Tanja Saile, die neue Ortsvorsteherin von Beuren, arbeitet sich derzeit in der Ortschaftsverwaltung ein. Foto: Benjamin Roth

Tanja Saile wurde ohne Erfahrung im Ortschaftsrat zur Ortsvorsteherin in Beuren gewählt. Die 53-Jährige ist fest in Hechingens kleinstem Stadtteil verwurzelt und arbeitet sich nun in die Verwaltungsaufgaben ein. Ein Großprojekt ist das Alte Feuerwehrhaus.

„Dass ich die meisten Stimmen bekomme, hätte ich so nicht gedacht“, zeigt sich Tanja Saile, seit rund zwei Wochen Ortsvorsteherin von Beuren, überrascht vom Ergebnis der Ortschaftsratswahl in Hechingens kleinstem Stadtteil. Mit 95 Stimmen wurde die 53 Jährige Stimmenkönigin – ohne, dass sie auf Vorerfahrungen im Ortschaftsrat zurückblicken kann. Aber mit den Stimmen der Wähler im Rücken, hat sich Saile mit dem Gedanken, den Posten der Ortsvorsteherin in Beuren zu übernehmen, immer mehr anfreunden können. Wichtig war ihr aber, dass sie zwei Stellvertreter an ihrer Seite hat. Mit Matthias Bastian und Diana Chiaramonte steht nun ein Trio an der Spitze der Ortschaftsverwaltung. Sailes Vorgänger Peter Gantner hatte keine Stellvertreter.

 

Mit der Unterstützung Gantners arbeitet sich Saile derzeit in die Verwaltungsaufgaben ein. „Das dauert natürlich seine Zeit. Ich bin aber gewillt, möglichst schnell auf dem Stand der Dinge zu sein“, so die Mutter zweier erwachsener Kinder.

In Beuren gibt es indes keine Verwaltungsangestellte wie in andere Stadtteilen. Die Ortsvorsteherin macht diese Aufgaben zusätzlich mit. „Das ist schon ein großer Sprung für mich“, betont Saile. Zwar sei ihr Mann Jürgen Saile 20 Jahre im Ortschaftsrat Beuren vertreten gewesen. „Da war ich selbstverständlich bei der ein oder anderen Sitzung dabei.“ Aber so ganz tief in der Materie tauche man dabei eben doch nicht ein.

Dazu ist Saile weiter berufstätig und arbeitet als Küchenhilfe bei der KbF in Bodelshausen. Die Arbeitsstelle mache ihr Freude. Erlernt hat sie aber den Beruf der Wirtschafterin, welchen sie unter anderem auch bis zur Geburt der Kinder ausgeübt hat.

Mann und Sohn engagieren sich in der Feuerwehr

Die Familie von Tanja Saile ist in Beuren fest verwurzelt. Viele Jahre war sie im Abteilungsvorstand der Gymnastik, ihr Mann und ihr Sohn engagieren sich in der Feuerwehr und ihre Tochter schreibt die Chronik von Beuren. „Ich kenne fast jeden Bürger in Beuren“, zeigt sich Saile mit dem rund 180-Seelen-Dorf verbunden.

In Hechingens höchstgelegenem Stadtteil hat es die 53-Jährige schon vor langer Zeit der Liebe wegen verschlagen. Saile kommt ursprünglich aus dem nahen Mössingen.

Doch auch in Beuren stehen wichtige Aufgaben in der kommenden Legislaturperiode an. Das Großprojekt ist die Umgestaltung des Alten Feuerwehrhauses am Ortseingang von Schlatt kommend. Dort soll ein Ort der Begegnung entstehen. Wie genau dieser aussehen soll, sei noch nicht klar. Eine rund zehnköpfige Projektgruppe habe sich gegründet, in der auch Saile selbst dabei ist. „Wir wollen am Alten Feuerwehrhaus Jung und Alt zusammenbringen, auf dem Vorplatz Feste feiern“, erläutert Saile die grobe Zielrichtung.

Bürger sind in Sprechstunde jederzeit willkommen

Denn: Das Dorfgemeinschaftshaus, in welchem auch die Ortschaftsverwaltung untergebracht ist, biete dafür wenig Platz. Klar ist nur: Zu teuer darf der Umbau des Alten Feuerwehrhauses nicht werden. Das habe die Stadtverwaltung angesichts der Haushaltslage schon durchblicken lassen. „Wir wollen eine anständige und günstige Lösung hinbekommen“, erklärt Saile. Denn: „Auch wenn wir ein kleiner Ort sind, will ich etwas bewegen.“ Dazu brauche man den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft, auf den sie aber bauen könne.

Und für Kritik und Anregungen zeigt sich Saile jederzeit offen: Immer montags von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr hat sie ihre Sprechstunde im Dorfgemeinschaftshaus.