Erst Junglehrerin, dann Konrektorin und nun Rektorin in Gechingen: Verena Rau ist begeistert von „ihrer“ Schlehengäuschule. Foto: PAT Fotografie

Als der Konrektorposten an der Schlehengäuschule ausgeschrieben ist, bewirbt sich Verena Rau – auch wenn der Zeitpunkt ungünstig ist. Gut ein Jahr später hat sie eine neue Stelle.

An der Gechinger Schlehengäuschule ist etwas gelungen, wovon viele andere Grundschulen nur träumen können: Praktisch ohne zeitliche Lücke wurde die vakante Rektorenstelle neu besetzt. Das liegt vor allem daran, dass die Schlehengäuschule so ist, wie sie ist – zumindest klingt dies heraus, wenn Verena Rau erzählt.

 

Die bisherige Konrektorin ist seit 14. Oktober offiziell die neue Schulleiterin. Wobei: So neu ist sie in Gechingen nicht. Denn bereits ihr Amtsantritt als stellvertretende Schulleiterin war eine Rückkehr. Ihre erste Stelle als Lehrerin nach dem Referendariat sei in Gechingen gewesen. „Bis dann die große Tochter kam.“ In der Zwischenzeit ist Rau vierfache Mutter, und war an anderen Schulen tätig.

Vor Entscheidung tagt der Familienrat

Dass sie beruflich einmal mehr Verantwortung übernehmen will, das sei klar gewesen. Allerdings habe sie gedacht, erst wenn die Kinder ein wenig älter wären. Dann war die Stelle des Konrektors in Gechingen ausgeschrieben – zu einem aus Raus Sicht privat eigentlich ungünstigen, da etwas zu frühen Zeitpunkt. Doch: „Das war meine Traumschule.“ Verena Rau dachte sich: „Jetzt oder nie“, und der Familienrat tagte.

Mit dem Ergebnis, dass sich die Pädagogin als stellvertretende Schulleiterin bewarb. Die Stelle hat sie bekommen – in dem Wissen, dass Karin Rittig, die bisherige Rektorin, zum Schuljahresende 2025 in Ruhestand gehen würde. Sie hatte 22 Jahre lang an der Grundschule gewirkt. Rau kannte Rittig noch von ihrer Zeit als junge Lehrerin in Gechingen. Auch sie war ein Grund, sich zu bewerben.

Ein gemeinsames Jahr hatten Karin Rittig und Verena Rau dann noch. Von Anfang an war klar: Es wird nicht bei der Konrektorenstelle bleiben. Rau trat den Vize-Posten an, um einmal die Schulleitung zu übernehmen.

„Eine Nachbesetzung ist zeitnah geplant“

Kommissarisch tat sie das sofort, offiziell ist sie seit Mitte Oktober neue Rektorin. Nun wird eine Stellvertreterin oder ein Stellvertreter gesucht. Der Posten ist seit Dezember ausgeschrieben. „Eine Nachbesetzung ist zeitnah geplant“, teilt Volker Traub, der Leiter des Staatlichen Schulamts Pforzheim, auf Nachfrage mit.

Verena Rau macht ihr neuer Posten, den sie in Teilzeit ausübt, trotz aller Herausforderungen Spaß. Dazu gehört momentan, dass seit den Sommerferien eine Krankheitswelle auf die andere folgt und immer wieder Kollegen ausfallen. Ihre Arbeit sei sehr vielseitig. Die Zusammenarbeit mit den Lehrern, aber auch den Eltern und der Gemeinde sei eng und sehr gut. „Die tragen die Schule ganz toll mit“, berichtet die Pädagogin. Auch das macht für sie die Bildungseinrichtung so besonders: „Das ist eine richtig, richtig tolle Schule.“

Insgesamt unterrichten dort – den evangelischen Pfarrer eingeschlossen – 15 Lehrkräfte 140 Schüler. In jedem Jahrgang gibt es zwei Klassen. Dazu kommt noch eine Inklusionsklasse der Karl-Georg-Haldenwang-Schule, dem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung im Landkreis Calw.

Die Kinder werden in ihrer Klasse unterrichtet, nehmen aber wenn möglich während einzelner Stunden oder Fächer am normalen Grundschulunterricht teil. Auch diese „gelebte Inklusion“ zeichnet aus Raus Sicht die Schlehengäuschule aus. Dazu kommt das Engagement der Lehrer in der konrektorlosen Zeit. Das Kollegium unterstütze sie super. „Das ist aber auch wieder einfach Schlehengäuschule“, meint Verena Rau und lacht.