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Neue Polizei-Signale Tatütata reicht der deutschen Polizei nicht mehr

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Das Blaulicht auf Polizeiwagen soll aufgerüstet werden Foto: dpa

Berlin/Stuttgart - Auf der Bundesstraße oder kurz nach dem Einbiegen auf die Autobahn könnte sich mancher Pkw-Fahrer bald vorkommen wie im Film: Plötzlich heult ein greller Sirenenton auf, wie man ihn aus US-Serien kennt. Im Rückspiegel flimmert es dazu rot aus Blinklichtern auf dem Dach eines Streifenwagens.

Signale à la Hollywood soll die Polizei künftig auch in Deutschland einsetzen können – die rechtliche Grundlage dafür hat das Bundesverkehrsministerium jetzt dem Bundesrat zugeleitet, der aber erst grünes Licht geben muss. Sobald dies erfolgt sei, werde auch das Land Baden-Württemberg seine Polizeiwagen umrüsten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart am Freitag unserer Zeitung.

Wie hören sich die unterschiedlichen Sirenen an? Hier finden Sie Hörbeispiele.

Der neue Sirenenton und die roten Blinklichter ließen sich problemlos in die sogenannten Sondersignaleinheiten einprogrammieren, sagte der Sprecher. Nur minimale Kosten würden dadurch entstehen. „Innerhalb kürzester Zeit können wir das umstellen.“

Blaulicht und Martinshorn reichen oft nicht aus

Dass es keinesfalls um Effekte wie in ­Actionfilmen geht, macht schon der Verordnungsentwurf klar, den das Bundesverkehrsministerium vorgelegt hat. „Als optisches Anhaltesignal für Kraftfahrzeuge des Vollzugsdienstes der Polizeien des Bundes und der Länder wird nach vorn wirkendes rotes Blinklicht zugelassen, das durch ein ‚Anhaltehorn‘ als akustisches Anhaltesignal ergänzt werden darf“, heißt es ziemlich bürokratisch in den Erläuterungen.

Dabei ist das „Anhaltehorn“ mit US-Sound vom „Einsatzhorn“ zu unterscheiden, das mit seinem „Tatütata“ in Kombination mit Blaulicht das klassische Erkennungszeichen für deutsche Polizeiwagen im Einsatz ist.

Schon seit längerem wird diskutiert, ob diese gängigen Zeichen in einer bestimmten Situation eindeutig verstanden werden: Taucht ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Martinshorn hinter ihnen auf, wissen manche Fahrer nicht sofort, dass sie selbst gemeint sind. „Durch die neuen Signale soll das Anhalten von Fahrzeugen für die Polizeibeamten sicherer gemacht werden“, sagt ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums.

Für Fahrten zum Einsatz bleibt es bei Martinshorn und Blaulicht

Konkret könnte das so aussehen: Vom Streifenwagen flackert rotes Blinklicht nach vorn, in roter Leuchtschrift kann der Autofahrer im Rückspiegel lesen „Anhalten, Polizei“, dazu jault es einmal kurz aus der neuen Sirene. „Die Polizeibeamten sehen so die Insassen des kontrollierten Fahrzeugs jederzeit vor sich und gegebenenfalls im Scheinwerferlicht des eigenen Fahrzeugs“, erläutert der Ministeriumssprecher. Das soll es auch nicht mehr nötig machen, einen vorausfahrenden Wagen extra zu überholen, um den Fahrer zum Stoppen zu bringen.

Der Autofahrerclub ADAC beurteilt die geplanten Regelungen eher zurückhaltend. Wenn es die Polizeiarbeit erleichtere, sei dagegen nichts einzuwenden. Die neuen Signale sollten aber auch nur für Verkehrskontrollen genutzt werden, betont ein Sprecher.

Für normale Fahrten auf dem Weg zum Einsatz soll es allerdings beim bekannten Blaulicht plus Martinshorn bleiben. Und auch für Stopp-Kommandos soll gelten, dass rotes und blaues Licht nicht gleichzeitig aktiviert werden dürfen. Denn das wäre „kontraproduktiv im Hinblick auf die mit dem Anhaltesignal verfolgte Zielsetzung“.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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