Die nächsten zwei Jahre wird auf dem Friedrichsplatz nicht gefahren, doch wenn er fertig ist, soll es – unter anderem – einen stationären Blitzer geben. Foto: Otto

Während die Bagger derzeit den Rottweiler Friedrichsplatz „umgraben“, stehen wichtige Entscheidungen an: Es soll nun doch ein Wasserspiel kommen – und ein stationärer Blitzer.

Vor der „Lido-Bar“ wird am Freitag ein weiterer tiefer Graben am Friedrichsplatz gezogen, daneben wird ein neuer Baucontainer angeliefert, Richtung Hauptstraßenkreuz türmt sich ein mächtiger Schotterhaufen – da, wo sonst der Verkehr ununterbrochen fließt.

 

Der Umbau ist seit dem 9. März im Gange, Leitungsarbeiten stehen zu Beginn im Fokus, derweil befasst sich der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss am nächsten Mittwoch, 15. April, mit der finalen Gestaltung des Friedrichsplatzes. Dessen Widmung ist bereits vom württembergischen König zum stauferschen Kaiser Friedrich II. umdirigiert worden, jetzt soll es auch noch möglichst ansprechend, belebend und natürlich funktional werden.

Seit der Beauftragung des Büros Greenbox, das mit seinem Entwurf überzeugt hatte, gibt es nun Neuerungen, die in der Sitzung zur Debatte stehen. Wichtiges Element, wenn es um die gewünschte „Belebung“ der Fußgängerbereiche rechts und links der künftig deutlich schmaleren Fahrbahn geht, ist dies: Ein Wasserspiel soll es geben. Das war ursprünglich – mit Verweis auf die bestehenden Brunnen – nicht geplant, wurde nun aber geprüft.

Klar ist für die Verwaltung, dass ein solches gerade im Sommer die Aufenthaltsqualität und Attraktivität eines Stadtplatzes erhöht. Das bestehende Fontänenfeld am Nägelesgraben werde gut genutzt, die Kosten für den jährlichen Unterhalt belaufen sich hier auf rund 20 000 Euro.

Großes Wasserspiel kritisch

In dieser Größe, so das Fazit, sei eine Realisierung am Friedrichsplatz aufgrund der Nähe zur Fahrbahn und den Gefahren für spielende Kinder aber kritisch. Auch der notwendige Pufferspeicher sei nur aufwendig umsetzbar. Die Planer schlagen deshalb im Bereich Forum Kunst/Bücherei ein kleines, bodenebenes Fontänenfeld mit drei bis fünf Wasser/Nebeldüsen und Drückermechanismus vor. Die Kosten liegen bei rund 90 000 Euro, Fördermittel sind noch zu prüfen.

Tempo 20 und ein Blitzer

Eine weitere Neuerung dürfte die Autofahrer brennend interessieren: Es soll eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage eingerichtet werden, um sicherzustellen, dass nicht zu schnell gefahren wird und die Fußgänger „den Platzcharakter erleben“ können. Der Friedrichsplatz ist künftig „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ mit Tempo 20. Der Zebrastreifen an der Hauptkreuzung bleibt, der an der Predigerkirche soll entfallen.

Keine hydraulischen Amok-Poller

Kaum machbar scheint kosten- und platzierungsmäßig die Installation von hydraulischen Amok-Pollern. Hier verspricht man sich mehr von „eventabhängigen Konzepten“ mit mobilen Sicherungen. Mit dem Rottweiler Hund in Beton hat die Stadt jedenfalls schon gute Erfahrungen gemacht.

Dieser Zebrastreifen an der Predigerkirche fällt weg. Foto: Otto

Und dann ist da unter anderem noch der Belag: Der neue Friedrichsplatz soll sich dadurch auszeichnen, dass er eben keine Asphaltfahrbahn hat. Ursprünglich sah der Entwurf Betonsteinwerk von Kronimus, „Oberfläche Typ Rottweil“ vor, der in der Hochbrücktorstraße und der unteren Hauptstraße bereits in den Nebenflächen verwendet wurde. Auch hier soll jedoch nachjustiert werden, denn in verkehrlich stark belasteten Bereichen bewähre sich das Betonsteinwerk nicht. Eine Ausführung mit Granit-Segmentbogenpflaster soll es nun werden, so der Vorschlag der Verwaltung.

14 statt 18 Bäume

Die Fahrbahnbreite liegt künftig bei 6,50 Metern, die Bereiche daneben werden mit so genannten Logen und Baumbeeten gestaltet. Angepasst werden soll die Anzahl der neuen Bäume: 14 statt 18 sind nun geplant, zum Einsatz kommt laut Planung übrigens die schattenspendende „amerikanische Esche“.

Mit den Details und den Auswirkungen auf die Kosten wird sich nun der Bauausschuss am Mittwoch ab 17 Uhr befassen. Genießen können wird man den neuen Platz – samt möglichem Wasserspiel – allerdings erst nach Abschluss aller Arbeiten in rund zwei Jahren.