Am Beruflichen Schulzentrum in Hechingen soll eine neue Schulart eingeführt werden. Foto: Stopper

Zunächst nur in Hechingen soll eine neue Schulart eingeführt werden, die Schulabbrecher auffängt.

 
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„Eine freudige Nachricht“ hatte Landrat Günther-Martin Pauli in der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sozialausschusses zu verkünden: Am Beruflichen Schulzentrum in Hechingen soll eine neue Schulart eingeführt werden, die schulpflichtige Schul- und Ausbildungsabbrecher auffängt.

Roland Plehn, geschäftsführender Schulleiter der Kreisschulen, berichtete über die derzeitige Lage: Es gebe mehr häusliche Gewalt, mehr sexuelle Gewalt und mehr Eltern, die mit der Erziehung ihrer Kindern nicht mehr zurechtkämen. Auch der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung habe zu mehr Schulabbrüchen geführt.

Mathe, Deutsch und Langzeitpraktika

„Um diesen Kindern und Jugendlichen einen Neustart zu ermöglichen, soll die Schulart zunächst in Hechingen eingeführt werden“, sagte Pauli. Auf Kritik aus dem Gremium, dass diese Schulart, die noch keinen konkreten Namen hat, ein „Sammelbecken für Gescheiterte“ werde, konterte er, dass alles „gut durchdacht“ sei, dass er aber wohl wisse, dass dies kein „Spaziergang“ sein werde.

Sollte der Antrag vom Regierungspräsidium grünes Licht bekommen, würden die Kinder einen Tag pro Woche in der Schule verbringen, dort unter anderem Mathe- und Deutsch-Unterricht erhalten. An den vier anderen Tagen würden sie Langzeitpraktika absolvieren. Insgesamt betreffe dies aktuell weniger als 20 Kinder und Jugendliche aus dem Zollernalbkreis. Zudem sei angedacht, diese Schulart auch an den anderen Standorten im Kreis – Balingen und Albstadt – einzurichten. Ziel sei es, die Chancen der Jugendlichen auf einen neuen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Zudem kommen die Jugendlichen so ihrer Schulpflicht nach.

Der Antragstellung beim Regierungspräsidium wurde mehrheitlich zugestimmt.