Lea Bantle hat in Rottweil eine Hebammenpraxis eröffnet. Den Klinikalltag möchte die 24-Jährige erstmal hinter sich lassen.
Er gilt als einer der schönsten Berufe der Welt: der Beruf der Hebamme. Neugeborene auf ihrem Weg ins Leben zu unterstützen und für die Familien während der neuen Lebensphase da zu sein, ist eine wundervolle Aufgabe und eine große Herausforderung.
„Der Beruf der Hebamme umfasst einen sehr großen Bereich“, weiß Lea Bantle. Die 24-Jährige aus Irslingen betreibt seit Juni eine Hebammenpraxis in der Bruderschaftsgasse 3, gleich neben dem Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil.
Wo einst Kleidung und später spanische Delikatessen verkauft wurden, liegen jetzt Yogamatten, gibt es eine gemütliche Sitzecke und ein Massageraum. Die Naturtöne sorgen für angenehme Wohlfühlatmosphäre. Und das ist Lea Bantle ein Anliegen. Sie hat sich nach ihrer Ausbildung in Heidelberg und der Arbeit im Kreißsaal der Uniklinik ganz bewusst gegen die Geburtshilfe und für die Begleitung der Frauen vor und nach der Geburt entschieden.
„Ich habe in der Klinikzeit viele schöne, aber auch traurige Momente erlebt, die ich nicht missen möchte“, erzählt sie. Jetzt möchte sie sich aber erst einmal auf Schwangere und die Betreuung im Wochenbett kümmern.
Sie ist froh, den Schichtdienst erst mal hinter sich gelassen zu haben. „Die Verantwortung ist noch immer groß“, weiß sie. „Das Faszinierende an dem Beruf ist, Frauen in besonderen Lebenslagen betreuen zu dürfen und dabei auch einen Querschnitt der Gesellschaft kennenzulernen“, sagt sie. Und schwärmt dazu: „Mit Schwangeren und Babys zu arbeiten, macht viel Spaß.“
Zu wenig Ausbildungsplätze
Der Beruf sei sehr vielfältig, und man könne eine ganze Menge daraus machen. „Leider gab es bislang zu wenig Ausbildungsplätze, obwohl es einen Hebammenmangel gibt“, bedauert Bantle. Auf 200 Bewerbungen kamen bislang gerade mal 15 Plätze.
Durch die Reform der Hebammenausbildung und die akademische Ausbildung haben künftig mehr Interessierte die Möglichkeit, den Beruf zu erlernen, was Lea Bantle sehr gut findet. „Es gibt auch immer mehr Männer, die den Beruf ergreifen. Es ist auf jeden Fall ein Beruf mit Zukunft“, freut sie sich.
Der Hebamme komme bei einer Geburt eine große Rolle zu. „Die Begleitung einer Geburt durch eine Hebamme ist nicht zu ersetzen. Eine Hebamme darf eine Geburt ohne Arzt begleiten, ein Arzt aber nicht ohne Hebamme“, weiß sie.
Lea Bantle freut sich auf ihre Arbeit in Rottweil. Unter anderem gibt sie auch Yoga-Kurse für Schwangere. Die Ausbildung zur Yogalehrerin hat sie ebenfalls absolviert.
Weitere Informationen gibt es auf Instagram oder demnächst auch unter www.lea-hebamme.de