Die Teilnehmer der Exkursion nach Finnland (von rechts).: Kerttu Härkönen, Thomas Hauk (Forstamt Baden-Baden), Simone Stübner (Nationalpark Schwarzwald), Martin Rimmler (Nationalpark Schwarzwald), Natalie Beller (Nationalpark Schwarzwald), Monika Krämer (Nationalparkregion Schwarzwald GmbH), Antje Wurz (Leader-Region Mittelbaden/Schwarzwald Hochstraße), Dajana Greger (Leader-Region Nordschwarzwald) und Ulrich Döbereiner (Leader-Region Ortenau). Foto: Lea Eiermann

Ein erster realer Austausch zwischen der Region Oulu in Finnland und dem Nationalpark Schwarzwald, der Nationalparkregion Schwarzwald GmbH sowie den Leader-Regionen war nun endlich möglich.

Ein erster realer Austausch zwischen der Region Oulu in Finnland und dem Nationalpark Schwarzwald, der Nationalparkregion Schwarzwald GmbH sowie den Leader-Regionen war nun endlich möglich. Damit wurde die Kooperation vor Ort bekräftigt.

Damit wurde die Kooperation vor Ort bekräftigt. Monatelang hatte – wie bei vielen Projekten weltweit – das erste Kennenlernen und der weitere Austausch nur digital erfolgen können, heißt es in einer Pressemitteilung des Nationalparks. Dabei gehe es um ein zukunftsorientiertes Thema, das gerade in Zeiten von Corona und steigenden Besucherzahlen in der Natur immer wichtiger werde: Wie kann Tourismus naturverträglich gemanagt werden?

"Die Begriffe Nationalpark und Nationalparkregion haben mittlerweile einen hohen Stellenwert im Tourismusmarketing des Schwarzwalds. Sie stehen im öffentlichen Bewusstsein für einen achtsamen und schonenden Umgang mit der Natur. Das Wissen um ein naturverträgliches Tourismusmanagement gilt es deshalb im Austausch mit anderen, naturverträglich arbeitenden Tourismusdestinationen zu erweitern und vertiefen. So wie mit der Region Oulu", wird Monika Krämer, Vertreterin der Nationalparkregion, in der Mitteilung zitiert.

Breites Themenspektrum

Bereits in den ersten Gesprächen per Videokonferenz ging es um ein breites Themenspektrum, von Besucherlenkung und Besucherinformation bis zum touristischen Mehrwert eines Nationalparks für die Nachbarkommunen. Das Partnernetzwerk von Nationalpark, Nationalparkregion, Naturpark und Leader-Regionen biete dabei für anstehende Kooperationsprojekte eine gute Basis – da waren sich die Partner laut der Pressemitteilung einig.

Nun reiste eine Delegation der deutschen Projektpartner nach Finnland, um sich die Lage vor Ort anzuschauen. Beim Besuch der finnischen Nationalparks Oulanka, Hossa und Syöte tauschten sich die deutschen Gäste mit den finnischen Gastgebern intensiv über die Herausforderungen durch die hohen Besucherzahlen in Zeiten von Corona, den Bau und den Unterhalt von Infrastruktur in und rund um Nationalparks, Wander- und Mountainbike-Angebote, die Zusammenarbeit mit privaten Touristik-Dienstleistern sowie naturnahe Beherbergungsangebote aus.

Bereichernder Austausch

"Der Erfahrungsaustausch mit den finnischen Fachleuten war ungemein bereichernd", so Simone Stübner, die die Partnerschaftsprogramme des Nationalparks Schwarzwald koordiniert.

Die Kontakte nach Finnland sind nicht zufällig entstanden: Seit etwa 30 Jahren pflegt der Landtag Baden-Württemberg eine Parlamentspartnerschaft zur Region Oulu in Finnland. Eine enge Zusammenarbeit bestand bisher vor allem im Schul- und Berufsbildungsbereich, im Holzbau und auf der Ebene von Unternehmen.

Beim Besuch einer finnischen Delegation aus Oulu im November 2017 stand ein Besuch des damals noch jungen Nationalparks auf dem Programm. Dabei entstand die Idee, eine Partnerschaft zwischen dem Nationalpark Schwarzwald und einem der Nationalparks in der Region Oulu zu initiieren. Seither wurde der Austausch vertieft. Wie der Nationalpark weiter berichtet, hat sich als ein wichtiges Thema der Zusammenarbeit naturverträgliches Tourismusmanagement im Umfeld von Nationalparks herauskristallisiert, weswegen ein Projektantrag gestellt wurde: "Naturverträgliches Tourismusmanagement im Umfeld von Nationalparken in Baden-Württemberg und der Region Oulu in Finnland" ist ein Projekt der Baden-Württemberg Stiftung. Projektpartner sind neben dem Nationalpark Schwarzwald als Antragsteller der Förderung die Nationalparkregion Schwarzwald GmbH und die an den Nationalpark angrenzenden Leader-Regionen Mittelbaden, Nordschwarzwald und Ortenau, sowie die Stadt Baden-Baden.

Auf finnischer Seite beteiligen sich die Region Oulu, die finnische Parkverwaltung Metsähallitus sowie die drei Leader-Regionen Kainuu, Oulujärvi und Koillismaa.

Gegenbesuch geplant

Am Ende soll die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Nationalpark Schwarzwald und einem der finnischen Nationalparks sowie der Aufbau transnationaler Kooperationen zwischen den beteiligten Leader-Regionen stehen. Ein Gegenbesuch der finnischen Delegation ist für Mai 2022 geplant.