Bislang gibt es zum Parken viele unterschiedliche Regeln – und Preise. Das soll sich ändern. Foto: Markus Kugel

Die Parkgebühren in Bad Herrenalb werden vereinheitlicht. Das bedeutet aber auch, dass es zumeist teurer wird. Ab April soll es aber auch neue Bezahlmöglichkeiten geben.

Das Parken in Bad Herrenalb wird vereinheitlicht – und zumeist teurer. Das ist der Tenor nach der Vorberatung in der jüngsten Sitzung des Bad Herrenalber Gemeinderats. Neben den Parkgebühren beriet das Gremium unter anderem auch über Dauerparkausweise und eine neue Parkzone.

 

Das Thema Parken wurde bereits mehrfach im Gemeinderat behandelt. Nach dem letzten Mal wurden die Fraktionen gebeten, ihre Vorschläge für eine Neuregelung der Parkgebührenordnung einzureichen. Über diese Vorschläge, die Martin Müller, Sachgebietsleiter Bürgerservice und Ordnungsamt, gesammelt hatte, beriet nun das Gremium, damit die Verwaltung die neue Gebührenordnung zur Beschlussfassung vorbereiten kann.

Leichte Änderung bei Dauerparkern

Bei den Dauerparkern soll es eine leichte Abwandlung der bisherigen Regelung geben und statt den bisherigen Ausnahmegenehmigungen künftig Dauerparkscheine ausgegeben werden – was außer dem Namen in der Praxis wohl keine großen Veränderungen mit sich bringen dürfte. Dabei schlug die Verwaltung vor, Parkplätze zu maximal 50 Prozent mit Dauerparkern zu belegen. Für den Parkplatz Kurpark sollen keine Dauerparkausweise ausgegeben werden. Diesem Ansinnen schloss sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit an.

Ebenfalls eine Mehrheit fand der Vorschlag der Verwaltung, Parkbereiche in der Gernsbacher und in der Gaistalstraße als neue Zone mit Parkscheinpflicht und maximaler Parkdauer von zwei Stunden aufzunehmen. Diskutiert wurde noch, Teile des Jägerwegs mit aufzunehmen.

Neue Parkzone an der Schweizer Wiese

Eine neue Parkzone soll an der Schweizer Wiese entstehen. Wenn dort bei großen Veranstaltungen geparkt wird, habe die Stadt bislang „überhaupt keine Einnahmen“. Das soll sich nun ändern.

Nicht ändern sollen sich dagegen die Zeiten, in denen in Bad Herrenalb ein Parkschein gelöst werden muss. Täglich von 9 bis 19 Uhr, auch am Wochenende und an Feiertagen. Das habe auch schon für Unmut gesorgt, ist sich Müller bewusst. Dennoch locke Bad Herrenalb an Wochenende manchmal mehr Menschen an als die Karlsruher Innenstadt, deshalb seien die Gebühren gerechtfertigt. Auch da gab es aus dem Gremium keine großen Widersprüche.

Diskussionen um die „Brötchentaste“

Mehr Diskussionen gab es dagegen um die „Brötchentaste“, mit der Kurzzeitparker bislang für kleinere Besorgungen 30 Minuten kostenlos parken konnten. Hier schlug Müller eine Verkürzung auf 15 Minuten vor, stieß dabei aber auf ein geteiltes Echo. „15 Minuten reichen nicht“, sagte etwa Christian Romoser (CDU), während Michael Grzondziel (Pro H&H) erwiderte: „Andere Städte haben’s gar nicht“. Am Ende waren 13 Räte für 30 Minuten, sieben stimmten für 15 Minuten – es soll also bei der bisherigen Regelung bleiben.

Parken soll künftig überall gleich viel kosten. Foto: Markus Kugel

Romoser schlug zudem vor, die Parkzonen zusammenzulegen und die Preise zu vereinheitlichen. Bislang gelte, je zentrumsnaher, desto teurer, erwiderte Müller. Zudem wolle man an der Kurpromenade keine Dauerparker und müsste zumindest diesen Bereich deshalb als extra Parkzone in der Gebührenordnung ausweisen. Die Preise könnten aber trotzdem überall gleich sein.

Bislang gilt eine Staffelung von 50 Cent (Zone drei), 70 Cent (Zone zwei) und einem Euro pro halbe Stunde in der Zone eins. Die große Mehrheit war dafür, dass künftig überall die gleichen Gebühren gelten sollen: ein Euro pro halbe Stunde.

Bei den Tagestickets einigten sich die Räte ebenfalls auf einen einheitlichen Preis von zehn Euro in allen Zonen, in denen das möglich ist. Einzige Ausnahme ist dabei die neue Zone fünf an der Schweizer Wiese. Hier soll das Tagesticket bei Veranstaltungen fünf Euro kosten. „Wir machen das, um den ruhenden Verkehr zu regeln, da werden wir nicht reich“, so Romoser.

Ebenfalls einheitlich sind künftig auch die Preise für die Dauerparkscheine. Statt wie bis jetzt 20 beziehungsweise 30 Euro werden künftig überall 40 Euro pro Monat fällig.

Zahlung per App soll bald möglich sein

Alternative Zahlungsmöglichkeiten außer mit Bargeld wurde von Stadträten angeregt. „Fast überall“ – außer an der Kurpromenade – sei bereits jetzt die Kartenzahlung möglich. Das könnte aber überall nachgerüstet werden, so Müller. Auch die Bezahlmöglichkeit per App und Smartphone soll kommen, Müller kann sich dabei vorstellen, dass sich die Stadt nicht nur auf eine App konzentriert, sondern mehrere gängige Anbieter genutzt werden können.

Die neue Parkgebührenordnung – und damit die neuen Preise – sollen nach dem Willen Müllers im April eingeführt werden. Deshalb wird er die so beschlossenen Änderungen nun in die Gebührenordnung einarbeiten, damit sie in der kommenden Sitzung dann beschlossen werden kann.