfarrei St. Symphorian Zell am Harmersbach“. „Welcher Name sich im täglichen Gebrauch durchsetzt werden wir sehen“, blickte der leitende Pfarrer Michael Lienhard voraus.
Er stellte gemeinsam mit der leitenden Referentin Ann-Kathrin Wetzel und Mascha Wilhelm, unter anderem zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, vor, was sich in der neuen Pfarrei ändert, welche Ziele angestrebt werden und wie die Stimmung unter den Verantwortlichen ist. Lienhard, Wetzel und Bonaventura Gerner, stellvertretender leitender Pfarrer, bilden das Kernteam der Katholischen Kirchengemeinde Kinzigtal.
Veränderungen sollen in Ruhe angegangen werden
„Ich habe zur Zeit den Eindruck wir sind gut aufgestellt“, schickte Lienhard voraus und führte aus: „Schön ist, dass wir jetzt erstmal mehr Personal haben als vorher. Für die Öffentlichkeitsarbeit hatten wir beispielsweise bisher niemanden und es gibt auch eine neue Vollzeitstelle für Ehrenamtsbetreuung.“ In der Pfarrei sei eine vierstellige Zahl an Ehrenamtlichen im Einsatz.
„Wir sind momentan dabei Strukturen aufzubauen und vor allem die Menschen mitzunehmen“, erklärte Wetzel. Allgemein sei das Ziel der Zusammenlegung, Kompetenzen zu bündeln, aber trotzdem die Präsenz und Expertise in den einzelnen Orten zu bewahren. So soll vor allem nichts überstürzt werden. „Bewährtes lassen wir erstmal weiterlaufen. Wir gehen die Veränderungen pragmatisch und mit Ruhe an“, so Lienhard.
Hauptamtliche sind im ganzen Gebiet unterwegs
Themen wie Kommunions- und Firmvorbereitung, Beerdigungen, Taufen und die Gottesdienstordnungen würden erstmal weiter in den einzelnen Gemeinden geregelt werden. Später sollen für einige Aufgaben zentralere Kompetenzteams entstehen.
Die Hauptamtlichen Mitarbeiter hätten ihre Büros zwar in Haslach, seien aber immer wieder auch in anderen Teilen der neuen Kirchengemeinde unterwegs. „Wir wollen nicht eine Lösung entwickeln und die dann allen ‚überstülpen‘ – viel mehr sollen gemeinsam neue Lösungen und Konzepte erarbeitet werden“, fasste Wilhelm die Arbeitsweise zusammen. „Es kann allerdings nicht jeder für alles zuständig sein“, ergänzte Lienhard. Deshalb gebe es drei Seelsorgeräume im Kinzigtal: den Raum Wolfach, Zell am Harmersbach und das Gebiet Haslach.
Einzelne Stiftungsräte gibt es nicht mehr
Dass diese Gebiete auch in den Gremien vertreten sind, war den Verantwortlichen ein Anliegen. So ist Jetta Uhl (Seelsorgeraum Zell) Vorsitzende des neuen Pfarreirats, Angelika Spitzmüller (Seelsorgeraum Halsach) ist Stellvertreterin und weiteres Vorstandsmitglied ist Michael Schwientek (Seelsorgeraum Wolfach). Die Stiftungsräte in den einzelnen Gemeinden gibt es nun nicht mehr.
„Da ändert sich etwas für unseren Arbeitsalltag“, meinte Lienhard. „Wir haben nicht mehr so viele Termine und Sitzungen. Aber wir wollen natürlich auch hier nicht einfach Lösungen für einzelne Gemeinden vorgeben, wenn die Menschen vor Ort viel besser Bescheid wissen. Wenn beispielsweise etwas kaputt ist und für Ersatz gesorgt werden muss oder ähnliches.“ Es komme auf gute Kommunikation an.
Festgottesdienst zum Start der Seelsorgeeinheit
Der Start der neuen Kirchengemeinde wird am Sonntag, 25. Januar, offiziell mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert. Generalvikar Christoph Neubrand aus Freiburg wird zu Gast sein. Die Eucharistiefeier beginnt um 10 Uhr in der Kirche St. Symphorian in Zell am Harmersbach. Michael Lienhard wird dort offiziell in sein Amt als leitender Pfarrer der Kirchengemeinde eingeführt, ebenso das gesamte Kernteam sowie der Verwaltungsvorstand. „Ferner werden die Mitglieder des Pfarreirats, des Pfarreivermögensverwaltungsrats und das gesamte Seelsorgeteam der Kirchengemeinde Kinzigtal mit einem Gebet des Generalvikars in ihre neuen Aufgaben gesandt“, heißt es in der Ankündigung. Ein Projektchor wird die Feier musikalisch gestalten. Im Anschluss sind alle zu einem Empfang im Kultur- und Vereinszentrum mit Speisen und Getränken eingeladen.